PISA 2015 – Kollaboratives Problemlösen

PISA 2015 – Kollaboratives Problemlösen

Die OECD-Studie PISA ist zu einem festen Bestandteil des internationalen Bildungsmonitorings geworden und liefert im Abstand von drei Jahren wesentliche Informationen über die Kompetenzen 15-/16-jähriger Schüler/innen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Bei PISA 2015 wurden diese drei Kernbereiche um eine weitere Domäne – kollaboratives Problemlösen – ergänzt. Der vorliegende Bericht beschreibt die kollaborativen Problemlöseleistungen der österreichischen Schüler/innen im internationalen Kontext und ist im Bereich Ergebnisberichte und Materialien zu PISA 2015 abrufbar.

Unter den 35 teilnehmenden OECD-/EU-Ländern liegt Österreich mit einem Mittelwert von 509 Punkten im Mittelfeld (14. Position; geteilte Rangplätze 13–15 unter den OECD-Ländern). Ein Viertel der 15-/16-Jährigen in Österreich weist maximal basale kollaborative Problemlösekompetenzen auf und befindet sich auf Kompetenzstufe 1 bzw. darunter. Im OECD-Schnitt liegt dieser Anteil bei 28 %. Demgegenüber können in Österreich 9 % sehr komplexe Problemlöseaufgaben in Zusammenarbeit bewerkstelligen. Der OECD-Durchschnitt für Schüler/innen auf dieser höchsten Kompetenzstufe 4 liegt bei 8 %.

Österreichs Jugendliche mit geringen kollaborativen Problemlösekompetenzen (Kompetenzstufe 1 und darunter) lassen sich wie folgt charakterisieren: sie sind im Vergleich zur Gleichverteilung der Geschlechter in der Population häufiger männlich, stammen häufiger aus Familien mit Migrationshintergrund sowie aus bildungsfernen Familien. Demgegenüber sind Schüler/innen in der leistungsstarken Gruppe (Kompetenzstufe 4) häufiger weiblich, vorwiegend ohne Migrationshintergrund und der Großteil hat zumindest einen Elternteil mit einer universitären (oder vergleichbaren) Ausbildung.

Mädchen weisen höhere Kollaborative Problemlösungskompetenz auf

In allen OECD-/EU-Ländern sind die Kompetenzen in kollaborativem Problemlösen bei den Mädchen höher ausgeprägt als bei den Burschen. Im OECD-Schnitt übertreffen sie ihre Alterskollegen um 29 Punkte. In Österreich beträgt der Leistungsvorsprung der Mädchen 24 Punkte – ein im Ländervergleich geringer Unterschied.

Österreichs Schüler/innen schätzen den Stellenwert von Beziehungen beim Zusammenarbeiten im internationalen Vergleich besonders hoch ein und auch hinsichtlich ihrer Angaben zum Mehrwert von Teamwork liegen sie unter den Ländern mit den höchsten Ausprägungen. In Bezug auf die Geschlechterdifferenzen zeigt sich bei diesen beiden Fragebogenskalen ein interessantes Bild: In allen Ländern mit signifikanten Geschlechterdifferenzen (in 36 bzw. 34 von 38 Ländern) messen die Mädchen den Beziehungen beim Zusammenarbeiten einen höheren Stellenwert bei wie die Burschen. Für diese ist allerdings umgekehrt das Teamwork an sich wesentlicher als für ihre Alterskolleginnen.

Sozioökonomischer Status der Eltern beeinflusst Leistung

Analog zu den Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft ist auch die Leistung in kollaborativem Problemlösen vom sozioökonomischen Status der Eltern abhängig. Österreich befindet sich hinsichtlich der Stärke dieses Zusammenhangs im Mittelfeld der 35 teilnehmenden OECD-/EU-Länder.

Österreich zählt mit vier weiteren Ländern zu jenen mit den größten Leistungsnachteilen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie erreichen um 52 Punkte weniger auf der Problemlöseskala als ihre einheimischen Kolleginnen und Kollegen. Merkmale, die maßgeblich für diesen Leistungsunterschied verantwortlich sind, sind der sozioökonomische Status der Familie sowie die Lesekompetenz.

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