Allgemeine Informationen zur Standardüberprüfung Mathematik auf der 4. Schulstufe (2018)

Im Schuljahr 2017/18 fand zum zweiten Mal die Standardüberprüfung in Mathematik auf der 4. Schulstufe statt. Mit den Ergebnissen aus dieser Erhebung in der Serie der Standardüberprüfungen liegt nun erstmals in Österreich ein Vergleich zu fachlichen Kompetenzen der Schüler/innen in Mathematik am Ende der Volksschule im Trend zwischen den Überprüfungen von 2013 und 2018 vor.

Wann und wo werden die Ergebnisse veröffentlicht?

Die öffentlich zugänglichen Berichte der Standardüberprüfung Mathematik auf der 4. Schulstufe sind seit 22. Februar 2019 auf der BIFIE-Website veröffentlicht. Der Bundesergebnisbericht und die Landesergebnisberichte stehen auf der Seite der gesammelten Ergebnisberichte als Downloads zur Verfügung.

Für Schulleiter/innen und Lehrpersonen werden die Berichte erstmals über die Erhebungsplattform PLATO zur Verfügung gestellt. Schüler/innen können die individualisierten Rückmeldungen weiterhin auf der Onlineplattform für die Rückmeldung der Standardüberprüfung beziehen. Musterrückmeldungen mit fiktiven Werten sind als Downloads frei zugänglich.

Wann fand die Standardüberprüfung statt?

Um die Vergleichbarkeit der gewonnenen Ergebnisse zu gewährleisten, ist es notwendig, die Kompetenzfeststellung österreichweit an allen beteiligten Schulen möglichst am selben Testtag durchzuführen. Vom Bundesministerium für Bildung (BMB, nunmehr BMBWF) wurde der 15. Mai 2018 als regulärer Testtermin festgesetzt. In begründeten Ausnahmefällen konnten Schulen den Ersatztermin am 24. Mai 2018 in Anspruch nehmen.

Wer nahm an der Überprüfung teil?

Laut Bildungsstandard-Verordnung erfolgte die Standardüberprüfung auf der 4. Schulstufe an allen öffentlichen und privaten mit auf Dauer verliehenem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Volksschulen. Gemäß BIFIE-Gesetz nahmen alle Schüler/innen der 4. Schulstufe an der Überprüfung teil. Ausgenommen waren lediglich:

  • Schüler/innen, die im Testfach nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet wurden
  • Schüler/innen, die den Status einer außerordentlichen Schülerin/eines außerordentlichen Schülers hatten
  • Schüler/innen mit Körper- oder Sinnesbehinderung, sofern sie selbst mit den im Unterricht und bei der Standardüberprüfung zur Verfügung gestandenen Unterrichts- oder Hilfsmitteln die gestellten Aufgaben nicht lösen konnten

Was wurde in Mathematik wie überprüft?

Den Bildungsstandards für Mathematik liegt ein Kompetenzmodell zugrunde, das die Kompetenzen in Mathematik strukturiert – und zwar nach vier allgemeinen Kompetenzen (mathematischen Handlungen) und vier inhaltlichen Kompetenzen (mathematischen Inhalten).

Allgemeine mathematische Kompetenzen Inhaltliche mathematische Kompetenzen
AK 1: Modellieren IK 1: Arbeiten mit Zahlen
AK 2: Operieren IK 2: Arbeiten mit Operationen
AK 3: Kommunizieren IK 3: Arbeiten mit Größen
AK 4: Problemlösen IK 4: Arbeiten mit Ebene und Raum

Durch die Kombination von allgemeinen bzw. inhaltlichen Kompetenzen entsteht ein Gitter mit 16 Knoten. Jedes Item (Testaufgabe), das bei der Standardüberprüfung zum Einsatz kommt, ist jeweils einem Knoten, also einem allgemeinen und einem inhaltlichen Kompetenzbereich des Modells, zugeordnet.

Die freigegebenen Items der Standardüberprüfungen geben einen guten Eindruck davon, welche Art von Testaufgaben (Items) verwendet wurde, um die einzelnen Kompetenzen abzudecken. Die freigegebenen Items zeigen auch beispielhaft, wie Items bestimmten Kompetenzstufen zugeordnet werden.

Jede Schülerin/jeder Schüler bearbeitete bei der Überprüfung zwei Testhefte, wofür 80 Minuten Zeit zur Verfügung standen (mit einer Pause nach dem ersten Testheft).

Antwortformate

Im Rahmen der Überprüfungen wurden Test-Items mit folgenden unterschiedlichen Antwortformaten eingesetzt:

Offenes Antwortformat

Beim offenen Antwortformat generierten die Schüler/innen ihre Antwort selbst. Diese Items überließen es vollständig der Schülerin/dem Schüler, wie sie/er die Aufgabenstellung löste. Die Aufgabenlösung konnte verbal frei gestaltet werden. Die Schüler/innen begründeten z. B. ihre Meinung oder beschrieben ihren Lösungsweg.

Halboffenes Antwortformat

Auch halboffene Items überließen die Antwortformulierung der Schülerin/dem Schüler. Die Aufgabe wurde jedoch im Unterschied zum offenen Item so präzise gestellt, dass die Antwort mit geringem Aufwand als richtig oder falsch bewertet werden konnte. Solche Items verlangten von den Schülerinnen und Schülern kurze Antworten, wie z. B. eine Zahl oder eine Konstruktion.

Geschlossenes Antwortformat

Beim geschlossenen Antwortformat standen den Schülerinnen und Schülern zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl. Die Antworten werden eingescannt und elektronisch weiterverarbeitet.

  • Richtig-falsch-Items (zum Ankreuzen) bestanden aus einer Aussage und zwei Antwortalternativen („richtig“ oder „falsch“/“ja“ oder „nein“), von denen eine zutraf. Um die Ratewahrscheinlichkeit zu minimieren, wurden solche Items nur blockweise vorgelegt.
  • Multiple-Choice-Items (zum Ankreuzen): Die Schülerin/der Schüler musste aus mehreren zur Wahl gestellten Antwortmöglichkeiten diejenige auswählen, die sie/er für richtig hielt.

Wie lief die Überprüfung in der Klasse ab?

Die Standardüberprüfung begann am Testtag in der Regel mit dem Beginn des Vormittagsunterrichts und dauerte (einschließlich Instruktionen, Erklärungen und Pausen) etwa drei Unterrichtseinheiten.

Hier zur Illustration schematisch der Ablauf der Überprüfung:

Testablauf M4-Standardüberprüfung

Testablauf M4-Standardüberprüfung

Bei der Überprüfung der Kompetenzen in Mathematik wurden schriftliche Verfahren („Papier-und-Bleistift-Tests“) eingesetzt. Jede Schülerin/jeder Schüler bearbeitete bei der Überprüfung ca. 70 Items (= Testaufgaben) bzw. zwei Testhefte zu je 40 Minuten. Damit wurde die Testzeit je Schüler/in so kurz wie möglich gehalten und gleichzeitig sichergestellt, dass ausreichend Informationen von jeder Schülerin und jedem Schüler vorliegen, um zuverlässige und informative Rückmeldungen über die Ergebnisse an alle Zielgruppen (Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitungen) geben zu können.

Im Anschluss an den Test bearbeiteten die Schüler/innen einen kurzen Kontextfragebogen. Er gibt Auskunft über das Vorhandensein und das Ausmaß jener Faktoren, die zur Erklärung des Kompetenzerwerbs beitragen können. Sowohl das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) als auch die Schulpartner wurden über den Inhalt des Fragebogens vom BIFIE informiert.

Wer führte die Überprüfung durch?

Die Überprüfung wurde im Sinne einer objektiven Testdurchführung von geschulten Testleiterinnen/Testleitern standardisiert durchgeführt. Diesbezüglich wurde zwischen internen und externen Testleiterinnen/Testleitern unterschieden. In etwa 93 % der Klassen wurde die Überprüfung von Lehrerinnen und Lehrern der eigenen Schule administriert („interne Testleitung“). Als Qualitätssicherungsmaßnahme führten an einer Stichprobe von etwa 7 % der Klassen Lehrer/innen einer anderen Schule die Überprüfung durch („externe Testleitung“).

Wie wurde der Datenschutz sichergestellt?

Im Zuge der Standardüberprüfung wurden vom BIFIE ausschließlich pseudonymisierte Daten erhoben. Die Datenerhebung erfolgte mit zweigeteiltem Schlüssel auf Schülerebene: Das heißt, das BIFIE hat Zugang zur Schüler-ID und zu den Ergebnissen, nicht aber zu den Schülernamen. Die Schulleitung kennt die Schüler-ID und die dazugehörigen Schülernamen, kann den einzelnen Schülerinnen und Schülern jedoch keine Ergebnisse zuordnen.

Das BIFIE hält sich mit diesem Vorgehen an die Vorgaben des Datenschutzgesetzes und an die Empfehlungen der Datenschutzbehörde.

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