Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung in der Grundschule

Das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF, nunmehr BMB) mit der Entwicklung eines Sprachstandsdiagnoseverfahrens beauftragt.

Das daraus resultierende Projekt "Sprachstandsfeststellung und -förderung in der Grundschule" besteht inhaltlich aus vier Teilen.

  • Leitfaden für die Schülereinschreibung: Dieser wird für Schulleiter/innen um eine Kompetenzbeschreibung, die Kriterien in der Unterrichtssprache Deutsch für eine aktive Teilnahme der Schüler/innen am Unterricht benennt, ergänzt.
  • Ein Instrument zur Sprachstandsfeststellung in der Grundschule
  • Bereitstellung von Förderempfehlungen
  • Ein Konzept zur Implementierung der Instrumente und Förderempfehlungen

1. Leitfaden

Die Kompetenzbeschreibung soll Schulleiterinnen und Schulleitern im Zuge der Schülereinschreibung einen Orientierungsrahmen bieten, mit welchen sprachlichen Kompetenzen die aktive Teilnahme der Schüler/innen am Unterricht möglich erscheint. Außerdem soll die Kompetenzbeschreibung in den bestehenden Leitfaden für die Schülereinschreibung integriert werden.

Diese Kriterien sollen Schulleiter/innen helfen, darüber zu befinden, ob Schüler/innen sich mit ihren sprachlichen Kompetenzen voraussichtlich aktiv in den Unterricht einbringen können bzw. diesem folgen können.

2. Das Instrument

Das Feststellungsverfahren richtet sich an alle Kinder in der Grundstufe I (DaE und DaZ) und wird von der Volksschullehrerin/dem Volksschullehrer im Unterricht verwendet, um etwaigen Sprachförderbedarf zu eruieren.

Das Instrument ermöglicht es, den Sprachentwicklungsstand zeitökonomisch, kindgerecht, alltagsnah und kontextsensitiv zu ermitteln, ein differenziertes Förderprofil zu erstellen und Maßnahmen für die Sprachförderung zu identifizieren.

Für jedes Kind soll ein Kompetenzprofil angelegt werden, aus dem sich Fördermaßnahmen ableiten lassen. Im Mittelpunkt steht dabei die mündliche Sprachkompetenz der Schüler/innen. Andere Bereiche wie Textkompetenz, Orthografie und Lesekompetenz sind nicht Teil des Auftrags.

3. Förderempfehlungen

Für die Sprachbildung/Sprachförderung werden Empfehlungen erarbeitet, welche in Bezug zum Ergebnis der Sprachstandsdiagnose stehen. Zu den ausgearbeiteten Sprachstandsindikatoren werden passende Förderempfehlungen ausgewiesen.

Es wird sich dabei um didaktische Empfehlungen für die Förderarbeit und um einen Ideenpool handeln, der konkrete Übungen, Materialien und Trainings beinhaltet.

4. Implementierung

In allen Bundesländern werden Multiplikatorinnen/Multiplikatoren mit den Instrumenten und Förderempfehlungen vertraut gemacht. Die "Produkte" sollen so in der Lehreraus- und -fortbildung entsprechend verankert werden.

Außerdem soll die Schulaufsicht zeitgerecht über das Instrument und die Förderempfehlungen in Kenntnis gesetzt werden.