Rückmelde­moderation

Rückmeldemoderation

Schulleiterinnen und Schulleitern bietet sich die Möglichkeit, über die Pädagogischen Hochschulen sogenannte Rückmeldemoderatorinnen und -moderatoren (RMM) anzufordern. Diese beraten Schulen bei der Analyse und Interpretation der Ergebnisse aus den Standardüberprüfungen und unterstützen sie bei der faktenbasierten Aufarbeitung der Ergebnisse. Sie schaffen damit die Grundlage für eine evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung, deren konkrete Ausformulierung und Umsetzung in der Verantwortung der Schulleiter/innen und Lehrer/innen liegt.

Die Rückmeldemoderation ist eine bereits etablierte Begleitmaßnahme im Rahmen der evidenzbasierten Schulentwicklung. Die RMM unterstützen Schulleiter/innen bei der sachlichen Analyse und Interpretation ihrer Ergebnisse aus Standardüberprüfungen. Im Mittelpunkt Ihrer Gespräche steht zunächst das Ziel, die Chancen der Ergebnisrückmeldung für Unterricht und Schule bewusst zu machen sowie mit dem individuellen Schulbericht zu arbeiten. Bestandteile einer Rückmeldemoderation im Gespräch mit der Schulleitung sind beispielsweise:

  • Lesen und Interpretieren der Grafiken und Tabellen
  • Stärken und Schwächen erkennen
  • Reflexion von Wirkmechanismen, die den Ergebnissen zugrunde liegen
  • Handlungsfelder identifizieren
  • Reflexion von Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen
  • Information über bundeslandspezifische Unterstützungsmöglichkeiten (z. B. Fortbildungsangebote)

Rückmeldemoderatorinnen und -moderatoren helfen den Schulen dabei, Qualitätsentwicklungspotenziale zu erkennen, die aus der Rückmeldung zu den Standardüberprüfungen resultieren. Die praktische Begleitung nachfolgender Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse fällt hingegen nicht in ihren Verantwortungsbereich; sie ist Aufgabe ausgebildeter Schul- und Unterrichtsentwicklungsberater/innen.

Rückmeldemoderatorinnen und -moderatoren können von den Schulen über die in der nachstehenden Tabelle angeführten Kontaktdaten angefordert werden:

Bundesland Kontaktperson E-Mail
Burgenland HOL Elisabeth Stipsits, MEd MA

Prof. Mag. Tanja Bayer-Felzmann

elisabeth.stipsits@ph-burgenland.at

tanja.bayer-felzmann@ph-burgenland.at

Kärnten Elisabeth Frumlacher, BEd. MA elisabeth.frumlacher@ph-kaernten.ac.at
Niederösterreich Mag. Elisabeth Mürwald-Scheifinger elisabeth.muerwald@ph-noe.ac.at
Oberösterreich Sabine Dinges, MA

Maximilian Egger, MA

sabine.dinges@ph-ooe.at

maximilian.egger@ph-ooe.at

Salzburg Prof. Mag. Elisabeth Fuchs

Heidrun Ziegler, BEd

elisabeth.fuchs@phsalzburg.at

heidrun.ziegler@phsalzburg.at

Steiermark Dipl.-Päd. Karin Zotter, BEd

MMag. Wolfgang Johann Schöffmann

karin.zotter@phst.at

wolfgang.schoeffmann@phst.at

Tirol Mag. Michaela Tursky-Philadelphy

Mag. OStR Prof. Heinrich Juen

michaela.tursky@ph-tirol.ac.at

heiner.juen@ph-tirol.ac.at

Vorarlberg Mag. Claudia Böhler-Wüstner

Dipl.-Päd. Natascha Moosbrugger

claudia.boehler-wuestner@ph-vorarlberg.ac.at

natascha.moosbrugger@ph-vorarlberg.ac.at

Wien Mag. Andrea Kallinger-Aufner andrea.kallinger@phwien.ac.at

Rückmeldemoderatorinnen und -moderatoren sind in Bezug auf sämtliche Inhalte aus der Ergebnisrückmeldung und dem Einzelgespräch zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Weiterführende Informationen




Zitat: Konzept der Bildungsstandardüberprüfung




Häufig gestellte Fragen zur Überprüfung der Bildungs­standards

Häufig gestellte Fragen zur Überprüfung der Bildungsstandards

Was sind Bildungsstandards?

Bildungsstandards sind konkret formulierte Lernergebnisse, die sich aus den Lehrplänen ableiten lassen. Sie legen jene Kompetenzen fest, die Schüler/innen bis zum Ende der 4. Schulstufe in Deutsch und Mathematik sowie bis zum Ende der 8. Schulstufe in Deutsch, Mathematik und Englisch nachhaltig erworben haben sollen.

Bildungsstandards beschreiben die erwünschten Lernstände der Schüler/innen an zentralen Schnittstellen des Schulsystems und machen Bildungsziele für Lernende und Lehrende transparent und vergleichbar. Sie geben Lehrerinnen und Lehrern Orientierung darüber, was Schüler/innen zu bestimmten Zeitpunkten ihrer Schullaufbahn können sollen und konkretisieren damit die Zielsetzungen des Lehrplans.

Was sind Standardüberprüfungen und worin liegt der Unterschied zwischen der Informellen Kompetenzmessung (IKM) und der Überprüfung der Bildungsstandards?

Bildungsstandards beschreiben die erwünschten Lernergebnisse so konkret und detailliert, dass sie mithilfe von Testitems überprüft werden können. Die gesetzlich verpflichtenden Standardüberprüfungen haben die Aufgabe, die insgesamt erreichten Leistungen der Schüler/innen im Bereich der grundlegenden Kompetenzen bestimmter Pflichtgegenstände objektiv festzustellen und diese mit den angestrebten Zielen zu vergleichen. Die Ergebnisse der Überprüfungen dienen der Steuerung, Planung und Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich.

Die Diagnoseinstrumente zur Informellen Kompetenzmessung (IKM) wurden vom BIFIE entwickelt, um Lehrkräfte bei der individuellen Förderung der Schüler/innen zu unterstützen. Sie umfassen Aufgabensammlungen, die es Lehrerinnen und Lehrern ermöglichen, den bereits erworbenen Stand ihrer Schüler/innen differenziert nach Kompetenzbereichen festzustellen und so den eigenen Unterricht zu evaluieren. Im Gegensatz zur Standardüberprüfung erhält die Lehrerin/der Lehrer auf konkrete Schüler/innen rückführbare Ergebnisse.

Welche Schüler/innen werden bei der Standardüberprüfung getestet?

Im Rahmen der Standardüberprüfung getestet werden

  • alle Schüler/innen der 4. bzw. 8. Schulstufe
  • an allen öffentlichen und privaten Schulen
  • mit gesetzlich geregelten Schulartbezeichnungen (Volksschule, Volksschuloberstufe, Hauptschule, Neue Mittelschule, allgemeinbildende höhere Schule) und auf Dauer verliehenem Öffentlichkeitsrecht.

Davon ausgenommen sind

  • außerordentliche Schüler/innen,
  • Schüler/innen, die im Testfach nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden, sowie
  • Schüler/innen mit Körper- oder Sinnesbehinderung, sofern sie selbst mit allenfalls im Unterricht und bei der Standardüberprüfung zur Verfügung stehenden Unterrichts- oder Hilfsmitteln unter den gegebenen Testbedingungen die gestellten Aufgaben nicht lösen können.

Was wird wann überprüft?

Gegenstand der Überprüfungen sind:

  • Mathematik und Deutsch/Lesen/Schreiben auf der 4. Schulstufe
  • Mathematik, Deutsch und Englisch (erste lebende Fremdsprache) auf der 8. Schulstufe

Was sind Kompetenzen?

Im Sinne der österreichischen Verordnung zu den Bildungsstandards (BGBl. II Nr. 1/2009, § 2 Abs. 2) sind Kompetenzen in Anlehnung an Franz E. Weinert definiert als

längerfristig verfügbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, die von Lernenden entwickelt werden und die sie befähigen, Aufgaben in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsbewusst zu lösen und die damit verbundene motivationale, volitionale und soziale Bereitschaft zu zeigen.

Kompetenzen umfassen Wissen und kognitive Fähigkeiten. Inhaltlich leiten sich die in der Verordnung zu den Bildungsstandards definierten Kompetenzen aus dem österreichischen Lehrplan ab.

Wie läuft der Test ab?

Bei der Überprüfung der Bildungsstandards sollen alle teilnehmenden Schüler/innen möglichst die gleichen Rahmenbedingungen vorfinden, um valide Ergebnisse zu erhalten und diese vergleichen zu können. Daher ist es nötig, den Testablauf zu standardisieren, die Instruktionen und Testzeiten genau vorzugeben und die Personen, die die Tests durchführen, angemessen zu schulen.

Die Standardüberprüfung beginnt am Testtag mit dem Beginn des normalen Vormittagsunterrichts und ist in der Regel eintägig. Die Überprüfung der fünf Kompetenzbereiche des Fachs Deutsch auf der 4. Schulstufe findet an zwei aufeinanderfolgenden Testtagen statt, um die Schüler/innen dieser Altersgruppe nicht zu überfordern. Die Testmaterialien werden vor dem Testtag vom BIFIE in einer versiegelten Box an die Schulleitung geschickt.

Zu Beginn der Überprüfung erhalten die Schüler/innen allgemeine Informationen und Instruktionen zur Standardüberprüfung. Die Testsitzung ist je nach Fach in unterschiedlich viele Testphasen gegliedert, in den Testablauf sind entsprechende Erholungsphasen eingeplant. Die reine Testdauer beträgt für die 8. Schulstufe maximal 120 Minuten, für die 4. Schulstufe maximal 80 Minuten pro Testtag. Im Anschluss an die Überprüfung bearbeiten die Schüler/innen einen kurzen Kontextfragebogen.

Wie sehen die Testitems aus?

Im Rahmen der Überprüfungen werden Testitems mit unterschiedlichen Antwortformaten eingesetzt:

Offenes Antwortformat

Beim offenen Antwortformat generieren die Schüler/innen ihre Antwort selbst. Diese Items überlassen es der Schülerin/dem Schüler, wie sie/er die Aufgabenstellung löst. Die Aufgabenlösung kann verbal frei gestaltet werden. Sie begründen z. B. ihre Meinung oder ihren Lösungsweg.

Halboffenes Antwortformat

Auch halboffene Items überlassen die Antwortformulierung der Schülerin/dem Schüler. Die Aufgabe ist jedoch im Unterschied zum offenen Item so präzise gestellt, dass die Antwort mit geringem Aufwand als richtig oder falsch bewertet werden kann. Solche Items verlangen von den Schülerinnen und Schülern kurze Antworten, z. B. eine Zahl oder ein Wort. Eine spezielle Form halboffener Items sind Lückentexte.

Geschlossenes Antwortformat

Beim geschlossenen Antwortformat stehen den Schülerinnen und Schülern zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl. Die Antworten werden eingescannt und elektronisch weiterverarbeitet.

  • Richtig-falsch-Items (zum Ankreuzen) bestehen aus einer Aussage und zwei Antwortalternativen („richtig“ oder „falsch“/„ja“ oder „nein“), von denen eine zutrifft. Um die Ratewahrscheinlichkeit zu minimieren, werden solche Items nur blockweise vorgelegt.
  • Multiple-Choice-Items (zum Ankreuzen): Die Schülerin/der Schüler muss hierbei aus mehreren zur Wahl gestellten Antwortmöglichkeiten diejenige auswählen, die sie/er für richtig hält.
  • Bei Umordnungsitems hat die Schülerin/der Schüler vorgegebene Elemente so umzuordnen, dass sich eine richtige und/oder sinnvolle Abfolge ergibt.
  • Zuordnungsitems erfordern, dass die Schülerin/der Schüler vorgegebenen Begriffen eine entsprechende Beschreibung korrekt zuweist.

Beispielitems für die unterschiedlichen Fächer und Schulstufen finden Sie in unserem Materialienbereich unter Freigegebene Items.

Welche zusätzlichen Informationen werden erhoben?

Die Inhalte des Schülerfragebogens unterscheiden sich je nach Altersstufe.

In der Grundschule umfasst der Schülerfragebogen aktuell die folgenden 16 Themenfelder: Migrationshintergrund, zu Hause gesprochene Sprache, Beruf der Eltern, Freizeitaktivitäten, Bücherangebot zu Hause, Bildungsbiografie des Kindes, Förderunterricht, Übertritt in die Sekundarstufe, Wohlbefinden in der Schule. Im fachbezogenen Teil werden außerdem die Noten, der Zeitaufwand an einem Schultag, das Selbstkonzept im jeweiligen Fach sowie in Deutsch zusätzlich die Einstellung zum Lesen erfasst.

In der Sekundarstufe sind im Schülerfragebogen derzeit neun Themenfelder abgedeckt: demografische Fragen (Geschlecht, Geburtsmonat und -jahr), Familienstruktur, Sozialstatus (Beruf, Beschäftigungsausmaß und abgeschlossene Ausbildung der Eltern), kulturelles Kapital, Migrationshintergrund und Sprachgebrauch, Bildungsbiografie des Kindes und schulisches Lernumfeld. Im fachbezogenen Teil werden Fragen zum Unterricht sowie zur Motivation gestellt.

Die Informationen aus dem Kontextfragebogen fließen einerseits in die Rückmeldungen an die Schüler/innen, Lehrkräfte und Schulleiter/innen ein und dienen andererseits als Grundlage für die Analyse der Ergebnisse im Rahmen der Berichterstattung auf Systemebene.

Im fachbezogenen Teil werden Fragen zum Inhalt und zur Gestaltung des Unterrichts aus Sicht der Schüler/innen gestellt. Diese beziehen sich vorwiegend auf wahrgenommene Formen der Differenzierung und stellen keine Beurteilung der Lehrer/innen durch die Schüler/innen dar.

Wer bekommt wann eine Rückmeldung über die Ergebnisse?

Die Ergebnisse werden den beteiligten Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Schulleitungen sowie den Schulbehörden und dem zuständigen Regierungsmitglied ca. ein Dreivierteljahr nach der Testung rückgemeldet.

Schüler/innen, Lehrer/innen und Schulleiter/innen können durch Eingabe ihres persönlichen Zugangscodes ihre Ergebnisse über das Internet abrufen. Dabei ist die individuelle Ergebnisrückmeldung für die Schüler/innen nur für die jeweilige Schülerin/den jeweiligen Schüler selbst zugänglich, nicht für Lehrer/innen und Schulleiter/innen. Die Anonymität der einzelnen Schüler/innen bleibt dadurch gewährleistet.

Die Schulbehörden und das zuständige Regierungsmitglied erhalten die zusammengefassten Ergebnisse in Form von schriftlichen Berichten, wobei Bundes- und Landesergebnisberichte jeweils auch auf der BIFIE-Website veröffentlicht werden. Es geht dabei um Informationen, die Zusammenhänge zwischen Rahmenbedingungen und Schülerkompetenzen aufzeigen, nicht aber um die Bewertung des Unterrichts einzelner Lehrer/innen auf Schulebene oder um ein Ranking der Schulen.

Weiterführende Informationen zu den Ergebnissen bereits abgeschlossener Standardüberprüfungen finden Sie auf unserer Website unter Abgeschlossene Standardüberprüfungen.

Wie wird die Vertraulichkeit der Schüler/innen gewahrt?

Das BIFIE arbeitet ausschließlich mit Schüler-IDs, die von der Schule vergeben werden. Diese Schüler-IDs sind Nummerncodes, die vom BIFIE nur Schulen und Klassen, nicht aber einzelnen Schülerinnen/Schülern zugeordnet werden können. Das BIFIE ist zu keinem Zeitpunkt im Besitz von Schülernamen oder der Zuordnung der IDs zu einzelnen Schülerinnen oder Schülern.

Die Schüler/innen erhalten bei der Testsitzung einen Code, mit dem es ihnen später möglich ist, ihre Ergebnisse im Internet abzurufen. Diesen Code müssen die Schüler/innen gut aufbewahren, da dem BIFIE aus Gründen des Datenschutzes keine Zuordnung von Daten zu Personen möglich ist und bei Verlust keine Rekonstruktion des Codes erfolgen kann.

Weiterführende Informationen




Ergebnis­rück­meldung

Ergebnisrückmeldung

Die Rückmeldung der Ergebnisse aus den Standardüberprüfungen gibt Auskunft darüber, inwieweit die gemäß Verordnung anzustrebenden Lernziele zum Zeitpunkt der Erhebung tatsächlich erreicht wurden. Ferner soll die Rückmeldung auf Systemebene Informationen zu Rahmenbedingungen bieten, die das Unterrichtsgeschehen wesentlich beeinflussen, und Zusammenhänge zwischen Rahmenbedingungen und den erreichten Kompetenzen aufzeigen.

Die Ergebnisse sollen also einerseits fundierte Grundlagen für die Qualitätsentwicklung an Schulen und andererseits relevante Informationen für Entscheidungsträger/innen auf Systemebene bieten.

Um dies zu gewährleisten, umfassen die Rückmeldungen des BIFIE:

  • Informationen über den Leistungsstand hinsichtlich fachlicher Ansprüche und Kriterien der Bildungsstandards (Verteilung der Schüler/innen auf Kompetenzstufen)
  • Vergleichswerte anderer Referenzgruppen (z. B. Österreich-Mittelwert und „fairer“ Vergleich mit Schulen bzw. Unterrichtsgruppen, die ähnliche Rahmenbedingungen aufweisen, bzw. Vergleich ausgewählter Subgruppen, etwa in Bezug auf Geschlecht und Migrationshintergrund)
  • Informationen zur Streuung der Schülerleistungen
  • Hinweise auf Stärken und Schwächen im relativen Vergleich der Kompetenzbereiche

Die Ergebnisse aus der Standardüberprüfung werden etwa sechs bis neun Monate nach Abschluss der jeweiligen Überprüfung in folgender Form rückgemeldet:

  • Ergebnisrückmeldungen erhalten Schüler/innen, ihre Lehrer/innen sowie die Schulleiter/innen. Sie rufen ihre Ergebnisse auf einer Plattform im Internet ab. Ein persönliches Testergebnis ist nur für die jeweilige Schülerin/den jeweiligen Schüler selbst zugänglich, nicht für die Lehrer/innen oder Schulleiter/innen. Die Anonymität der einzelnen Schüler/innen bleibt dadurch gewährleistet.
  • Die Schulaufsicht erhält eine Übersicht mit ausgewählten Ergebnissen der Schulen ihres Zuständigkeitsbereichs und die Schulberichte („Rückmeldung an die Schulleitung und Schulpartner“).
  • Darüber hinaus erhalten das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) als Auftraggeber und die Bundesländer einen Bundesergebnisbericht und die neun Landesergebnisberichte. Diese Berichte werden auf der Website des BIFIE auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Die nachfolgende Abbildung fasst das skizzierte Rückmeldekonzept grafisch zusammen:

Übersicht der Rückmeldungen

Rückmeldekonzept

Bei Bedarf können Schulen zur Unterstützung bei der Interpretation und qualitätsverbessernden Nutzung der rückgemeldeten Ergebnisse über die Pägagogischen Hochschulen ausgebildete Rückmeldemoderatorinnen und -moderatoren anfordern.

Weiterführende Informationen




Ablauf der Überprüfung

Ablauf der Überprüfung

Standardisierte Rahmenbedingungen

Bei der Überprüfung der Bildungsstandards sollen alle teilnehmenden Schüler/innen möglichst die gleichen Rahmenbedingungen vorfinden, um valide Ergebnisse zu erhalten und diese vergleichen zu können. Daher ist es nötig, den Testablauf zu standardisieren, die Instruktionen und Testzeiten genau vorzugeben und die Personen, die die Tests durchführen, angemessen zu schulen.

Die Standardüberprüfung beginnt am Testtag mit dem Beginn des normalen Vormittagsunterrichts und ist in der Regel eintägig. Die Überprüfung der fünf Kompetenzbereiche des Fachs Deutsch auf der 4. Schulstufe findet an zwei aufeinanderfolgenden Testtagen statt, um die Schüler/innen dieser Altersgruppe nicht zu überfordern. Die Testmaterialien werden vor dem Testtag vom BIFIE in einer versiegelten Box an die Schulleitung geschickt.

Zu Beginn der Überprüfung erhalten die Schüler/innen allgemeine Informationen und Instruktionen zur Standardüberprüfung. Die Testsitzung ist je nach Fach in unterschiedlich viele Testphasen gegliedert, in den Testablauf sind entsprechende Erholungsphasen eingeplant. Die reine Testdauer beträgt für die 8. Schulstufe maximal 120 Minuten, für die 4. Schulstufe maximal 80 Minuten pro Testtag. Im Anschluss an die Überprüfung bearbeiten die Schüler/innen einen kurzen Kontextfragebogen.

Testitems

Im Rahmen der Überprüfungen werden Testitems mit unterschiedlichen Antwortformaten eingesetzt:

  • Beim offenen Antwortformat generieren die Schüler/innen ihre Antwort selbst. Diese Items überlassen es der Schülerin/dem Schüler, wie sie/er die Aufgabenstellung löst. Die Aufgabenlösung kann verbal frei gestaltet werden. Sie begründen z. B. ihre Meinung oder ihren Lösungsweg.
  • Auch halboffene Items überlassen die Antwortformulierung der Schülerin/dem Schüler. Die Aufgabe ist jedoch im Unterschied zum offenen Item so präzise gestellt, dass die Antwort mit geringem Aufwand als richtig oder falsch bewertet werden kann. Solche Items verlangen von den Schülerinnen und Schülern kurze Antworten, z. B. eine Zahl oder ein Wort. Eine spezielle Form halboffener Items sind Lückentexte.
  • Beim geschlossenen Antwortformat stehen den Schülerinnen und Schülern zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl.
    • Richtig-falsch-Items (zum Ankreuzen) bestehen aus einer Aussage und zwei Antwortalternativen („richtig“ oder „falsch“/„ja“ oder „nein“), von denen eine zutrifft. Um die Ratewahrscheinlichkeit zu minimieren, werden solche Items nur blockweise vorgelegt.
    • Multiple-Choice-Items (zum Ankreuzen): Die Schülerin/der Schüler muss hierbei aus mehreren zur Wahl gestellten Antwortmöglichkeiten diejenige auswählen, die sie/er für richtig hält.
    • Bei Umordnungsitems hat die Schülerin/der Schüler vorgegebene Elemente so umzuordnen, dass sich eine richtige und/oder sinnvolle Abfolge ergibt.
    • Zuordnungsitems erfordern, dass die Schülerin/der Schüler vorgegebenen Begriffen eine entsprechende Beschreibung korrekt zuweist.

Beispielitems für die unterschiedlichen Fächer und Schulstufen finden Sie in unserem Materialienbereich unter Freigegebene Items.

Testleitung

Im Regelfall (93 Prozent der zu überprüfenden Klassen) führen Lehrpersonen der eigenen Schule die Standardüberprüfung durch. Die sogenannten internen Testleiter/innen werden von der Schulleitung nach gewissen Vorgaben nominiert und in regionalen Fortbildungsveranstaltungen der Pädagogischen Hochschulen für ihre Tätigkeit geschult. Erfahrene Testleiter/innen können diese Schulung online absolvieren. Schulleitung und interne Testleitung haben für die korrekte Abwicklung der Standardüberprüfung Sorge zu tragen.

Als Qualitätssicherungsmaßnahme wird in sieben Prozent aller Klassen eine externe Testleitung eingesetzt und in drei Prozent der intern getesteten Klassen die Überprüfung durch eine Qualitätsprüferin/einen Qualitätsprüfer beobachtet. Die Schulen und Klassen, an denen eine externe Testleitung oder eine Qualitätsprüfung zum Einsatz kommt, werden vom BIFIE zufällig ausgewählt.

Externe Testleiter/innen sind in der Testadministration geschulte Lehrpersonen, die den Test nicht an der eigenen, sondern an einer anderen Schule durchführen. Qualitätsprüfer/innen sind ebenfalls Lehrpersonen, die die Testleiterschulung absolviert haben. Sie erhalten darüber hinaus ein spezielles Training für die Qualitätsprüfung und besuchen am Tag der Standardüberprüfung im Auftrag des BIFIE eine Schule. Ihre Aufgabe besteht darin, die Abläufe zu beobachten und zu protokollieren und auf die korrekte Einhaltung der vom BIFIE festgelegten standardisierten Abläufe zu achten.

Die Testsitzungen selbst werden an den von Qualitätsprüferinnen oder -prüfern besuchten Schulen von internen Testleiterinnen oder -leitern durchgeführt.

Kontextbefragung

Im Anschluss an den eigentlichen Test bearbeiten die Schüler/innen im Rahmen der Standardüberprüfung einen kurzen Kontextfragebogen. Kontextfragebögen sollen zur Erklärung des Kompetenzerwerbs beitragen, indem schulische und außerschulische Einflussgrößen mit den Schülerleistungen in Verbindung gebracht werden. Damit wird es möglich, objektiv jene Rahmenbedingungen zu beschreiben, unter denen Lehren und Lernen stattfinden.

Zielgruppe der Befragung sind die Schüler/innen selbst, um persönliche Merkmale wie z. B. Geschlecht, Erstsprache etc. zu erfassen, ihre Bildungsbiografie abzubilden, aber auch, um ihre Einstellungen zur Schule und dem fachlichen Lernen oder ihre Erfahrungen im Unterricht zu erheben. Darüber hinaus werden die Schulleiter/innen zu wesentlichen Kontextmerkmalen der Schule und zu Themen im Zusammenhang mit den Bildungsstandards befragt. Auf der 4. Schulstufe kommen Fragebögen für Eltern/Erziehungsberechtigte und Lehrer/innen hinzu.

Die Fragebögen zu den bisherigen Erhebungen finden Sie in unserem Materialienbereich unter Erhebungsmaterialien und Fragebögen.

Prozessschritte zur Qualitätssicherung und -entwicklung

Der eigentlichen Standardüberprüfung sind – von der Itemerstellung bis hin zur Evaluation der Ergebnisse an den Schulen – zahlreiche Prozessschritte vor- und nachgelagert, die wesentlich zu einer qualitätsvollen Durchführung der Überprüfung und zur Einbindung der erzielten Erkenntnisse in nachhaltige Qualitätsentwicklungsmaßnahmen an den Schulstandorten und auf Systemebene beitragen. Diese Prozessschritte werden beispielhaft in der nachfolgenden Abbildung zusammengefasst:

BIST-UE-Ablauf - schematisch

Abbildung: Prozessschritte einer Standardüberprüfung (Large-Scale Assessment mit R, S. 12–13)

Weiterführende Informationen




Überprüfungszyklus

Überprüfungszyklus

Seit dem Schuljahr 2011/12 werden an Österreichs Pflichtschulen regelmäßig flächendeckende Standardüberprüfungen durchgeführt. Dabei werden jährlich die Kompetenzen eines anderen Fachs und wichtige Kontextfaktoren erfasst. Im Mai 2012 wurde der erste Zyklus mit der Überprüfung der Kompetenzen in Mathematik auf der 8. Schulstufe begonnen. Im Jahr 2013 folgten die Überprüfungen in Mathematik auf der 4. Schulstufe und Englisch auf der 8. Schulstufe. Mit der Standardüberprüfung in Deutsch/Lesen/Schreiben im Frühjahr 2015 wurde der erste Zyklus auf der 4. Schulstufe abgeschlossen. Auf der 8. Schulstufe wurde mit der Überprüfung in Deutsch im Frühjahr 2016 auch auf dieser Schulstufe der erste Überprüfungszyklus erfolgreich beendet.

Gemäß Verordnung werden alle Schüler/innen der 4. Schulstufe in den Fächern Mathematik und Deutsch/Lesen/Schreiben und alle Schüler/innen der 8. Schulstufe in den Fächern Mathematik, Englisch (erste lebende Fremdsprache) und Deutsch überprüft.

Ausgenommen sind

  • außerordentliche Schüler/innen,
  • Schüler/innen, die im Testfach nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden, sowie
  • Schüler/innen mit Körper- und Sinnesbehinderung, sofern sie selbst mit allenfalls im Unterricht und bei der Standardüberprüfung zur Verfügung stehenden Unterrichts- und Hilfsmitteln unter den gegebenen Testbedingungen die gestellten Aufgaben nicht lösen können.

Überprüft werden die Schüler/innen an allen öffentlichen sowie an privaten Schulen mit gesetzlich geregelten Schulartbezeichnungen (Volksschule, Volksschuloberstufe, Hauptschule, Neue Mittelschule und allgemeinbildende höhere Schule) und auf Dauer verliehenem Öffentlichkeitsrecht.

Pro Überprüfungsjahr nehmen rund 80.000 Schüler/innen auf der 8. Schulstufe an ca. 1400 Schulen der Sekundarstufe 1 bzw. rund 76.000 Schüler/innen auf der 4. Schulstufe an ca. 3000 Volksschulen an einer Überprüfung teil. Sie alle erhalten eine Rückmeldung über die erreichten Ergebnisse.

Weiterführende Informationen