Videomaterialien zum Nationalen Bildungsbericht 2015

Am 27. Juni 2016 veranstaltete das BIFIE ein Symposium zum im Mai 2016 veröffentlichten Nationalen Bildungsbericht 2015. In den Räumlichkeiten der Diplomatischen Akademie Wien präsentierten Herausgeberinnen und Herausgeber sowie Autorinnen und Autoren einem bildungsinteressierten Publikum die im Bericht publizierten Forschungsergebnisse. Die Beiträge des Symposiums können über die nachfolgenden Links einzeln abgerufen werden.

Videos zur Veranstaltung

Kurzbeschreibung: Die BIFIE-Direktorin Claudia Schreiner gibt in diesem Kurzvortrag eine Zusammenfassung des 1. Bands des Nationalen Bildungsberichts 2015. Der Fokus dieser Zusammenschau liegt auf den Bereichen: Bildung der Eltern (welchen Einfluss hat diese auf die schulische Leistung und Laufbahn ihrer Kinder?), Schüler mit Migrationshintergrund, Grundkompetenzen in Mathematik, Chancengleichheit und schulische Nachmittagsbetreuung.

Kurzbeschreibung: Die Volksschule ist die erste und grundlegende Schule für alle Kinder. Grundkompetenzen wie das Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Basis für den erfolgreichen Bildungsgang. Diese Kompetenzen sowie eine Orientierung im Bereich der Allgemeinbildung sollten die Kinder in der Volksschule mitbekommen. Für 10 % der Kinder in der ersten Klasse Volksschule ist das allerdings noch zu früh, denn sie sind noch nicht schulreif. David Wohlhart (KPH Graz) greift dieses und weitere Themen rund um die österreichischen Volksschulen in seinem Kurzvortrag auf.

Kurzbeschreibung: In Österreich herrscht eine Dominanz der summativen Leistungsbewertung. Ergebnisse der Lern- und Wirksamkeitsforschung zeigen aber, dass diese Art der Beurteilung zur Unterstützung des Lernens nicht ausreicht. Es sind bereits während des Lernprozesses lern- und leistungsbezogene Rückmeldungen notwendig. Dieses formative Feedback bildet eine der wirksamsten Unterstützungen des Lernens – Elfriede Schmidinger (LSI i. R.), Leadautorin des Kapitels „Leistungsbeurteilung“ im Bildungsbericht 2015, sieht eine Verankerung des didaktischen Prinzips „Formative Leistungsrückmeldung und Lernförderung“ im Schulunterrichtsgesetz und in den Lehrplänen sowie eine rasche Umsetzung des Vorhabens, in den ersten drei Schulstufen Noten durch Leistungsbeschreibungen zu ersetzen, als sinnvoll.

Kurzbeschreibung: Der Anteil früher Bildungsabbrecher in Österreich hat sich von 10,8 % im Jahr 1997 auf 7,0 % eines Altersjahrgangs im Jahr 2014 reduziert. Allerdings wird das Ausmaß des frühen Bildungsabbruchs oft unterschätzt: 15,5 % der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren sind Bildungsabbrecher, das sind doppelt so viele wie in den international vergleichenden Studien. Der Leadautor dieses Kapitels im Bildungsbericht 2015, Mario Steiner (IHS), meint, dass Bildungsabbrecher nur sehr schwer wieder aus dieser Situation herauskämen, daher benötige es mehr Prävention statt „nur“ Kompensation.

Kurzbeschreibung: In dieser Fragerunde stehen David Wohlhart (KPH Graz), Dr. Elfriede Schmidinger (LSI i. R.) und Dr. Mario Steiner (IHS), die Leadautoren der drei Kapitel Österreichische Volksschule, Bildungsabbruch und Leistungsbeurteilung im Bildungsbericht 2015, dem Publikum zu folgenden Fragen Rede und Antwort: Werden die Konsequenzen der Leistungsbeurteilung (Sitzenbleiben etc.) im NBB berücksichtigt? Wie sehen die Präventionsmaßnahmen gegen den frühen Bildungsabbruch konkret aus? Warum wird im Bildungsbericht die Unterrichtsqualität nicht berücksichtigt? Wie die Antworten aussehen, das erfahren Sie im Beitrag.

Kurzbeschreibung: Österreich hat 6000 Schulleiter/innen, das sind so viele wie in ganz Italien. Brauchen wir für jede Schule einen eigenen Schulleiter? Oder wäre es möglich, dass mehrere kleine Schulen von einer Person geleitet werden? Welche Kompetenzen muss eine Schulleiterin/ein Schulleiter mitbringen? Michael Schratz (Universität Innsbruck), als Leadautor des Kapitels Schulleitung im Bildungsbericht, präsentiert in seinem Kurzvortrag die Ergebnisse der Forschungsgruppe zum Thema Schulleitung in Österreich.

Kurzbeschreibung: In Österreich werden Entscheidungen im Bildungsbereich auf vier Ebenen getroffen – Zentral/Bundesland/Gemeinde/Schule. Das sind so viele Ebenen wie sonst nur in Ländern mit 40 Millionen und mehr Einwohnern. Die Niederlande haben im Vergleich nur die zentrale und schulische Ebene, auf denen Entscheidungen getroffen werden. Die Autoren dieses Kapitels im Bildungsbericht sind der Meinung, dass die derzeitige Regelung suboptimal sei. Welche Gründe für mehr Autonomie für Schulen sprechen, darauf geht Herbert Altrichter (JKU Linz), Leadautor des Kapitels, in seinem Kurzvortrag näher ein.

Kurzbeschreibung: „Das Schulsystem ist teuer und wir wissen nicht, warum!“, so Lorenz Lassnigg (IHS), der Leadautor des Kapitels „Bildungsfinanzierung als Governance-Problem in Österreich“ im Bildungsbericht 2015, in seinem Vortrag. Dies sei auf eine Intransparenz der Ausgaben im Schulsystem zurückzuführen. In Bezug auf die Ausgabenverteilung haben die Autoren herausgefunden, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt – warum brauchen manche Bundesländer wesentlich mehr Geld als andere? – auch hier lässt sich keine Logik feststellen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man nicht weiß, wofür das Geld ausgegeben wird, dass jetzt zwar nicht mehr so viel wie früher ausgegeben wird, Österreich aber dennoch immer noch im Spitzenfeld der „Bildungsinvestierer“ liegt. Zudem werden zu hohe Ausgaben für zu wenig Leistungen getätigt und paradoxerweise werden trotz der hohen Investitionen immer wieder zusätzliche Ressourcen für jede Verbesserung gefordert.

Kurzbeschreibung: In dieser Fragerunde gehen Dr. Michael Schratz (Universität Innsbruck), Dr. Herbert Altrichter (JKU Linz) und Dr. Lorenz Lassnigg (IHS), die Leadautoren der Kapitel Schulleitung, Schulautonomie und Bildungsfinanzierung im Bildungsbericht, auf die Fragen des Publikums ein. Dabei stehen die Themen Privatisierung des Schulwesens, die rückläufigen Zahlen an Bewerbungen um eine Schulleitung, das Assessment-System bei der Wahl einer Schulleiterin/eines Schulleiters und die Spinnwebenstruktur des österreichischen Schulsystems im Vordergrund.

Kurzbeschreibung: In diesem Kurzvortrag gibt Ferdinand Eder, Mitherausgeber des Nationalen Bildungsberichts (NBB) 2015 und Professor an der Universität Salzburg, eine Zusammenfassung des 2. Bands des NBB und geht dabei auf die im Bericht festgelegten vier großen Entwicklungsaufgaben für das österreichische Schulsystem ein. Dazu gehören: (1) verstärkte individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern, (2) verstärkte Übernahme von Verantwortung für Schülerinnen und Schüler sowie Schulen mit beeinträchtigenden Voraussetzungen, (3) Professionalisierung der handelnden Akteure und (4) strukturelle Veränderungen der Schulgovernance.

Kurzbeschreibung: Im Anschluss an die Präsentation der einzelnen Kapitel des Nationalen Bildungsberichts stand eine Auswahl an Mitherausgebern des Berichts für Fragen zur Verfügung: Andrea Seel (KPH Graz), Christiane Spiel (Universität Wien), Michael Bruneforth (BIFIE), Konrad Krainer (Universität Klagenfurt) und Ferdinand Eder (Universität Salzburg). Wie kann die Abkehr von Selektion hin zur individuellen Förderung gelingen? Wo liegen die Schwerpunkte der Professionalisierungsmaßnahem der handelnden Akteure? Welche Maßnahmen sind vielversprechend, wenn es um den Umgang mit unterschiedlichen Voraussetzungen oder auch sehr geballten gleichen, aber nicht immer positiven Voraussetzungen geht? Auf diese und viele weitere Fragen rund um eine Weiterentwicklung unseres Schulsystems sind die Diskutanten eingegangen.

Kurzbeschreibung: Die Leistungen von Österreichs Volksschülern liegen bei internationalen Testungen leicht unter dem Durchschnitt, „aber nicht so relevant, dass wir sagen könnten, wir müssen dringend was tun in diesem Bereich. Tatsächlich ist es aber so, dass schon deutlich sichtbar wird, dass die Dropouts, die wir haben, […] die gesamte Schule verlassen, ohne ausreichend sinnerfassend lesen zu können“, betont David Wohlhart, Leadautor des Kapitels „Die österreichische Volksschule“ im Bildungsbericht 2015. Wohlhart rät hier, die Problemzonen durch Individualisierung stärker in Angriff zu nehmen, aber auch Spitzenleistungen mehr herauszufordern, denn internationale Spitzenleistungen werden bei Testungen nur von auffällig wenigen Kindern erreicht. Mit dem NBB sollen diese Problemfelder aufgezeigt werden und gleichzeitig werden auch Handlungsempfehlungen angeboten.

Education Group (2016)

Alle Videos der Veranstaltung sind auch im YouTube-Kanal BildungsTV der Education Group verfügbar.

Weiterführende Informationen