Bildungsstandards Mathematik – Veranstaltung der PH NÖ zu Ergebnissen der Überprüfung mit Schwerpunkt Niederösterreich

Die im Februar 2018 vom Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) veröffentlichten Ergebnisse der Bildungsstandardüberprüfung im Fach Mathematik auf der 8. Schulstufe standen im Mittelpunkt eines Vortrags von BIFIE-Direktorin Dr. Claudia Schreiner an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag dabei auf den Ergebnissen der niederösterreichischen Schüler/innen, die im Frühjahr 2017 an der Überprüfung teilgenommen haben.

Niederösterreich im Bundesländervergleich

Die von Direktorin Dr. Schreiner und dem Leiter des Bereichs Bildungsstandards am Bundesinstitut BIFIE, MMag. Christian Wiesner, präsentierten Ergebnisse zeigten, dass sich Niederösterreich im österreichweiten Vergleich im Mittelfeld platziert.

  • 54 % der Jugendlichen erreichen die Bildungsstandards. Sie verfügen über die entsprechenden mathematischen Kompetenzen und können diese Fähigkeiten und Fertigkeiten in variablen Situationen flexibel einsetzen.
  • 6 % übertreffen die Bildungsstandards und somit die Anforderungen.
  • 27 % der Jugendlichen erreichen die Standards teilweise und können ihre mathematischen Kenntnisse in bekannten Kontexten einsetzen.
  • 13 % der Schüler/innen haben Mühe mit den einfachsten Mathematikaufgaben und erreichen die Bildungsstandards nicht.

Im Bundesländervergleich haben Oberösterreich und Salzburg die höchsten Anteile an Jugendlichen, die die Standards erreichen (56 % bzw. 57 %) und übertreffen (8 % bzw. 6 %), gefolgt von der Steiermark (54 % erreicht, 7 % übertroffen) und Tirol (55 % erreicht, 6 % übertroffen). Mit 54 % an Schülerinnen und Schülern, die die Standards erreichen, und 6 %, die sie übertreffen, liegt Niederösterreich an der fünften Stelle. Das Schlusslicht bildet Wien, wo 43 % der Schüler/innen die Standards erreichen und 5 % übertreffen.

Die Kompetenzen in Mathematik wurden nach 2012 zum zweiten Mal flächendeckend überprüft. Im Vergleich zum Jahr 2012 sank in Niederösterreich der Anteil an der Risikogruppe. Gleichzeitig wuchs die Gruppe jener, die die Bildungsstandards übertreffen, um einen Prozentpunkt.

Verbesserung an den NMS, Burschen schneiden stärker ab

Werden die durchschnittlichen Leistungen von 2012 und 2017 getrennt nach Schulsparten betrachtet, zeigt sich in Niederösterreich eine kleine Verbesserung in den Allgemeinbildenden Pflichtschulen, während in den AHS keine wesentlichen Veränderungen zu beobachten sind. Der Leistungsunterschied zwischen Schülerinnen und Schülern in den APS und jenen in den AHS bleibt aber weiterhin hoch.

Wie auch österreichweit zu beobachten, erreichen Burschen in Niederösterreich leicht bessere Ergebnisse als Mädchen. Die Differenz beim Mittelwert beträgt 6 Punkte, wobei Burschen häufiger exzellente Leistungen zeigen, während die Anteile an der Risikogruppe von beiden Geschlechtern gleich stark besetzt ist – jeweils 13 % der Burschen und Mädchen erreichen die Bildungsstandards nicht.

Bildung der Eltern spielt bedeutende Rolle

Wie in allen anderen Bundesländern zeigt sich auch in Niederösterreich ein starker Zusammenhang zwischen der Bildung der Eltern und der Leistung der Jugendlichen. Dabei ist der Anteil der Eltern mit höherer Ausbildung in den letzten Jahren gestiegen: 37 % der Jugendlichen haben Eltern mit einer Berufsausbildung als höchstem Abschluss und 28 % haben Eltern mit Matura. Mit 28 % Schülerinnen und Schülern, deren Eltern auf eine akademische Ausbildung zurückblicken, ist dieser Anteil gegenüber 2012 um 8 %  gestiegen. Umgekehrt ist der Anteil an Jugendlichen, deren Eltern maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügen, um 4 % gesunken (2017: 7 %).

Weiterführende Informationen