Standard­überprüfung Deutsch, 4. Schulstufe (2015)

Standardüberprüfung Deutsch, 4. Schulstufe (2015)

Nachdem die flächendeckende Überprüfung der Bildungsstandards auf der 4. Schulstufe im Schuljahr 2012/13 mit Mathematik begonnen hatte, folgte im Jahr 2015 die Überprüfung in Deutsch.

Wann und wo wurden die Ergebnisse veröffentlicht?

Die öffentlich zugänglichen Berichte der Standardüberprüfung Deutsch/Lesen/Schreiben auf der 4. Schulstufe wurden am 31. März 2016 auf der BIFIE-Website veröffentlicht.

Ab diesem Zeitpunkt konnten auch die Ergebnisse für Schulaufsicht, Schulleitung, Lehrer/innen und Schüler/innen mit den entsprechenden Zugangscodes auf der Online-Plattform abgerufen werden.

Was wurde in Deutsch wie überprüft?

Den Bildungsstandards für Deutsch liegt ein Kompetenzmodell zugrunde, das die Kompetenzen in Deutsch strukturiert:

D4-Kompetenzmodell

D4-Kompetenzmodell

Wesentliche Funktion des Deutschunterrichts in der Grundschule ist die Förderung der sprachlichen Entwicklung des Kindes. Lerninhalte sind daher nicht separat, sondern in Beziehung zueinander zu verstehen und wurden dementsprechend durch die Kompetenzbereiche in Deutsch/Lesen/Schreiben auf der 4. Schulstufe abgebildet.

Die Überprüfung der Bildungsstandards in Deutsch fand in folgenden Kompetenzbereichen statt:

  • Hören
  • Lesen – Umgang mit Texten und Medien
  • Verfassen von Texten
  • Rechtschreiben
  • Einsicht in Sprache durch Sprachbetrachtung
  • Sprechen und Miteinander-reden

Aufgrund der hohen zeitlichen und personellen Anforderungen fand die Überprüfung der Kompetenzen Sprechen und Miteinander-reden anhand einer Stichprobe (ca. 130 Schulen) statt.

Um die Schüler/innen dieser Altersstufe nicht zu überfordern, wurde die Überprüfung der fünf Kompetenzbereiche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Als reine Testzeit (ohne Pausen) war für die 4. Schulstufe eine Dauer von maximal 80 Minuten pro Testtag vorgesehen. Damit wurde die Testzeit je Schüler/in so kurz wie möglich gehalten und gleichzeitig sichergestellt, dass ausreichend Informationen von jeder Schülerin und jedem Schüler vorlagen, um zuverlässige und informative Rückmeldungen über die Ergebnisse an alle Zielgruppen (Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitungen) geben zu können.

Antwortformate

Die Überprüfung fand schriftlich statt. Dabei wurden Testitems mit folgenden Antwortformaten eingesetzt:

Offenes Antwortformat

Beim offenen Antwortformat generierten die Schüler/innen ihre Antwort selbst. Diese Items überließen es vollständig der Schülerin/dem Schüler, wie sie/er die Aufgabenstellung löste. Die Aufgabenlösung konnte verbal frei gestaltet werden. Die Schüler/innen begründeten z. B. ihre eigene Meinung.

Halboffenes Antwortformat

Auch halboffene Items überließen die Antwortformulierung der Schülerin/dem Schüler. Die Aufgabe war jedoch im Unterschied zum offenen Item so präzise gestellt, dass die Antwort mit geringem Aufwand als richtig oder falsch bewertet werden konnte. Solche Items verlangten von den Schülerinnen und Schülern kurze Antworten, wie z. B. ein Wort oder eine Phrase.

Geschlossenes Antwortformat

Beim geschlossenen Antwortformat standen den Schülerinnen und Schülern zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten als Auswahl zur Verfügung. Die Antworten wurden eingescannt und elektronisch weiterverarbeitet.

  • Multiple-Choice-Items (zum Ankreuzen): Die Schülerin/der Schüler musste aus mehreren zur Wahl gestellten Antwortmöglichkeiten diejenige auswählen, die sie/er für richtig hielt. In der Standardüberprüfung wurden ausschließlich Multiple-Choice-Items im Format 1 aus 4 eingesetzt, es war also jeweils nur eine von vier Antworten auszuwählen.
  • Richtig-falsch-Items (zum Ankreuzen) bestanden aus mehreren Aussagen mit jeweils zwei Antwortalternativen („richtig“ oder „falsch“/“ja“ oder „nein“), von denen immer eine zutraf. Um die Ratewahrscheinlichkeit zu minimieren, wurden solche Items nur blockweise vorgelegt.
  • Umordnungs-Items: Bei Umordnungs-Items hatte die Schülerin/der Schüler vorgegebene Elemente so umzuordnen, dass sich eine richtige und/oder sinnvolle Abfolge ergab.
  • Zuordnungs-Items: Hier war eine korrekte Zuordnung der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zur Aufgabe durch Kennzeichnung mit Buchstaben vorzunehmen.

Beispielitems und Hinweise zur Beantwortung aller in der Standardüberprüfung eingesetzten Antwortformate sind im Materialienbereich verfügbar.

Wer nahm an der Überprüfung in Deutsch teil?

Grundsätzlich waren alle Schüler/innen der 4. Schulstufe an Volksschulen verpflichtet, an der Überprüfung teilzunehmen. Ausgenommen davon wurden in einer Novelle der Bildungsstandard-Verordnung außerordentliche Schüler/innen sowie Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Testfach Deutsch in der 4. Schulstufe nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden. Ebenso galt diese Ausnahme für Schüler/innen mit Körper- und Sinnesbeeinträchtigung, die bei der Standardüberprüfung die Testitems mit den allenfalls im Unterricht zur Verfügung stehenden Unterrichts- oder Hilfsmitteln unter den vorgegebenen Testbedingungen voraussichtlich nicht hätten lösen können.

Wie wurde die Vertraulichkeit der Schüler/innen gewahrt?

Das BIFIE arbeitete ausschließlich mit Schüler-IDs, die von der Schule vergeben wurden. Diese Schüler-IDs waren Nummerncodes, die vom BIFIE nur Schulen und Klassen, nicht aber einzelnen Schülerinnen oder Schülern zugeordnet werden konnten. Das BIFIE war zu keinem Zeitpunkt im Besitz von Schülernamen oder der Zuordnung der IDs zu einzelnen Schüler/innen.

Wer führte die Überprüfung in der Klasse durch?

Bei der Überprüfung sollten alle Schüler/innen die gleichen Rahmenbedingungen vorfinden, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Aus diesem Grund war der Testablauf standardisiert. Das heißt, dass der Ablauf der Tests, die Instruktionen und die Testzeiten vorgegeben und die Tests von eigens vom BIFIE geschulten Personen – sogenannten Testleiterinnen und Testleitern – administriert wurden. Das BIFIE unterschied dabei zwischen „interner“ und „externer“ Testleitung. In 93 % der Klassen wurde die Überprüfung von Lehrerinnen und Lehrern der eigenen Schule administriert („interne Testleitung“). In einer Stichprobe von etwa 7 % der Klassen führten hingegen schulexterne Personen die Überprüfungen in den Klassen durch („externe Testleitung“).

Wann fand die Standardüberprüfung statt?

Die Standardüberprüfung wurde an folgenden Terminen durchgeführt:

  • regulärer Testtermin: 6. und 7. Mai 2015
  • Ersatztermin: 12. und 13. Mai 2015
  • Testzeitraum für den Kompetenzbereich Sprechen und Miteinander-reden: 18. Mai bis 12. Juni 2015

Wie lief die Testung in der Klasse ab?

Die Standardüberprüfung begann am Testtag in der Regel mit dem Beginn des Vormittagsunterrichts und dauerte (einschließlich Instruktionen, Erklärungen und Pausen) maximal drei Schulstunden.

D4-Testablauf

D4-Testablauf

Am Ende des ersten Testtags bearbeiteten die Schüler/innen einen kurzen Kontextfragebogen. Er sollte Auskunft über das Vorhandensein und das Ausmaß jener Faktoren geben, die zur Erklärung des Kompetenzerwerbs beitragen können. Sowohl das Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF, nunmehr BMB) als auch die Schulpartner wurden über den Inhalt des Fragebogens vom BIFIE informiert.

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