Zur Zeit erfolgt die Aufgabenstellung für die schriftliche Reifeprüfung durch die jeweilige Lehrkraft.
Durch die Einführung der Neuen Reifeprüfung wird die Orientierung an Standards und Kompetenzen gewährleistet und damit Objektivität, Transparenz und Vergleichbarkeit erhöht.
Die Konzept- und Aufgabenentwicklung für die neue Reifeprüfung in Mathematik wird von der Steuergruppe der Universität Klagenfurt unter der Leitung von W. Peschek durchgeführt.
Drei regionale Teams (West, Süd, Ost) arbeiten eng mit den Pilotschulen zusammen. Die Kooperation und Betreuung betreffen Durchführung und Auswertung, Interpretation und Bewertung der Testergebnisse. Die gewonnenen Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung und Optimierung des Projekts ein, um die bestmögliche gesamtösterreichische Durchführung der Neuen Reifeprüfung im Schuljahr 2013/14 vorzubereiten.
Im Schuljahr 2011/12 soll die Neue Reifeprüfung in Mathematik als Schulversuch (Ansuchen im Herbst 2010) in den Pilotschulen durchgeführt werden.
Das Projekt "Standardisierte schriftliche Reifeprüfung aus Mathematik - Sicherung von mathematischen Grundkompetenzen", zu dem (s.u.) bereits der erste Pilottest erfolgt ist, im Überblick:
Das Konzept geht von folgender Voraussetzung aus:
Man kann bei den mathematischen Fähigkeiten und deren Messbarkeit drei Typen von Aufgaben unterscheiden:
| produkt- / zustandsorientiert | prozessorientiert | |
| Typ A | Typ B | Typ C |
|
Grundlegende mathematische Fähigkeiten, die allen Schülerinnen und Schülern langfristig verfügbar sein sollen. |
Speziellere, eventuell auch nur kurzfristig verfügbare mathematische Fähigkeiten, die nicht von allen Schülerinnen und Schülern in gleicher Weise verlangt werden können. | Fähigkeiten, die sich anhand entsprechender Verhaltensweisen und Entwicklungen zeigen, wie etwa (mathematische) Kreativität oder die Fähigkeit zur Reflexion. |
Bei der traditionellen schriftlichen Reifeprüfung werden hauptsächlich nur Fähigkeiten vom Typ B, aber kaum vom Typ A überprüft. Bei der neuen Reifeprüfung können (sinnvoll) nur Fähigkeiten vom Typ A getestet werden. Dadurch entsteht - bezogen auf den Aufgabentyp - eine Veränderung bei der Aufgabenkultur.
Als wesentliches Ziel einer zentral erstellten Reifeprüfung in Mathematik wird daher die Sicherung von mathematischen Grundkompetenzen für alle österreichischen Maturantinnen und Maturanten genannt.
Das im Schulversuch zu erprobende Modell ist daher auf Grundkompetenzen und deren Anwendung fokussiert. Die vier Stunden dauernde Reifeprüfung in Mathematik wird in zwei Abschnitte zu je zwei Stunden geteilt. Im ersten Teil werden 15 bis 25 Items zu Grundkompetenzen (Typ A) zu bearbeiten sein, im zweiten Teil sechs bis acht Aufgaben zur selbständigen Anwendung der Grundkompetenzen in weniger vertrauten Situationen. Auch weitergehende Reflexionen und umfassendere, übergreifende und aufwändigere Bearbeitungen als im ersten Teil sind geplant.
Der erste Pilottest wurde an den Pilotschulen in der Woche vom 1. bis 5. März 2010, in den "Vergleichsschulen" in den beiden Folgewochen durchgeführt. In jeder Klasse wurden zwei Testhefte (A1, B1) ausgegeben; die Arbeiten wurden von den jeweiligen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern anhand der mitgelieferten Korrekturanleitungen korrigiert.Getestet wurde in 6.Klassen, wobei die nachhaltig erworbenen Kompetenzen der 5. Klasse überprüft wurden.
Durch Anklicken des unten stehenden Links können Sie die Aufgabenstellungen, Korrekturanleitungen und auch die Übersicht über die Ergebnisse des ersten Pilottests aufrufen.
Das Interesse an der Standardisierten Reifeprüfung in Mathematik und an der Arbeit zu dem Thema ist erfreulich groß. Unter dem unten stehenden Link "Offene Kommunikation und häufig gestellte Fragen" finden Sie sachlich interessierte Zuschriften und die Überlegungen der Arbeitsgruppe zu dem Thema. Außerdem wird versucht, auf häufig gestellte Fragen Antworten zu geben.
Kontakt: Ingrid Schirmer-Saneff (AHS) Martin Schodl (BHS)