PISA 2006

Bei PISA 2006 stand die Naturwissenschaftskompetenz mit ca. der Hälfte der Testaufgaben im Mittelpunkt. Mathematik und Lesen wurden als Nebendomäne mit je einem Viertel der Aufgaben erfasst. Österreich lag bei PISA 2006 mit 511 Punkten knapp über dem OECD-Schnitt von 500 Punkten.

PISA findet seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt. PISA 2006 beendete mit der schwerpunktmäßigen Erfassung der Naturwissenschaftskompetenz den ersten vollständigen Erhebungszyklus (2000 stand Lesen im Mittelpunkt und 2003 Mathematik).

Wissen, Fragestellungen und Methoden in Physik, Chemie, Biologie und in den Erd- und Weltraumwissenschaften standen im Zentrum der Studie. Weltweit absolvierten im Jahr 2006 rund 400.000 Schülerinnen und Schüler in 57 Ländern (30 OECD- und 27 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4927 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1990 in einer repräsentativen Stichprobe aus 203 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt werden die Daten aus den Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen zu wichtigen Faktoren rund um Schule und Lernen, wie z. B. Merkmale der Schüler/innen (Charakteristika, familiärer Hintergrund) und der Schule (Struktur und Organisation der Schule, Ressourcen, Rechenschafts- und Aufnahmepraktiken), den Unterricht und das Lernen in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die nationalen Zusatzerhebungen wurden überwiegend aus PISA 2000 und 2003 im Längsschnitt fortgeführt und fragen Rahmenbedingungen der Leseförderung, die Nutzung von Computer und Internet, die Qualität in Schulen, Befindlichkeit und Schulerfolg sowie Belastungen in der Schule ab. Die Erhebung dieser Kontextdaten ermöglicht detaillierte Analysen im Hinblick auf die Leistungen der Schüler/innen und gibt Aufschluss über Zusammenhänge verschiedener Merkmale.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die österreichischen Schüler/innen erzielen auf der neu verankerten Naturwissenschaftsskala im Mittel 511 Punkte und liegen damit 11 Punkte (und statistisch signifikant) über dem OECD-Schnitt (500). Innerhalb der 30 OECD-Länder bedeutet dies Rang 12 (statistisch 8. bis 15. geteilter Rang).

Österreich weist in Naturwissenschaft 10 % Spitzenschüler/innen auf und liegt damit geringfügig hinter Deutschland (12 %), gleichauf mit der Schweiz und ähnlich wie der OECD-Schnitt (9 %). Die Risikoschüler/innen machen 16 % aus, das heißt, jede sechste österreichische Schülerin/jeder sechste österreichische Schüler zeigt gegen Ende der Pflichtschulzeit große Mängel im naturwissenschaftlichen Wissen.

Zwischen Mädchen und Burschen gibt es in Österreich – wie in allen anderen Ländern – keine wesentlichen Unterschiede auf der Naturwissenschafts-Gesamtskala.

Sowohl allgemeines als auch spezifisches Interesse an Naturwissenschaft oder an bestimmten Themen liegen bei Österreichs Jugendlichen im Durchschnitt der OECD-Staaten. Dagegen zeigen sie deutlich weniger Freude und Spaß als ihre Alterskolleginnen und -kollegen der meisten europäischen Vergleichsländer am Lesen oder Lernen über naturwissenschaftliche Themen. Sowohl bei der instrumentellen als auch bei der zukunftsorientierten Motivation findet man bei Schülerinnen und Schülern in Österreich die niedrigsten Werte innerhalb der europäischen Vergleichsländer.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die Ergebnisse in Lesen sind seit 2000 praktisch unverändert geblieben. Die österreichischen Schüler/innen erreichen in Lesen im Mittel 490 Punkte (OECD 492). Innerhalb der 29 OECD-Länder (ohne die USA) bedeutet dies Rang 16 (statistisch den 12. bis 20. geteilten Rang). Wie bei bisher allen PISA-Studien lesen Mädchen weltweit im Schnitt deutlich besser als Burschen.

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die österreichischen Schüler/innen erreichen bei PISA 2006 in Mathematik im Mittel 505 Punkte und liegen damit 7 Punkte (und statistisch signifikant) über dem OECD-Schnitt (498). Burschen schneiden in Österreich in Mathematik signifikant besser ab als Mädchen.

Spitzen- und Risikogruppen

21 % der österreichischen Schüler/innen gehören in zumindest einem Kompetenzbereich zur Spitzengruppe und am anderen Ende des Leistungsspektrums zählt fast jeder dritte heimische Jugendliche zu einer Risikogruppe, das heißt, 10 % der Schüler/innen zeigen in allen drei Kompetenzbereichen besonders geringe Leistungen und zählen sowohl in Naturwissenschaften als auch in Mathematik und in Lesen zur Risikogruppe.

Familiäre Faktoren

Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite weit besser.

Weiterführende Informationen