Standardüberprüfung Mathematik 4. Schulstufe im Frühjahr 2013

Mit dem Schuljahr 2012/2013 startete die Überprüfung der Bildungsstandards auf der 4. Schulstufe. Am Beginn der österreichweiten, flächendeckenden und verpflichtenden Standardüberprüfungen stand das Fach Mathematik. Im Jahr 2015 folgte die Überprüfung in Deutsch.

Wann fand die Standardüberprüfung statt?

Diese fand am 28. Mai 2013 an allen öffentlichen sowie an privaten Volksschulen statt. In begründeten Ausnahmefällen konnte der Ersatztermin am 5. Juni 2013 in Anspruch genommen werden.

Was wurde in Mathematik wie überprüft?

Den Bildungsstandards für Mathematik lag ein Kompetenzmodell zugrunde, das die Kompetenzen in Mathematik strukturiert – und zwar in allgemeine Kompetenzen, die in der Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten auftreten und in inhaltliche mathematische Kompetenzen, die sich auf die Gegenstandsbereiche der Mathematik beziehen:

Allgemeine mathematische

Kompetenzen

Inhaltliche mathematische

Kompetenzen

Modellieren

Arbeiten mit Zahlen

Operieren

Arbeiten mit Operationen

Kommunizieren

Arbeiten mit Größen

Problemlösen Arbeiten mit Ebene und Raum

Dieses Kompetenzmodell bildete auch die Grundlage für die Mathematik-Items. Jedes Item, das bei der Standardüberprüfung zum Einsatz kam, verknüpfte einen allgemeinen und einen inhaltlichen Kompetenzbereich miteinander (damit wurde klar, welche Kompetenz ein Item maß).

Jede/r Schüler/in bearbeitete bei der Überprüfung zwei Testhefte mit je etwa 36 Aufgaben, für die insgesamt 80 Minuten reine Bearbeitungszeit zur Verfügung standen (mit einer Pause nach der Hälfte der Zeit). Insgesamt wurde ein ausreichend großer Itempool eingesetzt, damit die durch die Bildungsstandards definierten Kompetenzen durch den Test möglichst breit abgedeckt wurden.

Antwortformate

Im Rahmen der Überprüfungen wurden Testitems mit folgenden unterschiedlichen Antwortformaten eingesetzt:

Offenes Antwortformat

Beim offenen Antwortformat generierten die Schüler/innen ihre Antwort selbst. Diese Items überließen es vollständig dem Schüler/der Schülerin, wie er/sie die Aufgabenstellung löste. Die Aufgabenlösung konnte verbal frei gestaltet werden. Die Schüler/innen begründeten z. B. ihre Meinung oder beschrieben ihren Lösungsweg.

Halboffenes Antwortformat

Auch halboffene Items überließen die Antwortformulierung dem Schüler/der Schülerin. Die Aufgabe war jedoch im Unterschied zum offenen Item so präzise gestellt, dass die Antwort mit geringem Aufwand als richtig oder falsch bewertet werden konnte. Solche Items verlangten von den Schülerinnen und Schülern kurze Antworten, wie z. B. eine Zahl oder eine Konstruktion.

Geschlossenes Antwortformat

Beim geschlossenen Antwortformat standen den Schülerinnen und Schülern zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl zur Verfügung. Die Antworten wurden eingescannt und elektronisch weiterverarbeitet.

  • Richtig-falsch-Items (zum Ankreuzen) bestanden aus einer Aussage und zwei Antwortalternativen („richtig“ oder „falsch“/„ja“ oder „nein“), von denen eine zutraf. Um die Ratewahrscheinlichkeit zu minimieren, wurden solche Items nur blockweise vorgelegt.
  • Multiple-Choice-Items (zum Ankreuzen): Der Schüler/die Schülerin musste aus mehreren zur Wahl gestellten Antwortmöglichkeiten diejenige auswählen, die er/sie für richtig hielt.

Beispielitems finden Sie rechts im Downloadbereich.

Wer nahm an der Überprüfung in Mathematik teil?

Grundsätzlich waren alle Schüler/innen der 4. Schulstufe an Volksschulen verpflichtet, an der Überprüfung teilzunehmen. Ausgenommen davon wurden in einer Novelle der Bildungsstandards-Verordnung außerordentliche Schüler/innen und Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Testfach Mathematik in der 4. Schulstufe nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet wurden. Ebenso galt diese Ausnahme für Schüler/innen mit Körper- und Sinnesbeeinträchtigung, die bei der Standardüberprüfung die Testitems mit den allenfalls im Unterricht zur Verfügung stehenden Unterrichts- oder Hilfsmitteln unter den vorgegebenen Testbedingungen voraussichtlich nicht lösen konnten.

Wie wurde die Vertraulichkeit der Schüler/innen gewahrt?

Das BIFIE arbeitete ausschließlich mit Schüler-IDs, die von der Schule vergeben wurden. Diese Schüler-IDs waren Nummerncodes, die vom BIFIE nur Schulen und Klassen, nicht aber einzelnen Schüler/innen zugeordnet werden konnten. Das BIFIE war zu keinem Zeitpunkt im Besitz von Schülernamen oder der Zuordnung der IDs zu einzelnen Schüler/innen.

Wer führte die Überprüfung in der Klasse durch?

Bei der Überprüfung sollten alle Schüler/innen die gleichen Rahmenbedingungen vorfinden, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Aus diesem Grund war der Testablauf standardisiert. Das heißt, dass der Ablauf der Tests, die Instruktionen und die Testzeiten vorgegeben wurden und die Tests von eigens vom BIFIE geschulten Personen – sog. Testleiterinnen und Testleitern – administriert worden sind. Das BIFIE unterschied dabei zwischen „interner“ und „externer“ Testleitung. In etwa 90 % der Klassen wurde die Überprüfung von Lehrerinnen und Lehrern der eigenen Schule administriert („interne Testleitung“). In einer Stichprobe von etwa 7 % der Klassen führten hingegen schulexterne Personen die Überprüfungen in den Klassen durch („externe Testleitung“). Nähere Informationen dazu finden Sie unter dem Punkt „Testleitung und Testauswertung“.

Wie lief die Testung in der Klasse ab?

Die Standardüberprüfung begann am Testtag in der Regel mit dem Beginn des Vormittagsunterrichts und dauerte (einschließlich Instruktionen, Erklärungen und Pausen) maximal drei Schulstunden.

Hier zur Illustration schematisch der Ablauf der Überprüfung:

Als Testzeit war eine Dauer von 80 Minuten festgelegt. Damit wurde die Testzeit je Schüler/in so kurz wie möglich gehalten und gleichzeitig sichergestellt, dass ausreichend Informationen von jeder Schülerin und jedem Schüler vorlagen, um zuverlässige und informative Rückmeldungen über die Ergebnisse an alle Zielgruppen (Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitungen) geben zu können.

Im Anschluss an den Test bearbeiteten die Schüler/innen einen kurzen Kontextfragebogen. Er sollte Auskunft über das Vorhandensein und das Ausmaß jener Faktoren geben, die zur Erklärung des Kompetenzerwerbs beitragen könnten. Sowohl das BMUKK als auch die Schulpartner wurden über den Inhalt des Fragebogens vom BIFIE informiert.

Wann erfolgte die Rückmeldung?

Die Ergebnisse aus der Standardüberprüfung wurden den beteiligten Personen sowie Verantwortlichen im Bildungssystem ca. ein halbes Jahr nach der Testung rückgemeldet. Nähere Informationen dazu finden Sie unter dem Punkt „Rückmeldung und Berichte“.