Formative Evaluation der Initiative SQA – Schulqualität Allgemeinbildung

"SQA – Schulqualität Allgemeinbildung" ist eine Initiative des Bildungsministeriums beruhend auf § 18 Bundes-Schulaufsichtsgesetz und § 56 Schulunterrichtsgesetz. Sie verfolgt das Ziel, durch pädagogische Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in einem koordinierten Zusammenspiel aller Ebenen des Schulsystems zu bestmöglichen Lernbedingungen für Schüler/innen an allgemeinbildenden Schulen beizutragen. Der Fokus der formativen Evaluation ist auf die Umsetzungsprozesse der Initiative, die auf den verschiedenen Ebenen des Schulsystems, in verschiedenen Schularten und durch verschiedene Maßnahmen erfolgen, gerichtet. Ziel ist es, den SQA-Projektverantwortlichen Steuerungswissen für die Weiterentwicklung und Feinsteuerung der Initiative zu liefern. Begleitet wird die Evaluation von einem wissenschaftlichen Beirat.

Ausgangslage/Projekthintergrund

Die Novellierungen des § 18 Bundes-Schulaufsichtsgesetz und § 56 Schulunterrichtsgesetz im Jahr 2012 bilden die gesetzlichen Grundlagen von "SQA – Schulqualität Allgemeinbildung", einer Initiative des Bildungsministeriums zur systematischen Weiterentwicklung der Qualität von Schule und Unterricht. Ziel dieser Initiative ist es, durch pädagogische Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in einem koordinierten Zusammenspiel aller Ebenen des Schulsystems – vom Ministerium über die Schulaufsicht bis hin zur Einzelschule – zu bestmöglichen Lernbedingungen für Schüler/innen an allgemeinbildenden Schulen beizutragen.

Entwicklungspläne auf allen Ebenen sowie Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche (BZG) zwischen den unterschiedlichen Ebenen des Schulsystems stellen die beiden zentralen Strukturelemente der SQA-Rahmenstrategie dar. Die Rahmenstrategie sieht vor, dass Entwicklungspläne auf Schul-, Regional-, Landes- und Bundesebene jährlich mit einer Perspektive von drei Jahren entwickelt werden, wobei Ziele und Maßnahmen für das jeweils folgende Schuljahr basierend auf einer Analyse des Ist-Stands definiert werden. Begleitend werden regelmäßige Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche zwischen den Führungspersonen benachbarter Ebenen geführt, deren Basis der jeweils aktuelle Entwicklungsplan der nachgeordneten Ebene bildet. Bei der Umsetzung stehen verschiedene Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung, die u. a. Fortbildungsangebote, Informationsmaterialien (z. B. durch die eingerichtete Website), externe Berater/innen sowie SQA-Koordinatorinnen und -Koordinatoren auf Schul- und Landesebene umfassen.

SQA wurde seit dem Schuljahr 2012/13 gestaffelt an den allgemeinbildenden Schulen eingeführt und wird seit dem Schuljahr 2014/15 flächendeckend umgesetzt.

Zielsetzung der Evaluation

Das Bildungsministerium beauftragte das BIFIE mit der Erstellung eines umfassenden Evaluationskonzepts zur Initiative SQA sowie der Durchführung der formativen Evaluation (GZ: BMUKK-15004/0014-I/4a/2013). Der Fokus liegt dabei auf den Realisierungsprozessen der Initiative, welche auf verschiedenen Ebenen, in verschiedenen Schularten und durch verschiedene Maßnahmen stattfinden. Ziel der Evaluation ist es, den SQA-Verantwortlichen durch die Evaluationstätigkeiten und -ergebnisse Datengrundlagen für die Weiterentwicklung und Feinsteuerung der Initiative zu liefern. Begleitet wird die Evaluation durch einen Projektbeirat bestehend aus Dir. Norbert Maritzen (Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg) und o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Altrichter (Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz).

Projektstruktur

Angepasst an die Komplexität der Initiative SQA wurde ein entsprechend breit angelegtes Evaluationsdesign entwickelt. Es folgt einem Mixed Methods Design, wobei Implementation, Prozesse und Wirkungen von SQA aus unterschiedlichen Perspektiven über mehrere Jahre hinweg analysiert werden.

Mittels Online-Umfragen werden wiederholt Akteurinnen und Akteure auf verschiedenen Ebenen des Schulwesens (Schulleiter/innen, Schulaufsicht, SQA-Koordinatorinnen und –Koordinatoren) befragt. Thematisiert werden dabei Implementationsprozess und Akzeptanz gegenüber SQA, Entstehung und Umsetzung der Entwicklungspläne, Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche, Unterstützungsangebote sowie Folgeprozesse und Auswirkungen von SQA im jeweiligen Verantwortungsbereich, wobei sich die Schwerpunktsetzung am Fortschritt der Initiative orientiert.

Parallel dazu werden diese quantitativen Befragungen durch ein qualitatives Fallstudienprojekt komplementiert, das – koordiniert durch das BIFIE – in Kooperation mit sieben Pädagogischen Hochschulen durchgeführt wird. In sechs Bundesländern werden insgesamt 24 Standorte aller allgemeinbildenden Schularten drei Jahre lang begleitet und die Akteurinnen und Akteure eines Standorts durch leitfadengestützte Interviews zu ihren Erfahrungen mit SQA in der praktischen Umsetzung befragt. Besonderes Anliegen dieses qualitativen Zugangs ist es, vertiefend einen systematischen Einblick in Abläufe und Prozesse der Umsetzung von SQA an den Schulen zu erhalten und Hinweise auf Auswirkungen im direkten Bereich des Lehrens und Lernens zu gewinnen.

Berichtlegung

Zwischenergebnisse der einzelnen Erhebungen werden zeitnah an das BMB als Auftraggeber rückgemeldet. Im Anschluss an jeden zweijährigen Erhebungszyklus der quantitativen Befragungen wird ein Gesamtbericht, der die Sichtweisen aller Befragtengruppen zu den einzelnen Themenfeldern zusammenfassend darstellt, auf der BIFIE-Website zugänglich gemacht. Die Fallbeschreibungen der Standorte erstrecken sich über alle Erhebungszeitpunkte und werden in einem Herausgeberwerk inklusive einer Cross-Case-Analyse veröffentlicht.