PISA 2022

PISA 2022

Aufgrund von Covid-19 wurde der für ursprünglich 2021 geplante Erhebungsdurchgang von PISA von der OECD um ein Jahr verschoben.

Österreich nimmt somit im Jahr 2022 erneut an der OECD-Studie PISA (Programme for International Student Assessment) teil. Die Studie wurde vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Auftrag gegeben.

Bei PISA 2022 wird schwerpunktmäßig die Mathematikkompetenz erfasst. Naturwissenschaft und Lesen bilden die Nebendomänen. Weiters beteiligt sich Österreich erstmals an der optionalen Domäne „Finanzkompetenz“. Der Test wird seit PISA 2015 computerbasiert durchgeführt. Um die unterschiedlichen Fragestellungen aus den drei Kompetenzbereichen zu beantworten, müssen die Schüler/innen aus vorgegebenen Antworten eine oder mehrere auswählen, ihre Lösungen selbst formulieren und in den Computer eingeben, aber auch Aussagen oder Textteile mit Drag-and-Drop in die richtige Reihenfolge bringen, im Text ein fehlendes Wort aus einem Drop-down-Menü auswählen oder zunächst Computersimulationen ausführen, die wichtige Elemente zur Beantwortung der Frage bieten.

Neben den kognitiven Leistungen der 15-/16-Jährigen in Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen und in finanziellen Angelegenheiten werden mithilfe von Fragebögen für Schüler/innen und Schulleiter/innen wichtige Kontextinformationen erhoben, die im Zusammenhang mit den Schülerleistungen stehen (z. B. Einstellung zu Mathematik, verfügbare Ressourcen an der Schule, demografische Daten etc.). Österreich beteiligt sich erneut am Zusatzfragebogen zu „Informations- und Kommunikationstechnologien“. Die Schüler/innen beantworten den Fragebogen direkt nach dem PISA-Test, den Schulleiterinnen und Schulleitern wird ein Onlinefragebogen zur Verfügung gestellt.

 

Ablauf Testsitzung PISA 2018

Ablauf einer computerbasierten Testsitzung – PISA 2022

Auf der Website des BIFIE sind weiterführende Informationen zur Schülerleistungsstudie PISA und die von der OECD freigegebenen Aufgaben aller bisherigen Erhebungen online abrufbar.

Weiterführende Informationen




PISA 2015

PISA 2015

Im Herbst 2015 wurde in Österreich erfolgreich die Erhebung PISA 2015 durchgeführt. Ein Feldtest, bei dem alle neuen Testinstrumente und Abläufe erprobt wurden, fand im Frühjahr 2015 statt.

Mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft bei PISA 2015 endete der zweite Zyklus der Studie. Jede inhaltliche Domäne stand damit zweimal im Vordergrund des Interesses.

Außerdem begann mit PISA 2015 ein neues „Testzeitalter“, indem die Kompetenzen der Schüler/innen erstmals computerbasiert erfasst wurden. Im Rahmen der Testerstellung in Naturwissenschaft wurden interaktive Aufgaben entwickelt, bei denen die Schüler/innen zunächst computersimulierte Experimente durchführen, bevor sie Fragen dazu beantworten.

Neben Naturwissenschaft, Lesen und Mathematik wurde bei PISA 2015 eine weitere (vierte) Domäne getestet. Es handelt sich dabei um das „kollaborative Problemlösen“ – die Fähigkeit, Probleme in Kooperation mit anderen Personen zu lösen. Die Ergebnisse dieses Kompetenzbereichs wurden im Herbst 2017 veröffentlicht.

In den Fragebögen für Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden weiters wichtige Kontextinformationen erhoben, die im Zusammenhang mit den Schülerleistungen stehen (z. B. Einstellung zu Naturwissenschaft, verfügbare Ressourcen an der Schule, demografische Daten etc.). Der Schülerfragebogen war bei PISA 2015 ebenfalls erstmals am Computer zu bearbeiten und auch der Schulfragebogen stand online zur Verfügung.

Ablauf Testsitzung PISA 2015

Ablauf einer computerbasierten Testsitzung – PISA 2015

An PISA 2015 beteiligten sich weltweit 72 Länder, darunter alle 35 OECD-Länder. In Österreich nahmen 7007 Schüler/innen aus 269 Schulen aller Schulformen, die von 15-/16-Jährigen besucht werden, teil.

Aufgrund der Verschiebung des Feldtests vom Frühjahr 2014 auf das Frühjahr 2015 fand die Haupterhebung in Österreich ausnahmsweise im Herbst (zwischen 27. Oktober und 4. Dezember 2015) statt. Neben der Durchführung kam es auch in der Auswertungsmethodik zu Optimierungen und Anpassungen, welche die Vergleichbarkeit der aktuellen Daten mit früheren Erhebungszeitpunkten beeinflussen könnten. Aus diesem Grund sind Zeitreihenvergleiche zwischen PISA 2015 und den Studien zuvor mit gewissen Einschränkungen bei der Interpretation verbunden.

Zusammenfassung der ersten Ergebnisse

Schwerpunkt Naturwissenschaft

  • Österreich erzielt 495 Punkte und liegt damit im OECD-Schnitt (493).
  • 8 % gehören zur Spitzengruppe, 21 % der Jugendlichen sind Risikoschüler/innen.
  • Der Vorsprung der Burschen beträgt 19 Punkte und ist damit weltweit am größten.

Die Naturwissenschaftsleistungen der 15-/16-Jährigen bilden zum zweiten Mal nach PISA 2006 den Testschwerpunkt. Die österreichischen Schüler/innen erzielen einen Mittelwert von 495 Punkten und unterscheiden sich damit nicht signifikant vom OECD-Schnitt, der 493 Punkte beträgt. Unter den 35 OECD-Ländern bedeutet dies einen geteilten Rangplatz zwischen 18 und 24. Im OECD-Raum erbringen die Schüler/innen aus Japan (538), Estland (534) sowie Finnland (531) die höchsten Naturwissenschaftsleistungen. Von Österreichs Nachbarländern erzielen die Jugendlichen aus Slowenien (513), Deutschland (509) und der Schweiz (506) im Schnitt signifikant bessere Naturwissenschaftsleistungen als jene in Österreich.

In Naturwissenschaft werden bei PISA sieben Kompetenzstufen unterschieden. Österreich hat eine Spitzengruppe von 8 % und liegt damit genau im OECD-Schnitt (ebenfalls 8 %). Der Anteil der Risikoschüler/innen liegt in Österreich bei 21 % und ist ebenfalls gleich groß wie im OECD-Schnitt.

Die Naturwissenschaftskompetenz österreichischer Jugendlicher lag 2006 über dem OECD-Schnitt, 2009 unter und 2012 im OECD-Schnitt. Auch 2015 unterscheiden sich die Naturwissenschaftsleistungen Österreichs nicht vom OECD-Mittel.

Geschlechterunterschiede

Im OECD-Schnitt beträgt der Mittelwertunterschied 4 Punkte zugunsten der Burschen. Am deutlichsten sind die Geschlechterunterschiede in Österreich: Hier erzielen Burschen im Schnitt 504 und Mädchen 486 Punkte, was im internationalen Vergleich den größten Vorsprung von 19 Punkten zugunsten der männlichen Jugendlichen bedeutet.

Unter den Jugendlichen mit Spitzenleistungen in Naturwissenschaft sind in Österreich deutlich mehr Burschen als Mädchen (66 % zu 34 %), in der Risikogruppe überwiegen mit 53 % hingegen knapp die Mädchen.

Kompetenzprofil

Österreichische Schüler/innen schneiden bei der Fähigkeit Phänomene naturwissenschaftlich erklären (499) am besten ab, gefolgt von Daten und Belege naturwissenschaftlich interpretieren (493). Die niedrigste Fähigkeit zeigen sie beim Planen und Evaluieren naturwissenschaftlicher Untersuchungen (488).

Hinsichtlich der Wissensarten haben österreichische Schüler/innen Stärken im deklarativen Wissen (501) im Vergleich zum prozeduralen/epistemischen Wissen (490). Die Inhalte aus Physik/Chemie und Erd- und Weltraumwissenschaften (je 497) fallen den Schülerinnen und Schülern etwas leichter als solche aus Biologie (492).

Motivation und Selbstwahrnehmung

Bei den 15-/16-Jährigen in Österreich ist die Freude daran, Naturwissenschaft zu lernen, gering ausgeprägt und liegt deutlich unter dem OECD-Schnitt. Das globale Interesse an naturwissenschaftlichen Themen liegt etwas über dem OECD-Schnitt.

Österreichs Jugendliche schätzen die Bedeutung der Naturwissenschaft für ihre Zukunft deutlich geringer ein als im OECD-Schnitt. Das Vertrauen der österreichischen Jugendlichen in ihre eigenen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten liegt ebenfalls unter dem OECD-Schnitt.

In Österreich sind Motivation und Selbsteinschätzung bei den Burschen höher als bei den Mädchen.

Naturwissenschaftlicher Unterricht

In Österreich dominiert wie in vielen anderen Ländern insgesamt lehrergeleiteter Naturwissenschaftsunterricht, der den Schülerinnen und Schülern primär eine rezipierende Rolle zuschreibt. Der erforschende Naturwissenschaftsunterricht, bei dem Schüler/innen aktiv tätig sind, nimmt vergleichsweise wenig Raum ein. Unterricht, bei dem die Lehrperson flexibel auf die Bedürfnisse der Klasse insgesamt sowie jene einzelner Schüler/innen eingeht, wird als adaptiver Unterricht bezeichnet. Der Naturwissenschaftsunterricht in Österreich ist weniger adaptiv als in anderen OECD-Ländern. Feedback durch die Lehrperson bekommen österreichische Schüler/innen ebenfalls seltener als ihre Alterskolleginnen und -kollegen im OECD-Raum.

Mathematikkompetenz im internationalen Vergleich

  • Österreich erzielt 497 Punkte und liegt damit signifikant über dem OECD-Schnitt (490).
  • 12 % gehören zur Spitzengruppe, 22 % der Jugendlichen sind Risikoschüler/innen.
  • Der Vorsprung der Burschen gegenüber den Mädchen beträgt 27 Punkte.

In Mathematik erreichen die österreichischen Schüler/innen bei PISA 2015 497 Punkte und liegen damit signifikant über dem OECD-Schnitt von 490 Punkten. Unter den 35 OECD-Ländern bedeutet dies statistisch die geteilten Rangplätze 14 bis 22. Die besten Mathematikleistungen zeigen die Jugendlichen aus Japan (532), Korea (536) sowie der Schweiz (521) und Estland (520). Absoluter Spitzenreiter ist in Mathematik – neben Naturwissenschaft und Lesen – Singapur mit 564 Punkten. Neben der Schweiz (521) zeigen auch die Jugendlichen in Slowenien (510) und Deutschland (509) signifikant bessere Mathematikleistungen als Österreichs 15-/16-Jährige.

Spitzenmathematiker/innen auf den Kompetenzstufen 5 und 6 machen in Österreich einen Anteil von 12 % aus, im OECD-Schnitt zeigen 11 % der Jugendlichen sehr hohe Mathematikkompetenzen. Schüler/innen mit sehr geringen mathematischen Kompetenzen werden zur Risikogruppe zusammengefasst – in Österreich umfasst diese Gruppe 22 %, im OECD-Schnitt zeigen 23 % der Jugendlichen mangelnde Grundkompetenzen im Fach Mathematik.

In etwa der Hälfte der 35 OECD-Länder unterscheiden sich die Mathematikleistungen der Schüler/innen nicht voneinander. In 20 Ländern gibt es statistisch bedeutsame Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei ausschließlich in Finnland die Mädchen besser abschneiden als die Burschen (+8). In den anderen Ländern liegt der Mittelwert der Burschen über jenem der Mädchen, wobei Österreich mit der größten Geschlechterdifferenz von 27 Punkten hervorsticht. Im OECD-Schnitt beträgt die Geschlechterdifferenz 8 Punkte zugunsten der Burschen.

Die Mathematik-Kompetenz österreichischer Jugendlicher lag 2003 und 2009 im Bereich des OECD-Mittels, bei den Erhebungen 2006, 2012 und nun auch 2015 erzielten Österreichs 15-/16-Jährige signifikant bessere Ergebnisse als der OECD-Schnitt. Mathematik stellt damit eine relative Stärke Österreichs Jugendlicher dar.

Lesekompetenz im internationalen Vergleich

  • Österreich erzielt 485 Punkte und liegt damit signifikant unter dem OECD-Schnitt (493).
  • 7 % gehören zur Spitzengruppe, 23 % der Jugendlichen sind Risikoschüler/innen.
  • Der Vorsprung der Mädchen gegenüber den Burschen beträgt 20 Punkte.

In Lesen erreichen die österreichischen Jugendlichen einen Mittelwert von 485 Punkten und liegen damit signifikant unter dem OECD-Schnitt von 493 Punkten. Unter den 35 OECD-Ländern bedeutet dies statistisch die geteilten Rangplätze 23 bis 28. Die höchste Lesekompetenz zeigen die Schüler/innen aus Kanada (527) und Finnland (526). Die Spitzenposition nimmt auch beim Lesen Singapur mit 535 Punkten ein. Eine im Schnitt signifikant bessere Lesekompetenz als österreichische 15-/16-Jährige zeigen von unseren Nachbarn Deutschland (509) und Slowenien (505).

In Österreich weisen 7 % sehr hohe Lesekompetenzen auf, die Spitzengruppe unterscheidet sich dabei nicht vom OECD-Schnitt (8 %). Extrem geringe Lesekompetenzen zeigen in Österreich fast ein Viertel der Jugendlichen (23 %). Durch grobe Mängel beim Leseverständnis zählen sie damit zur Risikogruppe. Im OECD-Schnitt können 20 % der Jugendlichen am Ende ihrer Pflichtschulzeit Texte nicht sinnerfassend lesen.

Seit Beginn von PISA erzielen die Mädchen deutlich bessere Leseleistungen als ihre männlichen Alterskollegen – so auch bei PISA 2015. Im OECD-Schnitt beträgt die Geschlechterdifferenz 27 Punkte zugunsten der Mädchen. In Österreich erzielen Mädchen einen Lesemittelwert von 495 Punkten und liegen 20 Punkte vor ihren Alterskollegen. Im Vergleich zu früheren Erhebungen fällt die Geschlechterdifferenz kleiner aus, was eventuell mit der computergestützten Durchführung 2015 zusammenhängen könnte.

Die Lesekompetenz Österreichs Jugendlicher lag 2003 und 2006 im Bereich des OECD-Schnitts, in den Erhebungen 2000, 2009, 2012 und auch 2015 zeigen Österreichs Jugendliche signifikant geringere Leseleistungen als im OECD-Mittel. Das Lesen ist damit seit 15 Jahren die relative Schwäche Österreichs bei PISA.

Familiäre Faktoren

Es gibt zwar in allen Ländern einen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Familie und den Leistungen der Jugendlichen, das Ausmaß des Zusammenhangs variiert jedoch sehr. In Österreich hat der sozioökonomische Status einen relativ großen Einfluss auf das Kompetenzniveau der Jugendlichen – diese Tatsache ist seit PISA 2000 quasi unverändert. Vergleichsweise gerechtere Chancen auf Bildung haben Kinder und Jugendliche in Finnland, Dänemark, Großbritannien und Irland.

Dass Bildungsvererbung in Österreich ein gesellschaftspolitisch relevantes Phänomen ist, zeigen auch die deutlichen Zusammenhänge zwischen dem Bildungsniveau der Eltern und den Leistungen der Schüler/innen: So schneiden Jugendliche, deren Eltern einen Hochschulabschluss haben, in allen drei Kompetenzbereichen im Schnitt um etwa 100 Punkte besser ab als Jugendliche, deren Eltern maximal über Pflichtschulabschluss verfügen. Diese Differenz entspricht etwas mehr als zwei Lernjahren.

Österreich zählt außerdem zu den Ländern mit den größten Leistungsnachteilen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund – in Naturwissenschaft macht der Mittelwertunterschied zwischen Einheimischen und Jugendlichen der zweiten Generation 63 Punkte aus, zwischen Einheimischen und Jugendlichen der ersten Generation sogar 82 Punkte. Das zeigt, dass die Leistungen beider Migrantengruppen auf niedrigem Niveau liegen.

Weiterführende Informationen




Häufig gestellte Fragen zu PISA

Häufig gestellte Fragen zu PISA

PISA ist ein gemeinsames Projekt der OECD-Staaten, das die Kompetenzen von 15-/16-jährigen Schülerinnen und Schülern in drei zentralen Bereichen misst: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. PISA findet alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt: 2003/2012/2022 Mathematik, 2006/2015/2024 Naturwissenschaft, 2000/2009/2018 Lesen. Eine wesentliche Neuerung, die PISA 2015 mit sich brachte, ist die Umstellung im Testmodus von einer papierbasierten auf eine computerbasierte Erfassung der Kompetenzen. Mit PISA 2018 begann der insgesamt dritte Erhebungszyklus mit dem Schwerpunkt Lesen, 2022 folgt Mathematik als Hauptdomäne und 2024 Naturwissenschaft.

Welche Ziele verfolgt die PISA-Studie?

PISA (Programme for International Student Assessment) dient der standardisierten Messung von Schülerleistungen. Hierbei kooperieren die 37 OECD-Staaten mit zahlreichen Partnerländern mit dem Ziel der Erhebung von Bildungsindikatoren.

Die Ergebnisse aus der Studie dienen den Teilnehmerstaaten als Grundlage von schulpolitischen Entscheidungen sowie zur Einschätzung und Kontrolle der Effektivität des jeweiligen Bildungssystems. Der direkte Vergleich dieser Ergebnisse mit jenen der anderen Teilnehmerstaaten erlaubt eine Beurteilung von Stärken und Schwächen der Bildungssysteme.

Die Erfassung der Schülerleistungen erfolgt seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 in regelmäßigen Abständen (alle drei Jahre), wobei zu jedem Erhebungszeitpunkt ein anderer Kompetenzbereich schwerpunktmäßig (mit rund der Hälfte aller Aufgaben) erfasst wird: 2000/2009/2018 Lesen, 2003/2012/2022 Mathematik und 2006/2015/2024 Naturwissenschaft. Damit ist es einerseits möglich, den Ist-Stand über das Wissen, die Fähigkeiten und die Kompetenzen der Schüler/innen zu erheben, der für die Verantwortlichen des Schulwesens eine Orientierung sein kann. Andererseits lassen sich aus diesen kontinuierlich stattfindenden Erhebungen wertvolle Längsschnittvergleiche über die Leistungsentwicklung gewinnen. Damit wird sichtbar, welche Konsequenzen zwischenzeitlich eingeleitete Änderungen im System haben.

Mit PISA 2015 erfolgte die Umstellung von einem papier- auf einen computerbasierten Test.

Welche Schüler/innen werden getestet?

Zielgruppe der Untersuchung sind Schüler/innen, die zum Erhebungszeitpunkt 15/16 Jahre alt sind. Diese Art der Zielgruppendefinition wurde gewählt, weil sich Schüler/innen in diesem Alter in fast allen Teilnehmerländern am Ende der Pflichtschulzeit befinden. In Österreich wird eine Zufallsstichprobe von ca. 7.000 Schülerinnen und Schülern aus ca. 270 Schulen (aus verschiedenen Schultypen – anteilsmäßig zum Vorkommen in der Grundgesamtheit) getestet. An jeder zufällig ausgewählten PISA-Schule werden für den Haupttest maximal 36 Schüler/innen und für den Feldtest maximal 52 Schüler/innen (ebenfalls zufällig) für die Teilnahme an PISA ausgewählt.

Was wird getestet?

Ziel der Studie ist es, ein möglichst breites Spektrum jener Fähigkeiten zu erfassen, die zur Bewältigung von vielfältigen Aufgaben aus den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft nötig sind. Aus diesem Grund steht nicht die Erhebung von Kenntnissen, die im Lehrplan vorgesehen sind, im Vordergrund, sondern die Erfassung von Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Anpassung an veränderte Gegebenheiten erforderlich sind und kontinuierlich über die gesamte Lebensspanne hinweg erworben werden. Das Konzept, das hinter dieser Leitfrage der PISA-Studie steht, ist das Modell des lebenslangen Lernens.

Dieses beschreibt Kompetenzen, die zur Bewältigung des persönlichen und beruflichen Lebens notwendig sind. Wesentlich ist die Frage, inwieweit die Schüler/innen in der Schule in den drei Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft jene Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die sie später als Erwachsene benötigen werden. Die Kompetenzbereiche werden in den PISA-Frameworks definiert und erläutert. Diese werden mit der Umstellung auf die computerbasierte Testung für die jeweilige Hauptdomäne laufend erweitert und angepasst.

Lesen

Lesekompetenz bedeutet, Texte zu verstehen, zu nutzen, zu bewerten, über sie zu reflektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Mathematik

Mathematikkompetenz ist die Fähigkeit einer Person, Mathematik in einer Vielzahl von Kontexten zu formulieren, anzuwenden und zu interpretieren. Dazu gehört mathematisches Schlussfolgern sowie die Anwendung mathematischer Konzepte, Verfahren, Fakten und Werkzeuge, um Phänomene zu beschreiben, zu erklären und vorherzusagen. Mathematikkompetenz hilft jeder/jedem Einzelnen, die Rolle zu erkennen, die Mathematik in der Welt spielt sowie fundierte Urteile abzugeben und gut begründete Entscheidungen zu treffen, wie sie von konstruktiven, engagierten und reflektierenden Bürgerinnen und Bürgern benötigt werden.

Naturwissenschaft

Naturwissenschaftskompetenz ist die Fähigkeit, sich als reflektierende Bürgerin/reflektierender Bürger mit naturwissenschaftlichen Themen und mit den Grundideen der Naturwissenschaft auseinanderzusetzen. Dabei ist es wichtig, sich auf einen gut begründeten Diskurs über Naturwissenschaft und Technologie einzulassen. Alle PISA-Aufgaben werden auf Basis der PISA-Frameworks von internationalen und nationalen Expertengruppen entwickelt und durch die nationalen PISA-Zentren sowie nationale Expertengruppen begutachtet. Innerhalb der getesteten Kompetenzbereiche werden die Aufgaben zu verschiedenen Aufgabenblöcken zusammengefasst. Daraus werden dann verschiedene Testversionen gebildet, für deren Bearbeitung am Computer die Schüler/innen zwei Stunden zur Verfügung haben. Welche Aufgabenblöcke in welcher Testversion enthalten sind, wird durch ein Schema festgelegt, mit dem die Aufgabenblöcke zwischen den Versionen aufgeteilt (rotiert) werden. Durch diese Vorgehensweise können in jedem Kompetenzbereich durch sehr viele Aufgaben Informationen über die Leistungen der Schüler/innen gewonnen werden, obwohl jede Schülerin/jeder Schüler nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Aufgaben bearbeiten muss.

Mit PISA 2018 wurde erstmals auch ein adaptives Testdesign eingeführt. Dabei erhalten die Schüler/innen, je nachdem, ob die vorhergehenden Aufgaben richtig oder falsch beantwortet wurden, in weiterer Folge Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Die Aufgaben, die die Schüler/innen lösen müssen, setzen sich aus unterschiedlichen Formaten zusammen:

  • Es gibt Aufgaben, bei denen aus mehreren vorgegebenen Antworten eine ausgewählt werden muss (Multiple-Choice-Aufgaben).
  • Weiters gibt es Aufgaben, bei denen Aussagen bzw. Textteile mit Drag-and-Drop in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen oder im Text ein fehlendes Wort aus einem Drop-down-Menü ausgewählt werden muss.
  • Bei Aufgaben, die eine kurze offene Antwort erfordern, müssen die Schüler/innen kurze verbale oder numerische Antworten selbst finden und niederschreiben.
  • Bei komplexen offenen Aufgaben muss eine umfassende, längere verbale Antwort selbst konstruiert, niedergeschrieben und begründet werden.
  • Darüber hinaus gibt es Aufgaben, bei denen die Schüler/innen zunächst eine Computersimulation durchführen (z. B. Auswirkungen der körperlichen Tätigkeit auf die Atemfrequenz) und dann Fragen zu den Ergebnissen dieser Simulation beantworten.

Welche zusätzlichen Informationen werden erhoben?

Neben den Leistungsdaten werden wichtige Kontextinformationen auf Schul- und Schülerebene erhoben. Diese liefern eine detaillierte Grundlage für eine schulpolitisch orientierte Ergebnisanalyse und können zur Erklärung von bestimmten Ergebnissen (z. B. welche Rolle das Geschlecht oder der Sozialstatus der Familie für die Leistungen der Schüler/innen spielt) herangezogen werden. Um solche wichtigen Hintergrunddaten zu erhalten, wird im Anschluss an den Test eine rund 45-minütige Befragung der Schüler/innen ebenfalls am Computer durchgeführt.

Darüber hinaus werden wichtige Merkmale der Schule bzw. der Schul- und Unterrichtsorganisation, die einen Einfluss auf die Leistungen der Schüler/innen haben können, in einem Fragebogen für Schulleiter/innen erhoben.

Die Fragebögen werden von einer internationalen Expertengruppe entwickelt. Gewisse Kernfragen in diesen Fragebögen sind in allen Erhebungsjahren enthalten. Variiert werden hingegen die Fragen zum jeweiligen Testschwerpunkt (Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaft). Wichtige Themen der Schülerbefragung sind:

  • demografische Daten (z. B. Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund)
  • sozioökonomischer Hintergrund (z. B. Beruf und Schulbildung der Eltern)
  • vorhandene und nutzbare Lernressourcen in der Schule und im Elternhaus
  • die Einstellungen der Schüler/innen zum Hauptkompetenzbereich (aktuell Mathematik)
  • Fragen zum Unterricht aus Sicht der Schüler/innen
  • Computernutzung und Umgang mit elektronischen Medien (internationale Option mit freiwilliger Beteiligung)

Im Schulfragebogen werden u. a. folgende Informationen erhoben:

  • Basisdaten zur Schule (Schultyp, Schulgröße, Klassenzahl, Lehrerzahl etc.)
  • Informationen über Schulressourcen und Lernumgebung
  • Kontext von Unterricht und Erziehung
  • Maßnahmen der Qualitätsentwicklung

Wie ist das Projekt organisiert?

International

Auf internationaler Ebene hat das OECD-Sekretariat die übergreifende Managementverantwortung für das gesamte Projekt. Wichtige Entscheidungen fallen im PISA Governing Board (PGB), in dem alle Teilnehmerländer vertreten sind (Österreichs Vertreter im PGB ist Dr. Mark Német, BMBWF). Das PGB legt im Rahmen der Zielsetzung der OECD die politischen Prioritäten fest und überwacht ihre Einhaltung im Verlauf der Implementierung des Programms. Mit der Abwicklung von PISA werden internationale Vertragspartner beauftragt, die für die Realisierung des OECD-Konzepts verantwortlich sind. PISA 2018 wurde international von mehreren Vertragspartnern („Cores“) der OECD koordiniert. Das internationale Management von PISA 2015 oblag ETS (Educational Testing Service, USA) gemeinsam mit dem OECD-Sekretariat in Paris. ETS war darüber hinaus für Testdesign und Testentwicklung und die Entwicklung der elektronischen Testplattform zuständig. Für die Entwicklung der Frameworks zeichnete Pearson (USA) verantwortlich, für die Erhebungsdurchführung und die Stichprobenziehung WESTAT (USA). Das Deutsche Institut für Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt war für die Entwicklung des Fragebogen-Frameworks sowie der Fragebögen zuständig. Die Cores wurden zusätzlich von verschiedenen Expertengruppen unterstützt, die sich aus international renommierten Forscherinnen und Forschern aus verschiedensten Bereichen wie Fachdidaktik, Methodik, Psychologie oder Pädagogik zusammensetzten. Darüber hinaus gibt es für jeden der drei getesteten Kompetenzbereiche Arbeitsgruppen mit renommierten internationalen Expertinnen und Experten (Subject Matter Expert Groups – SMEG), die gewährleisten, dass sich die politische Zielsetzung von PISA mit den höchsten international verfügbaren fachwissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Kompetenzen in den verschiedenen Erhebungsbereichen verbindet. Zur Gewährleistung der technischen Qualität des Projekts wurde die Technical Advisory Group eingerichtet, die z. B. für die Überprüfung der Durchführbarkeit der geplanten Stichprobenziehung verantwortlich ist.

Österreich

Die Umsetzung des Projekts auf nationaler Ebene wird in Österreich vom Bildungsministerium finanziert und beaufsichtigt. Österreichischer Vertragspartner und national für die Realisierung verantwortlich ist das BIFIE-Referat 1/2 Internationale Assessments & Erhebungen unter der Leitung von Mag. Christina Wallner-Paschon. Nationale Projektleiterin für PISA ist Mag. Dr. Birgit Suchań.

Was wird für hohe Qualität getan?

In einer weltweit durchgeführten Studie wie PISA muss ein besonderes Augenmerk auf alle Aspekte der Qualität und der fairen Vergleichbarkeit gelegt werden.

Dies betrifft die internationale Konstruktion der Test- und Befragungsinstrumente, die Übersetzungsprozeduren, die korrekte Auswahl der Schulen und Schüler/innen, den kontrollierten Ablauf des Tests an den Schulen und die sorgfältige Eingabe und Auswertung der erhobenen Daten. Dazu wird von der OECD (dem internationalen Konsortium) ein umfassendes Qualitätsmonitoring durchgeführt, wie z. B. die internationale Kontrolle der Testung durch sogenannte PISA Quality Monitors sowie rigorose Kontrollprozesse bei der Eingabe der Daten und bei der Erstellung der nationalen Datenbasis. Darüber hinaus werden auch am BIFIE umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt, welche durch die professionelle Erfahrung der Mitarbeiter/innen am BIFIE unterstützt werden (z. B. langjährige Mitarbeit bei internationalen Studien, Einsatz externer, gut ausgebildeter Testleiter/innen, nationale Überprüfung der Einhaltung der Testprozeduren etc.).

Wie wird die Vertraulichkeit der Schüler/innen gewahrt?

Durch die Art und Weise der Erhebung der Daten bei PISA ist gewährleistet, dass das BIFIE keine Namen der teilnehmenden Schüler/innen erfährt. Das BIFIE hält sich damit sowohl an die Vorgaben des aktuellen Datenschutzgesetzes als auch an jene der OECD. Es ist ausschließlich an aggregierten Daten und nicht an Einzeldaten von Personen interessiert. Alle Mitarbeiter/innen des Bundesinstituts BIFIE sind per BIFIE-Gesetz (§ 3 Abs. 2 BGBl. I Nr. 25/2008 i. d. g. F.) zur Verschwiegenheit verpflichtet. Es werden die Ergebnisse aus den Tests und aus den Fragebögen verarbeitet. Die Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.




PISA – ein Überblick

PISA – ein Überblick

Die PISA-Studie wurde Ende der 1990er-Jahre von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ins Leben gerufen, um Daten zur Qualität und Effektivität der verschiedenen Schulsysteme in den Mitgliedsstaaten zu erhalten. Von anfänglich 32 Teilnehmerländern hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt; an PISA 2018 beteiligten sich 79 Länder. Mittlerweile ist PISA in Österreich zu einem festen Bestandteil der qualitätssichernden Maßnahmen im Bildungsbereich und einer faktenbasierten Bildungspolitik geworden. Während die PISA-Erhebung von 2000 bis 2012 papierbasiert (mit Testheften) durchgeführt wurde, erfolgte 2015 die Umstellung auf einen computerbasierten Test.

Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft im Fokus

Eine zentrale Fragestellung der PISA-Studie ist, wie gut es den unterschiedlichen Schulsystemen gelingt, die Schüler/innen auf die Herausforderungen der Zukunft und das „lebenslange Lernen“ vorzubereiten. Dazu werden die Kompetenzen in drei zentralen Bereichen gemessen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft.

Seit PISA 2000 wird jede Erhebung jeweils um einen „innovativen Bereich“ – entweder in Form eines Fragebogens oder in Form einer neuen Testdomäne – ergänzt. Eine Teilnahme der Länder an diesen Zusätzen ist optional. Österreich nahm bei PISA 2000 an der internationalen Zusatzbefragung zu fächerübergreifenden Fähigkeiten (Cross-Curricular Competencies) teil, bei der die Schüler/innen u. a. zu Strategien des selbstregulierenden Lernens und der Handlungskontrolle, zu kooperativem Lernen, ihrer Motivation und Zielorientierung befragt wurden. Bei PISA 2003 und 2012 wurden die Testdomänen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft um die fächerübergreifende Kompetenz „Problemlösen“ erweitert, wobei diese 2003 mit einem herkömmlichen Papier-Bleistift-Test und 2012 computerbasiert erfasst wurde. 2009 beteiligte sich Österreich an der Zusatzbefragung „Lesen elektronischer Medien“, die bei PISA 2012 fortgeführt wurde. Zudem wurde bei PISA 2012 (mit Beteiligung Österreichs) die Mathematikkompetenz zusätzlich zum gewohnten „Papiertest“ auch computerbasiert erfasst. Bei PISA 2015 wurde als innovativer Bereich zusätzlich zu den drei Kernbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft das „kollaborative Problemlösen“ (gemeinschaftliches Problemlösen) mit österreichischer Beteiligung erfasst; 2018 folgte der Testbereich „Global Competence“, an dem sich Österreich nicht beteiligte. Seit 2012 wird darüber hinaus ein eigener Test zum Thema „Financial Literacy“ eingesetzt, der in Österreich bisher bei keinem Erhebungsdurchgang eingesetzt wurde.

Die PISA-Aufgaben erfassen, inwieweit Schüler/innen in der Lage sind, alltagsrelevante Probleme effektiv zu analysieren, ihre Lösungen zu begründen und darzulegen. Reines Faktenwissen spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

PISA findet alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt. Mit PISA 2018 begann der insgesamt dritte Erhebungszyklus. Lesen wurde bei dieser Erhebung (nach 2000 und 2009) zum dritten Mal schwerpunktmäßig erfasst, 2021 folgt Mathematik und 2024 Naturwissenschaft.

PISA-Zyklus

 

Zielgruppe

Die Zielgruppe von PISA wurde auf Basis des Alters festgelegt, in dem sich die Jugendlichen im Großteil der OECD-Länder am Ende der Pflichtschulzeit befinden, nämlich im Alter von 15/16 Jahren. Somit ist eine Bestandsaufnahme des Wissens und der Fähigkeiten möglich, die die Schüler/innen im Lauf ihrer Pflichtschulzeit erworben haben.

Bei PISA werden in jedem Land Schüler/innen in zufällig ausgewählten Schulen getestet. Dazu wird jeweils eine Stichprobe von etwa 6.800 Schülerinnen und Schülern des entsprechenden Jahrgangs aus mindestens 150 Schulen gezogen. In jedem Land müssen am Ende auswertbare Daten von 6.300 Schülerinnen und Schülern vorliegen. Die Tests finden weltweit unter denselben Bedingungen statt. PISA wird in Österreich in allen Schultypen, die von 15-/16-Jährigen besucht werden, durchgeführt, wobei die Stichprobe die Anteile der Jugendlichen in den einzelnen Schultypen in der Grundgesamtheit repräsentiert.

Durchführung

Der PISA-Test wird an den Schulen von externen, eigens geschulten Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt. In den ersten beiden Erhebungsrunden wurde PISA ausschließlich papierbasiert durchgeführt. Die Jugendlichen haben zwei Stunden Zeit, um die Aufgaben aus den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft zu bearbeiten. Um die unterschiedlichen Fragestellungen aus den drei Bereichen zu beantworten, müssen die Schüler/innen aus vorgegebenen Antworten eine oder mehrere auswählen, ihre Lösungen selbst formulieren und am Computer eingeben, aber auch Aussagen oder Textteile mittels Drag-and-Drop in die richtige Reihenfolge bringen, im Text ein fehlendes Wort aus einem Drop-down-Menü auswählen oder in Naturwissenschaft Computersimulationen ausführen.

Im Anschluss an den Test beantworten die Jugendlichen einen Fragebogen zu wichtigen Hintergrundmerkmalen, die in Zusammenhang mit den gemessenen Leistungen stehen. Erhoben werden etwa das Geschlecht, der Beruf und die Ausbildung der Eltern, das Geburtsland und die Muttersprache der Schüler/innen, aber auch Informationen zu Einstellungen, Motivation und Unterricht in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Auch auf Schulebene gibt es einen Fragebogen zu wichtigen Einflussfaktoren (z. B. Schul- und Unterrichtsressourcen, Angebote für Schüler/innen, Managementaufgaben der Schulleitung etc.), der von den Schulleiterinnen und Schulleitern ausgefüllt wird.

Datenschutz

Durch die Art und Weise der Erhebung der Daten bei PISA ist gewährleistet, dass das BIFIE keine Namen der teilnehmenden Schüler/innen erfährt. Das BIFIE hält sich damit sowohl an die Vorgaben des aktuellen Datenschutzgesetzes als auch an jene der OECD. Es ist ausschließlich an aggregierten Daten und nicht an Einzeldaten von Personen interessiert. Alle Mitarbeiter/innen des Bundesinstituts BIFIE sind per BIFIE-Gesetz (§ 3 Abs. 2 BGBl. I Nr. 25/2008 i. d. g. F.) zur Verschwiegenheit verpflichtet. Es werden die Ergebnisse aus den Tests und aus den Fragebögen verarbeitet. Die Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Organisation

PISA wird in Österreich im Auftrag des Bildungsministeriums vom BIFIE durchgeführt. Nationale Projektleiterin für PISA ist Dr. Birgit Suchań.

Auf internationaler Ebene trägt das OECD-Sekretariat in Paris die Managementverantwortung für PISA. Grundlegende Entscheidungen werden im PISA Governing Board (PGB) getroffen, in dem alle Länder auf politischer Ebene vertreten, aber nur OECD-Mitgliedsländer stimmberechtigt sind. Österreich wird im PGB von Dr. Mark Német (BMBWF) vertreten.

Mit der Umsetzung von PISA auf internationaler Ebene war bis PISA 2012 ein Konsortium aus mehreren internationalen Forschungsinstituten unter der Leitung des Australian Council for Educational Research (A.C.E.R) betraut. PISA 2015 wurde organisatorisch in sieben Kernkompetenzen aufgeteilt („Cores“), die von verschiedenen Subvertragsnehmern der OECD geleitet werden. Das internationale Management obliegt seither ETS (Educational Testing Service, USA) gemeinsam mit dem OECD-Sekretariat in Paris. ETS ist darüber hinaus für Testdesign und -entwicklung sowie für die Entwicklung der computerbasierten Test-Plattform zuständig. Für die Entwicklung der Frameworks zeichnet Pearson (USA) verantwortlich, für die Erhebungsdurchführung und die Stichprobenziehung WESTAT (USA). Das Deutsche Institut für Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt ist für das Framework und die Entwicklung der Fragebögen zuständig. Die Cores werden zusätzlich von verschiedenen Expertengruppen unterstützt, die sich aus international renommierten Forscherinnen und Forschern aus verschiedensten Bereichen wie Fachdidaktik, Methodik, Psychologie oder Pädagogik zusammensetzen.

Ergebnisse

Ein wesentliches Ziel von PISA ist es, die Ergebnisse möglichst vielen Personen und Interessengruppen zugänglich zu machen, um Weiterentwicklungen in den Schulsystemen faktenbasiert zu unterstützen und voranzutreiben.

Auf nationaler Ebene ist das BIFIE mit einer Reihe von Publikationen bemüht, die Ergebnisse für Österreich möglichst umfassend aufzubereiten. Die Publikationen können auf der Webseite des BIFIE abgerufen werden. Ebenso sind PISA-Beispielaufgaben erhältlich.

Die internationalen Berichte der OECD sind meist themenspezifisch ausgerichtet und sind sowohl in Buchform als auch über die Webseite der OECD als Download erhältlich.

Ein zentrales Produkt von PISA ist darüber hinaus die internationale Datenbasis der OECD, die nach der Erstveröffentlichung der Ergebnisse einer aktuellen Erhebung über die Webseite der OECD verfügbar ist. Bildungspolitiker/innen und Bildungsforscher/innen können diese für eigene detaillierte Analysen nutzen. Zudem stellt die OECD ein Analysetool (Data Explorer) zur Auswertung von PISA-bezogenen Fragestellungen zur Verfügung.

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Zitat: PISA




PISA 2000

PISA 2000

Bei PISA 2000 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt. Circa zwei Drittel der Testzeit wurden für diesen Bereich verwendet, das restliche Drittel wurde für Mathematik und Naturwissenschaft eingesetzt. Österreichische Schüler/innen erzielten in Lesen 492 Punkte und lagen damit knapp unter dem OECD-Schnitt von 500 Punkten.

PISA 2000 war die erste Erhebung im ersten neunjährigen PISA-Zyklus. Der Schwerpunkt lag auf der Lesekompetenz (PISA 2003: Mathematik; PISA 2006: Naturwissenschaft). Weltweit absolvierten im Jahr 2000 rund 250.000 Schüler/innen in 33 Ländern (29 OECD- und 4 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4745 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1984 in einer repräsentativen Stichprobe aus 213 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt wurden die Daten aus den Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen. Die Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden dabei zu wichtigen Informationen rund um Schule und Lernen befragt, wie z. B. zu Merkmalen der Schüler/innen (Freude und Interesse am Lesen, kulturelle Aktivitäten, außerschulisches Lernen), zum familiären Hintergrund (Kommunikation, Förderung und Struktur zu Hause, Bildung der Eltern) und der Schule (Erwartungen im Unterricht, Schulautonomie).

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Die österreichischen Daten von PISA 2000 wurden neu gewichtet, da in der ursprünglichen Gewichtung durch die OECD der Anteil der Berufsschüler/innen nicht korrekt abgebildet wurde. Im Nachhinein wurde daher eine Neugewichtung vorgenommen, die jetzt für alle weiteren Analysen herangezogen wird. Details dazu finden Sie im „Working Paper“ der OECD: OECD (2006). PISA 2000: Sample Weight Problems in Austria. Education Working Paper No. 5.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Österreichische Schüler/innen liegen mit durchschnittlich 492 Punkten unter dem OECD-Schnitt von 500. Zur Spitzengruppe in Lesen zählen 7 % der österreichischen Jugendlichen. Ganze 20 % der Jugendlichen dieser Altersgruppe zählen zur Risikogruppe und haben somit erhebliche bis massive Probleme beim Lesen. In allen 31 Teilnehmerstaaten schneiden Mädchen in Lesen signifikant besser ab als Burschen. In Österreich beträgt die Differenz 33 Punkte.

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die Ergebnisse von PISA 2000 bestätigen im Wesentlichen die Position der österreichischen Schüler/innen in Mathematik und Naturwissenschaft, wie sie sich aus früheren Studien ergeben hat (z. B. TIMSS 1995). Die österreichischen 15-/16-Jährigen erzielen einen Mittelwert von 506 und liegen damit über dem OECD-Durchschnitt von 500, wobei Burschen besser abschneiden als Mädchen (20 Punkte Differenz).

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

In Naturwissenschaft ist das nationale Ergebnis „traditionell“ etwas besser als in Mathematik. Österreich landet im Test mit den naturwissenschaftlichen Aufgaben bei 505 Punkten und liegt damit im Bereich des OECD-Schnitts von 500.

Familiäre Faktoren

Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser.

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PISA 2003

PISA 2003

Bei PISA 2003 stand die Mathematikkompetenz im Mittelpunkt. Etwas mehr als die Hälfte aller Aufgaben stammten aus diesem Bereich, die restlichen Aufgaben verteilten sich auf die Kompetenzen in Lesen, Naturwissenschaft und der bei PISA 2003 erstmals erfassten fächerübergreifenden Problemlösekompetenz der Jugendlichen. Österreich lag in Mathematik mit 506 Punkten im Bereich des OECD-Schnitts (500 Punkte).

PISA 2003 stellte die zweite Erhebung im ersten neunjährigen PISA-Zyklus dar. Der Schwerpunkt lag auf der Mathematikkompetenz (PISA 2000: Lesen; PISA 2006: Naturwissenschaft). Neben den drei Kernbereichen wurde bei PISA 2003 auch die fächerübergreifende Problemlösekompetenz der Jugendlichen erhoben.

Weltweit absolvierten im Jahr 2003 rund 275.000 Schüler/innen in 41 Ländern (30 OECD- plus 11 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4597 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1987 in einer repräsentativen Stichprobe aus etwa 200 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt wurden die Daten der Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen. Die Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden dabei zu wichtigen Themen rund um Schule und Lernen befragt, wie z. B. zu Merkmalen der Schüler/innen (Charakteristiken, familiärer Hintergrund) und der Schule (Struktur und Organisation der Schule, Ressourcen, Rechenschafts- und Aufnahmepraktiken), zum Unterricht sowie zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die nationalen Zusatzbefragungen über Lesegewohnheiten der Jugendlichen, Nutzung von Informationstechnologien, Befindlichkeit und Schulerfolg der Schüler/innen, Schul- und Unterrichtsqualität sowie Belastung/Stress in der Schule wurden überwiegend aus PISA 2000 im Längsschnitt fortgeführt.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die 15-/16- jährigen Schüler/innen in Österreich erzielen im Schnitt 506 Punkte, das heißt, sie liegen im Bereich des OECD-Mittels (500 Punkte) und knapp vor Deutschland (503). Innerhalb der 29 OECD-Staaten liegt Österreich auf Platz 15 (das entspricht den geteilten Rängen 13–18). Die Größe der Spitzengruppe umfasst in Österreich 15 %. Die Risikogruppe ist mit 19 % relativ groß. In 12 Ländern, darunter Österreich, unterschieden sich Mädchen und Burschen in ihren Mathematikleistungen nicht signifikant.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Österreichs 15-/16-Jährige erzielen im Lesetest durchschnittlich 491 Punkte und liegen damit im Bereich des OECD-Schnitts von 494. Innerhalb der 29 OECD-Staaten erreicht Österreich Platz 19 bzw. die geteilten Ränge 12–21. Zur Lese-Spitzengruppe zählen in Österreich 8 %, die Risikogruppe macht 20 % der Schüler/innen aus. Die Differenz zwischen den Leseleistungen der Mädchen und Burschen beträgt 22 Punkte zugunsten der Mädchen.

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die 15-/16-jährigen Schüler/innen in Österreich erzielen durchschnittlich 491 Punkte. Der Mittelwert liegt damit signifikant unterhalb des OECD-Schnitts von 500. Unter 29 OECD-Staaten bedeutet dies Platz 20 (geteilte Ränge 16–23). Die Naturwissenschaftsleistungen der Mädchen und Burschen unterscheiden sich in Österreich nicht signifikant.

Kompetenzen der österreichischen Schüler/innen im Bereich Problemlösen

Die Ergebnisse bei der fächerübergreifenden Problemlösekompetenz sind denen in Mathematik sehr ähnlich. Österreichs Schüler/innen liegen mit 506 Punkten im Bereich des OECD-Schnitts und unter den OECD-Staaten auf Platz 15 (geteilte Ränge 13–17).

Mädchen und Burschen unterscheiden sich in Österreich beim Problemlösen nicht signifikant.

Familiäre Faktoren

Die Leseleistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil vom Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser.

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PISA 2006

PISA 2006

Bei PISA 2006 stand die Naturwissenschaftskompetenz mit ca. der Hälfte der Testaufgaben im Mittelpunkt. Mathematik und Lesen wurden als Nebendomäne mit je einem Viertel der Aufgaben erfasst. Österreich lag bei PISA 2006 mit 511 Punkten knapp über dem OECD-Schnitt von 500 Punkten.

PISA findet seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt. PISA 2006 beendete mit der schwerpunktmäßigen Erfassung der Naturwissenschaftskompetenz den ersten vollständigen Erhebungszyklus (2000 stand Lesen im Mittelpunkt und 2003 Mathematik).

Wissen, Fragestellungen und Methoden in Physik, Chemie, Biologie und in den Erd- und Weltraumwissenschaften standen im Zentrum der Studie. Weltweit absolvierten im Jahr 2006 rund 400.000 Schülerinnen und Schüler in 57 Ländern (30 OECD- und 27 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen. In Österreich wurden 4927 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1990 in einer repräsentativen Stichprobe aus 203 Schulen aller Schultypen getestet.

Ergänzt werden die Daten aus den Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen zu wichtigen Faktoren rund um Schule und Lernen, wie z. B. Merkmale der Schüler/innen (Charakteristika, familiärer Hintergrund) und der Schule (Struktur und Organisation der Schule, Ressourcen, Rechenschafts- und Aufnahmepraktiken), den Unterricht und das Lernen in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die nationalen Zusatzerhebungen wurden überwiegend aus PISA 2000 und 2003 im Längsschnitt fortgeführt und fragen Rahmenbedingungen der Leseförderung, die Nutzung von Computer und Internet, die Qualität in Schulen, Befindlichkeit und Schulerfolg sowie Belastungen in der Schule ab. Die Erhebung dieser Kontextdaten ermöglicht detaillierte Analysen im Hinblick auf die Leistungen der Schüler/innen und gibt Aufschluss über Zusammenhänge verschiedener Merkmale.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Naturwissenschaftsleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die österreichischen Schüler/innen erzielen auf der neu verankerten Naturwissenschaftsskala im Mittel 511 Punkte und liegen damit 11 Punkte (und statistisch signifikant) über dem OECD-Schnitt (500). Innerhalb der 30 OECD-Länder bedeutet dies Rang 12 (statistisch 8. bis 15. geteilter Rang).

Österreich weist in Naturwissenschaft 10 % Spitzenschüler/innen auf und liegt damit geringfügig hinter Deutschland (12 %), gleichauf mit der Schweiz und ähnlich wie der OECD-Schnitt (9 %). Die Risikoschüler/innen machen 16 % aus, das heißt, jede sechste österreichische Schülerin/jeder sechste österreichische Schüler zeigt gegen Ende der Pflichtschulzeit große Mängel im naturwissenschaftlichen Wissen.

Zwischen Mädchen und Burschen gibt es in Österreich – wie in allen anderen Ländern – keine wesentlichen Unterschiede auf der Naturwissenschafts-Gesamtskala.

Sowohl allgemeines als auch spezifisches Interesse an Naturwissenschaft oder an bestimmten Themen liegen bei Österreichs Jugendlichen im Durchschnitt der OECD-Staaten. Dagegen zeigen sie deutlich weniger Freude und Spaß als ihre Alterskolleginnen und -kollegen der meisten europäischen Vergleichsländer am Lesen oder Lernen über naturwissenschaftliche Themen. Sowohl bei der instrumentellen als auch bei der zukunftsorientierten Motivation findet man bei Schülerinnen und Schülern in Österreich die niedrigsten Werte innerhalb der europäischen Vergleichsländer.

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die Ergebnisse in Lesen sind seit 2000 praktisch unverändert geblieben. Die österreichischen Schüler/innen erreichen in Lesen im Mittel 490 Punkte (OECD 492). Innerhalb der 29 OECD-Länder (ohne die USA) bedeutet dies Rang 16 (statistisch den 12. bis 20. geteilten Rang). Wie bei bisher allen PISA-Studien lesen Mädchen weltweit im Schnitt deutlich besser als Burschen.

Mathematikleistungen der österreichischen Schüler/innen

Die österreichischen Schüler/innen erreichen bei PISA 2006 in Mathematik im Mittel 505 Punkte und liegen damit 7 Punkte (und statistisch signifikant) über dem OECD-Schnitt (498). Burschen schneiden in Österreich in Mathematik signifikant besser ab als Mädchen.

Spitzen- und Risikogruppen

21 % der österreichischen Schüler/innen gehören in zumindest einem Kompetenzbereich zur Spitzengruppe und am anderen Ende des Leistungsspektrums zählt fast jeder dritte heimische Jugendliche zu einer Risikogruppe, das heißt, 10 % der Schüler/innen zeigen in allen drei Kompetenzbereichen besonders geringe Leistungen und zählen sowohl in Naturwissenschaften als auch in Mathematik und in Lesen zur Risikogruppe.

Familiäre Faktoren

Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In Mathematik und Naturwissenschaft ist das Ergebnis ähnlich. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite weit besser.

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PISA 2009

PISA 2009

Bei PISA 2009 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt: Rund die Hälfte aller Aufgaben stammte aus diesem Bereich, je ein Viertel der Aufgaben aus Mathematik und aus Naturwissenschaft. Österreichische Schüler/innen erzielten in Lesen 470 Punkte und lagen damit 23 Punkte unter dem OECD-Schnitt. In Mathematik lagen Österreichs Jugendliche ganz genau im Schnitt der OECD-Länder (496), in Naturwissenschaft knapp – aber signifikant darunter (494).

Mit PISA 2009 begann der zweite neunjährige Zyklus mit einem Lesekompetenz-Schwerpunkt (wie PISA 2000), 2012 folgte als Schwerpunkt Mathematik und 2015 Naturwissenschaft. Weltweit absolvierten im Jahr 2009 rund 470.000 Schüler/innen in 65 Ländern (34 OECD- und 31 Partnerländer) den standardisierten PISA-Test und beantworteten einen Hintergrundfragebogen.

In Österreich wurden 6590 zufällig ausgewählte Schüler/innen des Jahrgangs 1993 in einer repräsentativen Stichprobe aus 282 Schulen aller Schultypen getestet. Die Stichprobe war etwas größer als bei bisherigen Erhebungen, da sich Tirol und Vorarlberg erstmals mit einer erweiterten Stichprobe beteiligten, so dass es möglich wurde, diese beiden Bundesländer international zu vergleichen.

Erstmals wurde im Rahmen des Lesekompetenz-Schwerpunkts bei PISA 2009 die Fähigkeit der 15-/16-jährigen Schüler/innen beim Lesen elektronischer Medien (Internet, E-Mails, Blogs, Chats etc.) erfasst. Mit Österreich beteiligten sich insgesamt 16 OECD-Länder an dieser PISA-Zusatzstudie (Electronic Reading Assessment, kurz ERA). Elektronische Medien, vor allem das Internet, nehmen einen immer größeren Stellenwert in der Kommunikation und Information – insbesondere auch von Jugendlichen – ein. ERA misst, inwieweit 15-/16-jährige Schüler/innen in der Lage sind, Informationen aus elektronischen Medien zu entnehmen sowie diese kritisch zu hinterfragen, und beleuchtet die Navigationsfähigkeiten der Schüler/innen. Inhaltlich und technisch stellt ERA eine Innovation dar. Die Aufgaben wurden den Jugendlichen in einer simulierten Web-Umgebung präsentiert, der Test dauerte ca. 40 Minuten.

Ergänzt werden die Daten aus den Leistungstests durch Kontextinformationen aus Schüler- und Schulfragebögen. Die Schüler/innen und Schulleiter/innen wurden dabei zu wichtigen Informationen rund um Schule und Lernen befragt, wie z. B. zu Merkmalen der Schüler/innen (Charakteristiken, familiärer Hintergrund) und der Schule (Struktur und Organisation der Schule, Ressourcen, Rechenschafts- und Aufnahmepraktiken), zum Unterricht sowie zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Für PISA 2009 beauftragte das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) ein universitäres Konsortium unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Eder, Universität Salzburg, mit der Erstellung der nationalen Zusatzerhebungen auf Schul- und Schülerebene. Neu bei PISA 2009 sind dabei die folgenden Themenbereiche der Schülerbefragung: Unterricht im Fach Deutsch, Gewalt in der Schule, Geschlechterrollen und Freizeitgestaltung, Sozialkapital und kulturelle Aktivitäten.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick

Leseleistungen der österreichischen Schüler/innen

Österreichs Schüler/innen erreichen bei PISA 2009 auf der Lese-Gesamtskala einen Mittelwert von 470 Punkten und liegen damit 23 Punkte und statistisch signifikant unter dem OECD-Schnitt von 493. Innerhalb der 34 OECD-Länder bedeutet dies Rang 31 (statistisch betrachtet den geteilten 29. bis 32. Rang).

Der Abstand Österreichs zu den besten OECD-Ländern Korea (539) und Finnland (536) beträgt 69 bzw. 66 Punkte (zu Shanghai sogar 86 Punkte).

Schüler/innen der höchsten Lese-Kompetenzstufen 5 und 6 bilden die Spitzengruppe beim Lesen. Österreich weist 5 % solcher Spitzenschüler/innen auf. Im OECD-Schnitt gehören 7 % der 15-/16-Jährigen zur Lese-Spitzengruppe. Die meisten Spitzenschüler/innen haben Neuseeland (16 %) und Finnland (15 %).

Problematisch sind die 28 % Risikoschüler/innen in Österreich, die gegen Ende der Pflichtschulzeit nur unzureichend sinnerfassend lesen können. Sie sind in ihrem privaten und gesellschaftlichen Leben erheblich beeinträchtigt. Besonders der Eintritt in den Arbeitsmarkt wird für diese Schüler/innen schwierig sein. Im Vergleich zu Korea (6 %) hat Österreich fast fünfmal so viele Risikoschüler/innen. Im Schnitt der OECD-Länder gehört jede/jeder fünfte Jugendliche (19 %) zur Lese-Risikogruppe.

Mädchen schneiden in allen OECD-/EU-Ländern im Lesen besser ab als Burschen – in Österreich (41 Punkte) ist die Differenz ähnlich hoch wie im OECD-Schnitt (39 Punkte). Jugendliche mit Migrationshintergrund haben in Österreich große Leseprobleme: Mit einer Differenz von 68 Punkten zu den Einheimischen gehört Österreich zu den drei OECD-Ländern mit den größten Leistungsunterschieden (Italien: 72 Punkte, Belgien: 68 Punkte). Am relativ schlechtesten schneidet die 1. Migrantengeneration ab (Mittelwerte: 1. Generation 384, 2. Generation 427, Einheimische 481).

Lesen elektronischer Medien

Österreich erzielte beim Lesen elektronischer Medien 459 Punkte und liegt deutlich unter dem OECD-Schnitt von 499 (das bedeutet Rang 15 unter den 16 Teilnehmerstaaten). Das ist um rund 12 Punkte schlechter als beim Lesen gedruckter Medien (470). Mädchen schneiden in beiden Bereichen signifikant besser ab als Burschen.

Spitzen- und Risikogruppen

16 % der österreichischen Schüler/innen gehören am Ende der Pflichtschulzeit in zumindest einem der drei Kompetenzbereiche zur Spitzengruppe. Am anderen Ende des Leistungsspektrums zählt jeder dritte heimische Jugendliche in mindestens einem Kompetenzbereich zur Risikogruppe (34 %), 15 % der Schüler/innen zeigen in allen drei, Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft, mangelhafte Grundkompetenzen.

Familiäre Faktoren

Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser.

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PISA 2012

PISA 2012

Der PISA-Test 2012 fand im Frühjahr 2012 statt. Zum zweiten Mal stand dabei (nach PISA 2003) die Mathematikkompetenz im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde die Problemlösekompetenz der Jugendlichen erfasst. Neu war, dass der Problemlösetest ausschließlich am Computer stattfand.

Der PISA-Test 2012 stellt die zweite Erhebung innerhalb des zweiten neunjährigen Zyklus dar, der mit PISA 2009 (Leseschwerpunkt) begonnen hat. Im Mittelpunkt bei PISA 2012 steht die Mathematikkompetenz der Schüler/innen, das heißt, circa die Hälfte aller Aufgaben stammt aus diesem Bereich, je ein Viertel der Aufgaben wird für Lesen und Naturwissenschaft eingesetzt. Damit ist Mathematik zum zweiten Mal (nach PISA 2003) der PISA-Schwerpunkt und der Vergleich der Ergebnisse dieser beiden Erhebungen wird in Bezug auf die Kompetenzentwicklung in Mathematik besonders interessant. Weltweit nahmen an PISA 2012 66 Länder (34 OECD- und 32 Partnerländer) teil.

Zielgruppe beim Haupttest zu PISA 2012 waren Schüler/innen des Jahrgangs 1996 (ab der 7. Schulstufe). In Österreich wurde eine Zufallsstichprobe von rund 5000 Schülerinnen und Schülern aus 191 Schulen aller Schulsparten gezogen. Pro Schule wurden max. 35 Schüler/innen ausgewählt.

Ablauf Testsitzung PISA 2012

Ablauf Testsitzung PISA 2012

Neben Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft wird bei PISA 2012 (wie bereits bei PISA 2003) die fächerübergreifende Problemlösekompetenz der Jugendlichen erfasst. Der Problemlösetest wird dabei ausschließlich am Computer durchgeführt. Somit ist es möglich, die Interaktionen der Jugendlichen mit den Problemstellungen zu untersuchen und die Prozesse, die bei der Lösung einer Aufgabe ablaufen, zu analysieren. Der Computertest beinhaltete neben den Problemlöseaufgaben auch Mathematik- und Leseaufgaben und dauerte 40 Minuten. Maximal 18 Schüler/innen aus der PISA-Stichprobe wurden per Zufall für diesen Test ausgewählt. Der Computertest fand nach einer einstündigen Pause im Anschluss an den herkömmlichen PISA-Test statt und wurde überwiegend auf Schulcomputern durchgeführt.

Ergänzend zu den Testaufgaben wurden bei PISA Fragebögen für Schüler/innen und Schulleiter/innen eingesetzt, mit deren Hilfe wichtige Kontextinformationen erhoben werden, die im Zusammenhang mit den Schülerleistungen stehen (z. B. demografische Daten, Einstellungen zu Mathematik, Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, Basisdaten zur Schule, Ressourcen etc.). Der Schulleiter-Fragebogen stand bei PISA 2012 erstmals online zur Verfügung.

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