PISA 2000

Bei PISA 2000 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt. Circa zwei Drittel der Testzeit wurden für diesen Bereich verwendet, das restliche Drittel wurde für Mathematik und Naturwissenschaft eingesetzt. Österreichische Schüler/innen erzielten in Lesen 492 Punkte und lagen damit knapp unter dem OECD-Schnitt von 500 Punkten.

PISA 2000 war die erste Erhebung im ersten neunjährigen PISA-Zyklus. Der Schwerpunkt lag auf der Lesekompetenz (PISA 2003: Mathematik; PISA 2006: Naturwissenschaft). Weltweit absolvierten im Jahr 2000 rund 250.000 Schüler/innen in 33 Ländern (29 OECD- und 4 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4745 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1984 in einer repräsentativen Stichprobe aus 213 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt wurden die Daten aus den Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen. Die Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden dabei zu wichtigen Informationen rund um Schule und Lernen befragt, wie z. B. zu Merkmalen der Schüler/innen (Freude und Interesse am Lesen, kulturelle Aktivitäten, außerschulisches Lernen), zum familiären Hintergrund (Kommunikation, Förderung und Struktur zu Hause, Bildung der Eltern) und der Schule (Erwartungen im Unterricht, Schulautonomie).

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Die österreichischen Daten von PISA 2000 wurden neu gewichtet, da in der ursprünglichen Gewichtung durch die OECD der Anteil der Berufsschüler/innen nicht korrekt abgebildet wurde. Im Nachhinein wurde daher eine Neugewichtung vorgenommen, die jetzt für alle weiteren Analysen herangezogen wird. Details dazu finden Sie im „Working Paper“ der OECD: OECD (2006). PISA 2000: Sample Weight Problems in Austria. Education Working Paper No. 5.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Österreichische Schüler/innen liegen mit durchschnittlich 492 Punkten unter dem OECD-Schnitt von 500. Zur Spitzengruppe in Lesen zählen 7 % der österreichischen Jugendlichen. Ganze 20 % der Jugendlichen dieser Altersgruppe zählen zur Risikogruppe und haben somit erhebliche bis massive Probleme beim Lesen. In allen 31 Teilnehmerstaaten schneiden Mädchen in Lesen signifikant besser ab als Burschen. In Österreich beträgt die Differenz 33 Punkte.

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die Ergebnisse von PISA 2000 bestätigen im Wesentlichen die Position der österreichischen Schüler/innen in Mathematik und Naturwissenschaft, wie sie sich aus früheren Studien ergeben hat (z. B. TIMSS 1995). Die österreichischen 15-/16-Jährigen erzielen einen Mittelwert von 506 und liegen damit über dem OECD-Durchschnitt von 500, wobei Burschen besser abschneiden als Mädchen (20 Punkte Differenz).

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

In Naturwissenschaft ist das nationale Ergebnis „traditionell“ etwas besser als in Mathematik. Österreich landet im Test mit den naturwissenschaftlichen Aufgaben bei 505 Punkten und liegt damit im Bereich des OECD-Schnitts von 500.

Familiäre Faktoren

Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser.

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