PISA 2009: Fragebögen

Datum: 
Mittwoch, 29. Dezember 2010
Projekt:Internationale Studien>PISA>PISA 2009
Zielgruppe:Eltern
Zielgruppe:Journalist/in
Zielgruppe:Lehrer/in
Zielgruppe:Schulaufsicht
Zielgruppe:Schüler/in
Zielgruppe:Schulleiter/in
Zielgruppe:Wissenschafter/in
Dokumenttyp:Fragebögen & Musterdokumente
Beschreibung: 

Neben den Leistungsdaten werden zur Erhebung des Ist-Standes und zur Beobachtung der Veränderung über die Zeit auf Schul- und Schülerebene zusätzlich noch Kontextinformationen erhoben. Diese liefern eine detaillierte Grundlage für eine schulpolitisch orientierte Ergebnisanalyse und können zur Klärung von bestimmten Ergebnissen (z. B. welche Rolle das Geschlecht bei den verschiedenen Leistungen spielt) herangezogen werden.
Um solche wichtigen Hintergrunddaten zu erhalten, wird im Anschluss an den Test eine rund 45-minütige Befragung der Schüler/innen durchgeführt. Darüber hinaus werden wichtige Merkmale der Schule, der Schul- und Unterrichtsorganisation, die einen Einfluss auf die Leistungen der Schüler/innen haben können, in einem Fragebogen für Schulleiter/innen erhoben.
Die Befragung ist dabei in zwei Teile gegliedert:

Internationaler Teil

Dieser enthält zentrale Kontextmerkmale, die in allen Teilnehmerländern erhoben werden. Die internationalen Fragebögen werden von einer internationalen Expertengruppe entwickelt und von den politischen Vertretern alle Teilnehmerländer begutachtet (politischer Vertreter für Österreich ist Dr. Mark Német, BMUKK). Die Inhalte der internationalen Fragebögen sind in allen Erhebungsjahren etwa gleich. Hier ändern sich im Wesentlichen nur die speziellen Fragen zum jeweiligen Domänenschwerpunkt (Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaft). Da Lesen bei PISA 2009 zum zweiten Mal Schwerpunkt ist, sind das größtenteils Längsschnittfragen, die schon bei PISA 2000 zum Einsatz gekommen sind.
Wichtige Themen der internationalen Schülerbefragung sind:

  • demografische Daten (z. B. Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund),
  • sozioökonomischer Hintergrund (z. B. Beruf und Schulbildung der Eltern),
  • vorhandene und nutzbare Lernressourcen in der Schule und im Elternhaus,
  • die Einstellungen der Schüler/innen zum Hauptkompetenzbereich (2009: Lesen),
  • einige Fragen zum Unterricht aus der Sicht der Schüler/innen,
  • Computernutzung und Umgang mit elektronischen Medien sowie
  • die Schullaufbahn der Schüler/innen.

Der internationale Schülerfragebogen wird von allen Schülerinnen und Schülern bearbeitet.

Im internationalen Schulfragebogen werden u. a. folgende Informationen erhoben:

  • Basisdaten zur Schule (Schultyp, Schulgröße, Klassenzahl, Lehrerzahl etc.),
  • Informationen über Schulressourcen und Lernumgebung,
  • Kontext von Unterricht und Erziehung und
  • Maßnahmen der Qualitätsentwicklung.

Nationaler Teil

Sowohl der Schul- als auch der Schülerfragebogen sind durch nationale Zusatzerhebungen angereichert. Dabei werden in jedem Zyklus schwerpunktmäßig relevante Informationen erhoben. Manche dieser Bereiche werden dabei in Form von Trendindikatoren in allen Untersuchungszyklen durchgeführt, wie z. B.

  • die Lesegewohnheiten der Jugendlichen (Margit Böck, seit PISA 2000),
  • die Nutzung von Informationstechnologien innerhalb und außerhalb der Schule (Claudia Schreiner, seit PISA 2000),
  • die Befindlichkeit und der Schulerfolg der Schüler/innen am Übergang zur Sekundarstufe II (Ferdinand Eder, seit PISA 2000),
  • die an den Schulen durchgeführten Qualitätsentwicklungsmaßnahmen (Günter Haider, seit PISA 2000) sowie
  • Belastung/Stress in der Schule (Silvia Bergmüller, seit PISA 2003).

Für PISA 2009 beauftragte das BMUKK ein universitäres Konsortium unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Eder/Universität Salzburg mit der Erstellung der nationalen Zusatzerhebungen auf Schul- und Schülerebene. Neu bei PISA 2009 sind dabei die folgende Themenbereiche der Schülerbefragung:

  • Unterricht im Fach Deutsch (Annemarie Saxalber-Tetter & Werner Wintersteiner, Universität Klagenfurt)
  • Gewalt in der Schule (Christiane Spiel, Dagmar Strohmeier & Alfred Schabmann; Universität Wien)
  • Geschlechterrollen und Freizeitgestaltung (Johann Bacher, Herbert Altrichter, Universität Linz; Angelika Paseka, PH Wien)
  • Sozialkapital (Ferdinand Eder, Universität Salzburg)
  • Kulturelle Aktivitäten (Michael Wimmer & Anke Schad)

Die Themen der Schülerbefragung wurden auf vier Fragebogenformen aufgeteilt, die jeweils von einem Viertel aller Schüler/innen beantwortet werden. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung aller vier Fragebogenformen:

Für die Bewertung der Ergebnisse in den Leistungstests sind die auf nationaler Ebene zusammengefassten Daten aller Schülerinnen und Schüler sehr wichtig, etwa um feststellen zu können, wieweit der Zusammenhang von Bildung und Wohlstand der Eltern sich auf die Schülerleistungen auswirkt oder wie die Motivation der Jugendlichen mit der Leistung zusammenhängt und sich entwickelt.
Die nationalen Zusatzerhebungen auf Schulebene sind besonders wichtig, um das österreichische Schulsystem besser charakterisieren zu können und die Effektivität des Systems in Verbindung mit den Schülerleistungen darstellen zu können.

Im nationalen Schulleiter-Fragebogen werden die seit PISA 2000 erfassten Themen im Bereich der Schulentwicklung weiter geführt (insbesondere: Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung, Nutzung von Informationstechnologien, Veränderung der Systemsteuerung im Bildungswesen), domänenspezifische Erhebungen hinzugefügt (Rahmenbedingungen der Leseförderung) sowie aktuelle schulpolitische Themen angesprochen (Individualisierung und Differenzierung; Schüler/innen mit Migrationshintergrund). Für die nationalen Zusatzerhebungen auf Schulebene bei PISA 2009 sind primär Johannes Mayr (Universität Klagenfurt) und Margit Böck (Universität Salzburg) verantwortlich.