MIKA-D zur Fest­stellung des (außer-)­ordent­lichen Status

MIKA-D zur Feststellung des (außer-)ordentlichen Status

MIKA-D (Messinstrument zur Kompetenzanalyse – Deutsch) ist ein standardisiertes Messverfahren zur Feststellung der Deutschkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Es wurde vom Bundesinstitut BIFIE im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) entwickelt, um die Zuteilung in verschiedene Sprachfördermaßnahmen, nach § 8h SchOG, zu objektivieren.

Durch die Anwendung von MIKA-D soll die Schulleitung den (außer-)ordentlichen Status dieser Schüler/innen festlegen und gegebenenfalls eine Zuteilung zu den Sprachfördermaßnahmen (Deutschförderklasse oder Deutschförderkurs) vornehmen. Seit April 2019 ist MIKA-D zu diesem Zweck an allen Schulen gesetzlich verpflichtend anzuwenden.

Das Messinstrument deckt verschiedene linguistische Bereiche zu Wortschatz, Sprachverständnis (W-Fragen, Satzverständnis) und Sprachproduktion (Verbstellung) ab. Auf diese Weise wird festgestellt, ob Schüler/innen ausreichende Kenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch erworben haben, um dem Unterricht folgen zu können.

Wann wird MIKA-D eingesetzt?

MIKA-D kommt zu mehreren Zeitpunkten zum Einsatz: im Rahmen der Schülereinschreibung, bei Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern sowie am Ende jedes Semesters für Schüler/innen in Deutschförderklassen und Deutschförderkursen.

MIKA-D wird seit April 2019 verpflichtend sowohl für die Primarstufe als auch für die Sekundarstufe angewendet (siehe Erlass des BMBWF vom 14.12.2018).

Wie wird MIKA-D eingesetzt?

Die Erhebung obliegt der Schulleitung unter allfälliger Heranziehung sonstiger geeigneter Lehrpersonen des Standorts. Sollte es eine anderslautende Entscheidung durch die zuständige Schulbehörde (Bildungsdirektion) geben, so kann die Durchführung auch durch die Behörde erfolgen.

Laut Erlass des BMBWF vom 14.12.2018 wird die Erhebung in einem Einzelsetting mit einer Dauer von max. 30 Minuten durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse findet simultan zur Durchführung statt.

Die Fingerpuppe (der Löwe Mika) und die für die Erhebung erstellten Bilder ermöglichen eine kindgerechte Anwendung in der Primarstufe.

Onlineschulung

Die Verwendung der Materialien sowie die Auswertung der Ergebnisse setzen eine fundierte Einführung zum Instrument MIKA-D voraus. Dazu wurde vom BIFIE eine Onlineschulung mit Videos zur Testdurchführung, mit Übungsbeispielen und theoretischen Grundlagen entwickelt.

Die Onlineschulung besteht aus 3 Modulen:

  • Linguistische und testtheoretische Grundlagen sowie erste Übungsbeispiele (ca. 3,5 Einheiten; 1 Einheit = 45 Minuten)
  • Umgang mit den Materialien, Protokollierung und Übungsbeispiele (ca. 3 Einheiten)
  • Testdurchführung, Beispieldurchführungen und Auswertung (ca. 1,5 Einheiten)

Die Module der Onlineschulung bauen aufeinander auf und sind in chronologischer Reihenfolge zu bearbeiten. Die einzelnen Module bleiben ab dem Zeitpunkt der Freischaltung zugänglich.

Zugang zu den Materialien und der Onlineschulung

Da eine nicht zweckgebundene Verwendung von MIKA-D zu einem Qualitätsverlust führen und eine Verschlechterung der Testgüte nach sich ziehen würde, wird darauf hingewiesen, dass der Zugangslink, das Passwort sowie alle MIKA-D Testmaterialien ausschließlich für den verwaltungsinternen Gebrauch am Schulstandort (Schulleitung sowie allfällige weitere Testleiter/innen) bestimmt sind. Anwender/innen erhalten die Materialien und Zugangsdaten von den Schulleitungen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den BMBWF-Erlässen sowie den BIFIE-Ausschreibungen. Diese finden Sie gesammelt unter folgendem Link: https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/ba/bsd/mika_d.html.

Weiterführende Informationen




Materialien für den Unterricht

Materialien für den Unterricht

Mit der Einführung der Bildungsstandards geht eine tiefgreifende Veränderung der Unterrichtskultur einher, die Pädagoginnen und Pädagogen vor große Herausforderungen stellt.

Stärkere Ergebnisorientierung, der nachhaltige Aufbau grundlegender Kompetenzen und die gezielte Förderung jeder/jedes einzelnen Lernenden bedingen ein Umdenken bei der Planung und methodisch-didaktischen Gestaltung von Unterricht.

Um Praktiker/innen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, ist eine flächendeckende, langfristig konzipierte und bundesweit akkordierte Fortbildungsoffensive seitens der Pädagogischen Hochschulen nötig, die diesen Paradigmenwechsel fördert.

Zugleich hat das BIFIE seinem gesetzlichen Auftrag entsprechend die Implementierung der Bildungsstandards unterstützend zu begleiten. Auf dieser Grundlage wurden von Expertinnen und Experten des schulischen, pädagogischen und fachwissenschaftlichen Bereichs seit 2009 Konzepte und Materialien entwickelt, um Lehrer/innen bei der praktischen Umsetzung der Bildungsstandards im Unterricht zu unterstützen:

Praxishandbücher

Bildungsstandards sollen die Orientierung in Richtung eines nachhaltigen Kompetenzaufbaus und eines ergebnisorientierten Unterrichts lenken. Dazu ist es notwendig, sich mit dem Kompetenzbegriff und dem Konzept der Bildungsstandards vertraut zu machen. Zu jedem Fachbereich, in dem Bildungsstandards verordnet sind, steht ein Praxishandbuch zur Verfügung, in dem dieses Konzept – bezogen auf das jeweilige Unterrichtsfach – erläutert und umfassend dargestellt wird. Diese didaktischen Publikationen sollen helfen, die Bildungsstandards dauerhaft in die Unterrichtsarbeit einzubinden.

Themenhefte

Die Themenhefte sind als Ergänzung zu den Praxishandbüchern zu sehen. Während dort jeweils ein gesamter Fachbereich abgebildet ist, wird in einem Themenheft ein einzelner Kompetenzbereich eines Fachs vertiefend erläutert und mit Anregungen für die praktische Umsetzung des Kompetenzaufbaus im Unterricht auf allen Schulstufen versehen.

Aufgabenbeispiele

Aufgabenbeispiele decken exemplarisch einzelne Bildungsstandards ab. Sie sind einerseits zum konkreten Einsatz im Unterricht gedacht, andererseits aber auch als Denkanstoß für die Planung und Gestaltung des Unterrichts zu verstehen. In den Praxishandbüchern befinden sich prototypische Aufgabenbeispiele zur Illustration der einzelnen Standards.

Interaktive Beispiele

Die interaktiven Beispiele sind netzwerkfähig, können auf ein Speichermedium (z. B. Festplatte, USB-Stick) geladen werden und bieten die Möglichkeit des Einsatzes in Einzel- oder Partnerarbeit der Schüler/innen, aber auch in gemeinsamer Arbeit über den Beamer oder am interaktiven Whiteboard. Ebenso können sie auf einer Lernplattform zur Bearbeitung angeboten werden.

Best-Practice-Beispiele

Jedes Best-Practice-Beispiel bietet unterschiedliche Übungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen und ermöglicht so einen Einblick in die praktische Umsetzung der Bildungsstandards im Unterricht. Im Inhaltsverzeichnis werden die verwendeten Kompetenzen (= Deskriptoren) den jeweiligen Übungen zugeordnet, um die Verbindung von Theorie und Praxis zu verdeutlichen. Ebenso sollen sie als exemplarische Darstellung dienen, wie verschiedene Kompetenzbereiche innerhalb einer Unterrichtssequenz behandelt werden können.

Weiterführende Informationen




Informelle Kompetenz­messung (IKM)




Sprachstands­fest­stellung und Sprach­förderung




Zitat: Lernen begleiten