Nationaler Bildungsbericht – Grundlagen

Nationaler Bildungsbericht – Grundlagen

Die regelmäßige nationale Bildungsberichterstattung zählt zu den gesetzlich verankerten Kernaufgaben des BIFIE. Dementsprechend werden im Nationalen Bildungsbericht Daten, Fakten und Problemstellungen in Bezug auf das Bildungswesen aufbereitet und die Situation der österreichischen Schule aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Der Bericht wird von Expertinnen und Experten der österreichischen Bildungsforschungslandschaft verfasst und erscheint seit 2009 im Dreijahresrhythmus. Mit dem Nationalen Bildungsbericht wurde eine umfassende Grundlage für die bildungspolitische Diskussion und Steuerung des Schulwesens in Österreich geschaffen.

Die Konzeption des Nationalen Bildungsberichts ist darauf ausgerichtet, einerseits das auf Daten und Fakten basierende Systemwissen und Systemverständnis zu erweitern und dadurch moderne Bildungspolitik (evidence-based policy) zu unterstützen; andererseits soll gegenüber der Öffentlichkeit und dem Gesetzgeber als Basis bildungspolitischer Reformpläne Rechenschaft hinsichtlich des Zustands und der Probleme des Schulwesens gegeben werden.

Der Nationale Bildungsbericht soll somit als empirische und wissenschaftliche Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen dienen – sowohl bei politischen als auch bei steuernden Fragestellungen, mit denen Entscheidungsträger/innen konfrontiert werden.

Daraus lässt sich die seit der ersten Ausgabe bestehende parallele Struktur der beiden Bände des NBB ableiten:

  • Band 1 – Das Schulsystem im Spiegel von Daten und Indikatoren – bietet jeweils eine Gesamtschau des statistischen Datenbestands zum Bildungsbereich. Für ein möglichst umfassendes Bildungsmonitoring wird auf mehrere verschiedene Datenquellen zurückgegriffen. Dabei werden Indikatoren und Kennzahlen der jeweils vorangegangenen Ausgaben fortgeschrieben, etwaige Lücken in der Berichterstattung durch neu verfügbare Datenquellen geschlossen oder auch aktuelle Fragestellungen in neu entwickelten Indikatoren abgebildet. Band 1 des Nationalen Bildungsberichts soll jeweils als kommentiertes, standardisiertes Nachschlagewerk dienen – bestehend aus komprimierten Informationen in Form von Zahlen und Grafiken, die in einen systematischen Zusammenhang gesetzt werden.
  • Band 2 – Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen – greift jeweils aktuelle bildungspolitische Fragestellungen auf. Dabei werden Themen anhand verfügbarer Daten und Forschungsergebnisse analysiert und Möglichkeiten für eine qualitätsorientierte Weiterentwicklung des Schul- und Bildungswesens diskutiert. Bei der Themenwahl werden nicht alle relevanten Bereiche umfassend abgebildet, es wird mit dem Blick der Wissenschaft vielmehr auf ausgewählte, relevante Fragestellungen fokussiert. Beiträge aus den jeweils aktuellen Ausgaben des Nationalen Bildungsberichts ergänzen somit die Beiträge früherer Ausgaben. Mit dem Nationalen Bildungsbericht 2018, der den Untertitel „Fokussierte Analysen und Zukunftsperspektiven für das Bildungswesen“ führt, wird erstmals auch der Blick in die Zukunft von Schule und Bildung gerichtet; namhafte Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen skizzieren ihre Visionen zum Bildungssystem Österreichs im Jahr 2040.

Der spezifische Ansatz, den Nationalen Bildungsbericht nicht auf eine empirische Bestandsaufnahme zu beschränken, erlaubt es, ausgehend von der wissenschaftlichen Befundlage auch zu wichtigen Entwicklungsfragen des Schulwesens Stellung zu nehmen und Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Kooperationen mit Expertinnen und Experten der österreichischen Bildungsforschungslandschaft

Seit 2009 entstanden die Ausgaben des Bands 1 des Nationalen Bildungsberichts jeweils unter Einbeziehung des Instituts für Höhere Studien (IHS), die Herausgeberschaft erfolgte 2012, 2015 und 2018 in Kooperation zwischen dem BIFIE und dem IHS. Die Autorinnen und Autoren setzten sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der beiden genannten Institutionen sowie weiteren Expertinnen und Experten der österreichischen Bildungsforschungslandschaft zusammen.

Die Erstellung des Bands 2 erfolgte bei den ersten beiden Ausgaben unter Einbeziehung einer Steuerungsgruppe, die für inhaltliche Entscheidungen und für die Qualitätssicherung verantwortlich war. Mit der Etablierung einer wissenschaftlichen Herausgebergruppe für den Band 2 des Nationalen Bildungsberichts 2015 wurde die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Berichts stärker betont und sichergestellt, dass die Bildungsforschung in Österreich in ihrer Breite angemessen eingebunden ist. Die Mitglieder dieser Gruppe fungierten auch bei der Erstellung des Nationalen Bildungsberichts 2018 als Herausgeber/innen.

Um zu gewährleisten, dass die Beiträge wissenschaftlichen Qualitätskriterien entsprechen, wird jeweils ein mehrstufiges Verfahren der wissenschaftlichen Qualitätssicherung umgesetzt. Dabei werden jeweils zwei Fachexpertinnen/Fachexperten (wobei mindestens eine Person aus dem deutschsprachigen Ausland stammt) beigezogen, die wissenschaftliche Begleitung und abschließende Qualitätskontrolle erfolgt durch die Herausgeber/innen.

Für die organisatorische Koordination und die administrative Abwicklung der Erstellung beider Bände des Nationalen Bildungsberichts ist das BIFIE zuständig.

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