TIMSS 2007

TIMSS 2007

Mit TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) wurde im Frühjahr 2007 die Mathematik- und Naturwissenschaftskompetenz der Schüler/innen auf der 4. Schulstufe gemessen. Österreich beteiligte sich 2007 nach 1995 zum zweiten Mal an TIMSS. Dadurch konnte nicht nur ein internationaler Leistungsvergleich, sondern auch ein interessanter Längsschnitt im Zeitraum von 1995 bis 2007 gezogen werden.

In Österreich absolvierten dazu 4859 Schüler/innen den TIMSS-Test, weltweit waren es auf den 4. Schulstufen der 36 teilnehmenden Länder aller Kontinente rund 144.000. Zusätzlich zu den Leistungstests beantworteten sowohl die Schüler/innen als auch die Lehrkräfte und Schulleiter/innen einen Fragebogen zu wesentlichen Hintergrundinformationen.

Mit der nationalen Umsetzung von TIMSS 2007 wurde vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK, nunmehr BMBWF) 2004 das Projektzentrum für Vergleichende Bildungsforschung an der Universität Salzburg (ZVB) betraut, das nationale Projektmanagement oblag Dr. Birgit Suchan und DDr. Günter Haider. Das ZVB wurde mit Jahresbeginn 2008 in das Bundesinstitut BIFIE integriert, die Studien TIMSS und PIRLS damit vom BIFIE übernommen.

Zahlreiche nationale und internationale Publikationen zu TIMSS 2007, die Fragebögen und freigegebenen Aufgaben finden Sie über die Links am Ende dieser Seite.

TIMSS 2007 – Zusammenfassung der Ergebnisse für Österreich

Mathematik

Erreichten die österreichischen Schüler/innen der 4. Schulstufe im Jahr 1995 noch einen Mathematikmittelwert von 531 Punkten im oberen Mittelfeld, so lag das Ergebnis bei der Erhebung 2007 mit 505 Punkten um 26 Punkte deutlich schlechter und ist bestenfalls noch Mittelmaß. Österreich liegt damit nur an der 17. Stelle aller 36 Teilnehmerländer.

Naturwissenschaft

In Österreich hat sich die Leistung der 10-Jährigen in Naturwissenschaft zwischen der Erhebung im Jahr 1995 (Mittelwert 538) und der Testung im Jahr 2007 (Mittelwert 526) um 12 Punkte verschlechtert. Der Leistungsrückgang fällt in Naturwissenschaft damit weniger stark aus als in Mathematik, ist aber trotzdem signifikant. Österreich liegt damit an der 15. Stelle, also im Mittelfeld der 36 teilnehmenden Länder.

Spitzen- und Risikogruppe

Österreich hat 10 % leistungsstarke, aber auch 36 % leistungsschwache Schüler/innen. Nur 2 % aller österreichischen Schüler/innen gehören in beiden Testbereichen (M/NW) der leistungsstärksten Gruppe an (= Kompetenzstufe 4). Weitere 8 % erreichen entweder in Mathematik oder in Naturwissenschaft die höchste Kompetenzstufe. Somit gehören insgesamt 10 % der österreichischen 10-Jährigen zumindest in einem Fach zur leistungsstärksten Gruppe.

Im EU-Vergleich liegt Österreich damit etwas zurück: Im EU-Schnitt erbringen 5 % der Schüler/innen in beiden bzw. weitere 9 % in einem der Kompetenzbereiche Spitzenleistungen (= 14 % in der leistungsstärksten Gruppe).

Jede fünfte Schülerin/jeder fünfte Schüler in Österreich (20 %) zeigt sowohl bei den Mathematik- als auch bei den Naturwissenschaftstests so schwache Leistungen, dass sie/er maximal der untersten Stufe 1 zugeordnet werden kann (mit 17 % ist der Prozentsatz in der EU etwas besser).

Geschlechterdifferenz und Chancengerechtigkeit

In Österreich ist der Geschlechterunterschied zugunsten der Buben signifikant – und er ist auch im Vergleich mit den anderen EU-Teilnehmerländern einer der größten. Diese Unterschiede sind verstärkt in bildungsfernen Familien vorhanden. Ein Phänomen, das im EU-Schnitt nicht zu finden ist.

Die Leistungsunterschiede zwischen Einheimischen und Migrantinnen und Migranten sind in Österreich relativ groß. Nur ein Teil dieser Unterschiede kann durch sozioökonomische Merkmale erklärt werden.

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