Häufig gestellte Fragen zu PIRLS

By 27. März 2017SYSTEM SCHULE, PIRLS

Häufig gestellte Fragen zu PIRLS

Welche Ziele verfolgt PIRLS?

PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) dient der standardisierten Messung von Schülerleistungen in Lesen im Abstand von fünf Jahren.

Die Studie liefert international vergleichbare Daten, welche Lesekompetenzen und Einstellungen zum Lesen die Schüler/innen erworben haben. Die Ergebnisse der Studie dienen den Teilnehmerländern als Grundlage für schulpolitische Entscheidungen sowie zur Einschätzung und Kontrolle der Effektivität des jeweiligen Bildungssystems. Der Vergleich dieser Ergebnisse mit den Leistungen der anderen Teilnehmerländer erlaubt eine Beurteilung von Stärken und Schwächen im Bildungssystem. Mithilfe von Fragebögen für Schüler/innen, deren Eltern, Klassenlehrer/innen und Schulleiter/innen wird ein breites Spektrum an zusätzlicher Hintergrundinformation über den Unterricht, die Lehrer/innen, die Schulen sowie die außerschulische Lebenswelt der Schüler/innen gewonnen.

Aufbauend auf der Reading Literacy Study der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) im Jahr 1991 fand zehn Jahre später (2001) die erste PIRLS-Studie statt. Österreich hat sich allerdings erstmals im zweiten Durchgang im Jahr 2006 daran beteiligt.

Wie ist das Projekt organisiert?

International

PIRLS ist ein Projekt der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA), die 1958 gegründet wurde. Heute besteht diese Organisation aus 62 institutionellen Mitgliedern (von Universitäten bis hin zu Bildungsministerien). Die IEA hat in den letzten 50 Jahren zahlreiche groß angelegte Vergleichsstudien im Bereich der Bildung durchgeführt, um den politischen Entscheidungsträgern internationale Bildungsindikatoren bereitzustellen. Damit können Stärken und Schwächen im Bildungssystem im internationalen Vergleich identifiziert werden.

Das International Study Center (ISC) am Boston College zeichnet für die Gesamtorganisation der Studie auf internationaler Ebene verantwortlich. Bei der Implementierung von PIRLS arbeitet das ISC eng mit den folgenden Institutionen zusammen: IEA-Sekretariat (Amsterdam), Data Processing Center (Hamburg), Statistics Canada (Kanada), Educational Testing Service (USA).

In jedem Teilnehmerland verantwortet ein National Research Coordinator (NRC) die nationale Durchführung und Leitung der Studie.

National

Die Umsetzung des Projekts auf nationaler Ebene wird in Österreich durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) finanziert und beaufsichtigt.

Österreichischer Vertragspartner und national für die wissenschaftliche Konzeption und Realisierung verantwortlich ist das BIFIE. Nationale Projektmanagerin für PIRLS ist Christina Wallner-Paschon.

Wer wird getestet?

Zielgruppe des PIRLS-Assessments sind Schüler/innen auf der 4. Schulstufe. Im Haupttest werden in Österreich rund 5000 Schüler/innen aus ca. 160 zufällig ausgewählten Schulen getestet. Dazu werden an jeder dieser Schulen maximal zwei Klassen per Zufallsprinzip ermittelt, deren Schüler/innen die PIRLS-Testhefte und Fragebögen bearbeiten.

Welche Tests werden verwendet?

Die Leistungsmessung erfolgt mittels „Papier und Bleistift“-Tests. Die Tests werden an den Schulen von speziell dafür geschulten Personen (externe Testleiter/innen) durchgeführt. Die gesamte Testdurchführung (inkl. Pausen) dauert etwa 2,5 Stunden. Die Schüler/innen erhalten ein Testheft, das zwei Texte beinhaltet. Im Anschluss an jeden Text müssen die Schüler/innen Fragen (Multiple-Choice-Fragen und Fragen mit offenem Antwortformat) dazu beantworten. Für die Bearbeitung des Testhefts stehen den Schülerinnen und Schülern 80 Minuten zur Verfügung. Im Anschluss daran erhalten sie einen Schülerfragebogen zur Bearbeitung.

Bei PIRLS werden im Wesentlichen drei Aspekte des Lesens untersucht:

  • Leseabsichten
  • Verstehensprozesse
  • Leseverhalten und die Einstellung zum Lesen

Zur Erfassung des ersten Aspekts (Leseabsichten) werden beim PIRLS-Test unterschiedliche Texttypen eingesetzt. Unterschieden wird zwischen Lesen, um Information zu gewinnen (Informationstexte), und Lesen, um literarische Erfahrung zu machen (literarische Texte).

Der zweite Aspekt (Verstehensprozesse) bezieht sich auf die kognitiven Fähigkeiten, die die Schüler/innen anwenden müssen, um Fragen zu den gelesenen Texten beantworten zu können. Insgesamt werden vier Prozesse unterschieden: (1) Erkennen und Wiedergeben explizit angegebener Informationen, (2) Ziehen einfacher Schlussfolgerungen, (3) Interpretieren sowie Verknüpfen von Gedanken und Informationen und (4) Untersuchen und Bewerten von Inhalt, Sprache und einzelnen Textelementen.

Das Leseverhalten und die Einstellung zum Lesen werden im Rahmen des Schülerfragebogens erhoben.

Wie wird eine hohe Qualität gewährleistet?

In einer weltweit durchgeführten Studie wie PIRLS muss ein besonderes Augenmerk auf alle Aspekte der Qualität und der fairen Vergleichbarkeit gelegt werden.

Dies betrifft die internationale Konstruktion der Test- und Befragungsinstrumente, die Übersetzungsprozeduren, die korrekte Auswahl der Schulen und Schüler/innen, den kontrollierten Ablauf des Tests an den Schulen und die sorgfältige Eingabe und Auswertung der erhobenen Daten. Dazu wird von der IEA ein umfassendes Qualitäts-Monitoring durchgeführt (z. B. internationale Kontrolle der Übersetzungen, internationale Kontrolle der Testung durch sogenannte PIRLS-Quality-Monitors sowie rigorose Kontrollprozesse bei der Bewertung der offenen Antworten, bei der Eingabe der Daten und bei der Erstellung der nationalen Datenbasis). Darüber hinaus werden auch am BIFIE umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt, welche durch die professionelle Erfahrung der Mitarbeiter/innen am BIFIE unterstützt werden (z. B. langjährige Mitarbeit bei internationalen Studien, Einsatz speziell ausgebildeter externer Testleiter/innen, nationale Überprüfung der Einhaltung der Testprozeduren etc.).

Wie wird die Vertraulichkeit der Schülerantworten gewahrt?

Es werden von allen Beteiligten ausschließlich indirekt personenbezogene Daten erhoben. Das Bundesinstitut BIFIE erhält zu keinem Zeitpunkt die Namen der Schüler/innen und Lehrpersonen. Die Daten sind damit nicht auf eine bestimmte Person rückführbar. Das Bundesinstitut BIFIE hält sich sowohl an die Vorgaben des Datenschutzgesetzes 2000 (DSG 2000, BGBl. I Nr. 165/1999) als auch an jene der IEA und ist nicht an individuellen Leistungsdaten einzelner Personen interessiert. Das Interesse gilt ausschließlich den aggregierten Ergebnissen und Indikatoren, die den Bildungsverantwortlichen als wichtige Entscheidungsgrundlage für eine faktenbasierte Qualitätsentwicklung dienen sollen. Darüber hinaus sind alle Mitarbeiter/innen des Bundesinstituts BIFIE per BIFIE-Gesetz (BGBl. I Nr. 25/2008, § 3 Abs. 2) zur Verschwiegenheit verpflichtet.

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