TALIS-Lehrerbefragung

Im Zuge einer faktenbasierten Bildungspolitik befragt die OECD in der Studie TALIS (Teaching and Learning International Survey) auch die Lehrer/innen. Dabei werden aber nicht die Leistungen oder Kompetenzen der Pädagoginnen und Pädagogen getestet, sondern Arbeitsbedingungen, Unterrichtsmethoden, Einstellungen und Schulressourcen erhoben. Österreich beteiligte sich 2008 an dieser Studie.

Ziele der Studie

TALIS (Teaching and Learning International Survey) ist eine internationale Studie über die Arbeitsbedingungen und das Lernumfeld von Lehrerinnen und Lehrern. Sie ist die erste Studie dieser Art und wird von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt. Das Ziel von TALIS ist die Bereitstellung von relevanten internationalen Indikatoren und Analysen über Lehrer/innen und die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Dabei steht die Perspektive der Lehrer/innen selbst im Mittelpunkt. Die Ergebnisse von TALIS sollen es den teilnehmenden Ländern ermöglichen, ihre Bildungspolitik in Bezug auf ein effektives Schulumfeld zu überprüfen und zu gestalten. Die in der TALIS-Studie präsentierten Daten wurden mittels Fragebögen erhoben und beruhen somit auf den Aussagen der Lehrer/innen und Schulleiter/innen.

Organisation des Projekts

International

Das OECD-Sekretariat (Directorate for Education) in Paris trägt die Managementverantwortung für die TALIS-Studie. Die wichtigen Entscheidungen werden im TALIS-BPC (Board of Participating Countries) getroffen, in dem alle teilnehmenden Länder vertreten sind. Das BPC legt die inhaltlichen Prioritäten der TALIS-Fragebögen sowie die Zielgruppe der Untersuchung fest und überwacht den gesamten Umsetzungsprozess. Österreich wurde im BPC durch einen Vertreter des BMUKK repräsentiert. Mit der wissenschaftlichen Koordination und der praktischen Planung und Umsetzung der Studie wurde von der OECD das DPC in Hamburg (Data Processing Center der IEA) beauftragt. Dieses wird im Bereich der Übersetzungsverifikation vom IEA-Sekretariat in Amsterdam unterstützt.

National

In Österreich wurde die nationale Arbeit an der TALIS-Studie – wie in den meisten anderen Teilnehmerstaaten – vom Unterrichtsministerium in Auftrag gegeben. BM Claudia Schmied hat 2007 den Auftrag für die Beteiligung Österreichs erteilt. Mit der wissenschaftlichen Planung und der praktischen Umsetzung des Feldtests im Jahr 2007 wurde von BM Schmied das Projektzentrum für Vergleichende Bildungsforschung (ZVB) an der Universität Salzburg beauftragt. Mit dem Jahr 2008 ging das ZVB und damit auch die TALIS-Studie in das neu gegründete Bundesinstitut BIFIE über. Seit Beginn des Jahres 2008 zeichnete das BIFIE für die nationale Umsetzung der TALIS-Studie verantwortlich.

Zielgruppe der Befragung

Die 24 an TALIS 2008 teilnehmenden Länder haben entschieden, in dieser ersten Erhebungsrunde den Fokus auf Schulen auf ISCED-Level 2 zu richten (ISCED = „International Standard Classification of Education“). In Österreich entspricht der ISCED-Level 2 der Sekundarstufe I (Schulstufen 5 bis 8). Drei Arten von Schulen gehören nach dieser Klassifikation in Österreich zu ISCED-Level 2:

1) die Hauptschule (HS)

2) die Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schule (AHS-Unterstufe)

3) einige weitere Schulen mit eigenem Statut (z. B. Waldorfschulen und Realschulen, an denen Schüler/innen auf den Schulstufen 5–8 unterrichtet werden)

Sicherstellung der Qualität

Um die Einhaltung der TALIS-Standards zu gewährleisten und die Vergleichbarkeit der Daten zwischen den teilnehmenden Ländern sicherzustellen, wurden umfassende Maßnahmen zur Qualitätssicherung getroffen. Dazu zählen Prozeduren im Bereich der Stichprobenziehung, Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Übersetzung der Fragebögen, Kontrolle der Abläufe bei der Durchführung der Studie, Richtlinien für Teilnahmequoten sowie Qualitätssicherung bei der Datenverarbeitung.