PISA 2003

Bei PISA 2003 stand die Mathematikkompetenz im Mittelpunkt. Etwas mehr als die Hälfte aller Aufgaben stammten aus diesem Bereich, die restlichen Aufgaben verteilten sich auf die Kompetenzen in Lesen, Naturwissenschaft und der bei PISA 2003 erstmals erfassten fächerübergreifenden Problemlösekompetenz der Jugendlichen. Österreich lag in Mathematik mit 506 Punkten im Bereich des OECD-Schnitts (500 Punkte).

PISA 2003 stellte die zweite Erhebung im ersten neunjährigen PISA-Zyklus dar. Der Schwerpunkt lag auf der Mathematikkompetenz (PISA 2000: Lesen; PISA 2006: Naturwissenschaft). Neben den drei Kernbereichen wurde bei PISA 2003 auch die fächerübergreifende Problemlösekompetenz der Jugendlichen erhoben.

Weltweit absolvierten im Jahr 2003 rund 275.000 Schüler/innen in 41 Ländern (30 OECD- plus 11 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4597 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1987 in einer repräsentativen Stichprobe aus etwa 200 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt wurden die Daten der Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen. Die Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden dabei zu wichtigen Themen rund um Schule und Lernen befragt, wie z. B. zu Merkmalen der Schüler/innen (Charakteristiken, familiärer Hintergrund) und der Schule (Struktur und Organisation der Schule, Ressourcen, Rechenschafts- und Aufnahmepraktiken), zum Unterricht sowie zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die nationalen Zusatzbefragungen über Lesegewohnheiten der Jugendlichen, Nutzung von Informationstechnologien, Befindlichkeit und Schulerfolg der Schüler/innen, Schul- und Unterrichtsqualität sowie Belastung/Stress in der Schule wurden überwiegend aus PISA 2000 im Längsschnitt fortgeführt.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die 15-/16- jährigen Schüler/innen in Österreich erzielen im Schnitt 506 Punkte, das heißt, sie liegen im Bereich des OECD-Mittels (500 Punkte) und knapp vor Deutschland (503). Innerhalb der 29 OECD-Staaten liegt Österreich auf Platz 15 (das entspricht den geteilten Rängen 13–18). Die Größe der Spitzengruppe umfasst in Österreich 15 %. Die Risikogruppe ist mit 19 % relativ groß. In 12 Ländern, darunter Österreich, unterschieden sich Mädchen und Burschen in ihren Mathematikleistungen nicht signifikant.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Österreichs 15-/16-Jährige erzielen im Lesetest durchschnittlich 491 Punkte und liegen damit im Bereich des OECD-Schnitts von 494. Innerhalb der 29 OECD-Staaten erreicht Österreich Platz 19 bzw. die geteilten Ränge 12–21. Zur Lese-Spitzengruppe zählen in Österreich 8 %, die Risikogruppe macht 20 % der Schüler/innen aus. Die Differenz zwischen den Leseleistungen der Mädchen und Burschen beträgt 22 Punkte zugunsten der Mädchen.

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die 15-/16-jährigen Schüler/innen in Österreich erzielen durchschnittlich 491 Punkte. Der Mittelwert liegt damit signifikant unterhalb des OECD-Schnitts von 500. Unter 29 OECD-Staaten bedeutet dies Platz 20 (geteilte Ränge 16–23). Die Naturwissenschaftsleistungen der Mädchen und Burschen unterscheiden sich in Österreich nicht signifikant.

Kompetenzen der österreichischen Schüler/innen im Bereich Problemlösen

Die Ergebnisse bei der fächerübergreifenden Problemlösekompetenz sind denen in Mathematik sehr ähnlich. Österreichs Schüler/innen liegen mit 506 Punkten im Bereich des OECD-Schnitts und unter den OECD-Staaten auf Platz 15 (geteilte Ränge 13–17).

Mädchen und Burschen unterscheiden sich in Österreich beim Problemlösen nicht signifikant.

Familiäre Faktoren

Die Leseleistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil vom Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser.

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