Wissen­schaft­liche Be­gleitung von Reform­maß­nahmen im Be­reich der Grund­schule

Wissenschaftliche Begleitung von Reformmaßnahmen im Bereich der Grundschule

Das BIFIE – Department Evaluation, Bildungsforschung & Berichterstattung wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) beauftragt, Reformmaßnahmen im Bereich der Grundschule wissenschaftlich zu begleiten. Ziel des Forschungsprojekts ist es, Erkenntnisse über den Verlauf der Implementierung der Maßnahmen sowie über die Akzeptanz der Neuerungen zu gewinnen und für die Steuerungsebene Handlungsgrundlagen für allenfalls erforderliche Adaptierungen bzw. Unterstützungsmaßnahmen bereitzustellen.

Ausgangslage und Projekthintergrund

Am 1. September 2016 trat das Schulrechtsänderungsgesetz (BGBl I Nr. 56/2016) in Kraft, mit dem für die Grundschule wesentliche Bereiche des Schulorganisationsgesetzes, des Schulunterrichtsgesetzes und des Schulpflichtgesetzes geändert bzw. neu geregelt wurden. Damit startete die Umsetzung der sog. „Grundschulreform“, welche u. a. Veränderungen in Bezug auf die Leistungsbeurteilung bzw. -information, die Aufnahme in die Volksschule zu Beginn der Schulpflicht oder den Wechsel von Schulstufen mit sich brachte. In weiterer Folge wurden mit dem Bildungsreformgesetz 2017 – auch für die Grundschule – Steuerungsmechanismen wesentlich verändert und im Dezember 2018 erfolgte der Beschluss des „Pädagogik-Pakets“ (BGBl. I Nr. 101/2018), das für die Grundschule weitere wichtige Veränderungen vor allem im Bereich der Leistungsbeurteilung vorsieht.

Zielsetzung der wissenschaftlichen Begleitung

Ziel und Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Implementierung von Neuerungen im Bereich der Grundschule zu beobachten und zu analysieren und daraus im Sinne einer formativen Evaluation Prozess- und Steuerungswissen zu generieren. Vor allem sollen Erkenntnisse über die Umsetzung und die Akzeptanz der Maßnahmen und über ggf. erforderliche Adaptierungen bzw. Unterstützungsmaßnahmen gewonnen und an die Steuerungsebene rückgemeldet werden. Zudem sollen die Forschungsergebnisse die Vorbereitung der flächendeckenden Implementierung zukünftiger Maßnahmen unterstützen. Das Forschungsprojekt startete im Schuljahr 2016/17 und ist bis Ende 2019 anberaumt.

In den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 war die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Begleitung auf die Umsetzung von Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Schulrechtsänderungsgesetz 2016 bzw. der „Grundschulreform“ gerichtet. In dieser ersten Phase waren der Informationstransfer Kindergarten – Schule, die Gestaltung der Schülereinschreibung, die Umsetzung der Leistungsinformation bzw. der Leistungsbeurteilung, das Unterrichten in Mehrstufenklassen, die Umsetzung von Individualisierungs- und Differenzierungsmaßnahmen sowie die Qualifizierung des pädagogischen Personals zentrale Themenfelder des Forschungsprojekts.

Im Schuljahr 2018/19 liegt der Fokus vornehmlich auf dem Themenfeld Leistungsbeurteilung, wobei – im Hinblick auf die zukünftige Umsetzung der Maßnahmen des Pädagogik-Pakets – spezielles Augenmerk auf die Bewertungsgespräche bzw. die Kommunikation zwischen Erziehungsberechtigten und Schule gelegt wird. Weitere Themenfelder der Begleitforschung im Schuljahr 2018/19 sind die Qualifizierung bzw. die Fortbildung des pädagogischen Personals in der Grundschule sowie der Einsatz und die Nutzung des Sprachstandsdiagnoseinstruments USB PluS (Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung, Profilanalysen und Sprachbildung).

Methodische Umsetzung & Berichtlegung

Die Datengewinnung erfolgt auf Basis einer Triangulation quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden (Fragebogenerhebungen, Interviews, Dokumentenanalysen). Im Verlauf des Forschungsprojekts wurden bzw. werden folgende Beteiligtengruppen befragt.

  • Leitungspersonen an Grundschulen und Kindergärten
  • Lehrer/innen an Grundschulen
  • Erziehungsberechtigte von Kindern, die die Grundschule besuchen
  • Schul- und Kindergartenaufsicht

Die (Zwischen-)Ergebnisse der Begleitforschung werden in regelmäßigen Abständen an das BMBWF als Auftraggeber berichtet.

Weiterführende Informationen