MIKA-D zur Fest­stellung des (außer-)­ordent­lichen Status

MIKA-D zur Feststellung des (außer-)ordentlichen Status

MIKA-D (Messinstrument zur Kompetenzanalyse – Deutsch) ist ein standardisiertes Messverfahren zur Feststellung der Deutschkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Es wurde vom Bundesinstitut BIFIE im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) entwickelt, um die Zuteilung in verschiedene Sprachfördermaßnahmen, nach § 8h SchOG, zu objektivieren.

Durch die Anwendung von MIKA-D soll die Schulleitung den (außer-)ordentlichen Status dieser Schüler/innen festlegen und gegebenenfalls eine Zuteilung zu den Sprachfördermaßnahmen (Deutschförderklasse oder Deutschförderkurs) vornehmen. Seit April 2019 ist MIKA-D zu diesem Zweck an allen Schulen gesetzlich verpflichtend anzuwenden.

Das Messinstrument deckt verschiedene linguistische Bereiche zu Wortschatz, Sprachverständnis (W-Fragen, Satzverständnis) und Sprachproduktion (Verbstellung) ab. Auf diese Weise wird festgestellt, ob Schüler/innen ausreichende Kenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch erworben haben, um dem Unterricht folgen zu können.

Wann wird MIKA-D eingesetzt?

MIKA-D kommt zu mehreren Zeitpunkten zum Einsatz: im Rahmen der Schülereinschreibung, bei Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern sowie am Ende jedes Semesters für Schüler/innen in Deutschförderklassen und Deutschförderkursen.

MIKA-D wird seit April 2019 verpflichtend sowohl für die Primarstufe als auch für die Sekundarstufe angewendet (siehe Erlass des BMBWF vom 14.12.2018).

Wie wird MIKA-D eingesetzt?

Die Erhebung obliegt der Schulleitung unter allfälliger Heranziehung sonstiger geeigneter Lehrpersonen des Standorts. Sollte es eine anderslautende Entscheidung durch die zuständige Schulbehörde (Bildungsdirektion) geben, so kann die Durchführung auch durch die Behörde erfolgen.

Laut Erlass des BMBWF vom 14.12.2018 wird die Erhebung in einem Einzelsetting mit einer Dauer von max. 30 Minuten durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse findet simultan zur Durchführung statt.

Die Fingerpuppe (der Löwe Mika) und die für die Erhebung erstellten Bilder ermöglichen eine kindgerechte Anwendung in der Primarstufe.

Onlineschulung

Die Verwendung der Materialien sowie die Auswertung der Ergebnisse setzen eine fundierte Einführung zum Instrument MIKA-D voraus. Dazu wurde vom BIFIE eine Onlineschulung mit Videos zur Testdurchführung, mit Übungsbeispielen und theoretischen Grundlagen entwickelt.

Die Onlineschulung besteht aus 3 Modulen:

  • Linguistische und testtheoretische Grundlagen sowie erste Übungsbeispiele (ca. 3,5 Einheiten; 1 Einheit = 45 Minuten)
  • Umgang mit den Materialien, Protokollierung und Übungsbeispiele (ca. 3 Einheiten)
  • Testdurchführung, Beispieldurchführungen und Auswertung (ca. 1,5 Einheiten)

Die Module der Onlineschulung bauen aufeinander auf und sind in chronologischer Reihenfolge zu bearbeiten. Die einzelnen Module bleiben ab dem Zeitpunkt der Freischaltung zugänglich.

Zugang zu den Materialien und der Onlineschulung

Da eine nicht zweckgebundene Verwendung von MIKA-D zu einem Qualitätsverlust führen und eine Verschlechterung der Testgüte nach sich ziehen würde, wird darauf hingewiesen, dass der Zugangslink, das Passwort sowie alle MIKA-D Testmaterialien ausschließlich für den verwaltungsinternen Gebrauch am Schulstandort (Schulleitung sowie allfällige weitere Testleiter/innen) bestimmt sind. Anwender/innen erhalten die Materialien und Zugangsdaten von den Schulleitungen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den BMBWF-Erlässen sowie den BIFIE-Ausschreibungen. Diese finden Sie gesammelt unter folgendem Link: https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/ba/bsd/mika_d.html.

Weiterführende Informationen




USB-PluS-Plattform




Allgemeine Informationen zur IKM

Allgemeine Informationen zur IKM

Der Aufbau von Kompetenzen, die für den weiteren Lernfortschritt wesentlich sind, ist ein zentrales Anliegen der Bildungsstandards. Mit der Informellen Kompetenzmessung (IKM) stellt das BIFIE Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument zur Evaluierung des eigenen Unterrichts in Volksschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 zur Verfügung, das einfach, zuverlässig und kostenlos sowohl über den Lernstand der ganzen Klasse bzw. Gruppe als auch über den Kompetenzstand jeder einzelnen Schülerin/jedes einzelnen Schülers informiert.

Die IKM trägt damit zur erfolgreichen Planung und Gestaltung eines kompetenzorientierten Unterrichts bei. Darüber hinaus geben Individualrückmeldungen Aufschluss über bereits erworbene Kompetenzen jeder einzelnen Schülerin/jedes einzelnen Schülers und unterstützen Lehrpersonen auf diese Weise bei der Ermittlung individuellen Förderbedarfs.

Durchführung

Die IKM wird für verschiedene Kompetenzbereiche bzw. Fächer in der Volksschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 auf verschiedenen Schulstufen angeboten. Während den Schülerinnen und Schülern in der Volksschule Aufgabenhefte in gedruckter Form vorgelegt werden, erfolgt die Bearbeitung der Aufgaben in der Sekundarstufe im Rahmen einer Online-Plattform, über die die Lehrer/innen –  in der Volksschule wie im Sekundarbereich – nach Abschluss der Messung automationsgestützt auch Ergebnisse und Feedback zu den von ihnen betreuten Gruppen und Schülerinnen/Schülern abrufen können.

Die IKM ist ein Instrument, mit dem der Lernstand von Schülerinnen und Schülern evaluiert werden kann und das bei der Ermittlung des Förderbedarfs unterstützt. Die IKM ist kein Instrument zur Leistungsbeurteilung.

Im Sinne der Grundkonzeption der IKM als Selbstevaluierungsinstrument ist es ausschließlich der durchführenden Lehrperson möglich, die Ergebnisse der IKM einzelnen Schülerinnen und Schülern zuzuordnen.

Entwicklungsangebote

Eine genaue Identifizierung von Stärken und Schwächen, Ressourcen und Potenzialen ist wesentliche Voraussetzung für eine zielgerichtete Unterrichtsentwicklung und die Ableitung erfolgversprechender Maßnahmen.

Die Ergebnisse der IKM sollen dabei auf drei Ebenen betrachtet, analysiert und reflektiert werden:

  • Makro-Ebene – Fokussierung auf Kompetenzfelder und Teilkompetenzen: Das Gruppenfeedback bietet Rückmeldung über alle Aufgaben und Schüler/innen hinweg und dient der Reflexion von Schwerpunktsetzungen im Unterricht und der damit einhergehenden Struktur des Unterrichts.
  • Meso-Ebene – Fokussierung auf Aufgaben: Das IKM-Feedback beinhaltet gelöste/nicht gelöste Aufgaben sowie deren Schwierigkeit und Komplexität je Kompetenzfeld. Dies dient einerseits als Gruppenfeedback für das eigene unterrichtliche Handeln und andererseits der fachdidaktischen Analyse der Aufgaben über die Klasse bzw. Lerngruppe hinweg. Außerdem beinhaltet das IKM-Feedback Aufgabenlösungen für jede einzelne Schülerin/jeden einzelnen Schüler im Hinblick auf eine personalisierte pädagogische Diagnose.
  • Mikro-Ebene – Fokussierung auf Ebene der Schüler/innen: Auf dieser Ebene werden erworbene Kompetenzen in bestimmten Feldern als auch gelöste/nicht gelöste Aufgaben auf Schülerebene als Individualfeedback zur Förderung von Lernenden und zur Professionalisierung der eigenen pädagogischen Diagnostik beleuchtet.

Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung und Förderung von Schüler/innen durch die IKM

Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung und Förderung von Schüler/innen durch die IKM

Grundsätzlich soll bei der Auseinandersetzung und Analyse der Ergebnisse bei den ersten beiden Schritten der Interpretation auf Makro- und Meso-Ebene nicht auf den Förderbedarf von einzelnen Schülerinnen und Schülern fokussiert werden, sondern dem Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung entsprechend systemisch, integrativ und systematisch der Blick auf den Stand der erworbenen Kompetenzfelder der Klasse bzw. Lerngruppe und der gelösten/nicht gelösten Aufgaben gerichtet werden. Erst in einem dritten Schritt sollte das Augenmerk auf die Analyse des Förderbedarfs einzelner Schüler/innen gelegt werden.

Informationen

Das BIFIE informiert alle Schulen in regelmäßigen Abständen über das aktuelle Angebot der IKM und stellt den Schulleiterinnen und Schulleitern Zugangsdaten zur Verfügung. Detaillierte Informationen zu Terminen, Ablauf und Durchführung finden Sie auf der Online-Plattform zur IKM und über die nachstehenden Links.

Weiterführende Informationen




IKM-Plattform




IKM in der Volksschule

Informelle Kompetenzmessung (IKM) im Volksschulbereich

Mit der IKM stellt das BIFIE Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument zur Evaluierung des eigenen Unterrichts zur Verfügung. Die IKM informiert über den Lernstand der ganzen Klasse und liefert einen Überblick über die Kompetenzen der einzelnen Schüler/innen.

Detaillierte Informationen zur IKM im Volksschulbereich ergehen jeweils zu Beginn des Sommer- bzw. des Wintersemesters per E-Mail an alle Schulleitungen.

Ablauf

Im Volksschulbereich wird die IKM mit gedruckten Heften durchgeführt, die allen Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Nachdem die Schüler/innen die Hefte bearbeitet haben, trägt die Lehrerin/der Lehrer die Bewertung der Schülerantworten auf der IKM-Plattform ein. Die IKM-Plattform erstellt automatisch das IKM-Feedback. Dieses liefert einen Überblick über die vorhandenen Kompetenzen der Klasse und der einzelnen Schüler/innen. Nur die Lehrerin/der Lehrer kann auf das IKM-Feedback zugreifen.

Ablauf einer IKM-Testung in der Volksschule

Ablauf der IKM im Volksschulbereich

Aufgabenpakete für die Volksschule

Folgende Aufgabenpakete stehen für den Volksschulbereich zur Verfügung:

  • Deutsch Lesen
  • Deutsch Sprachbetrachtung
  • Deutsch Verfassen von Texten
  • Mathematik

Die Aufgabenpakete können im Frühjahr am Ende der 3. Schulstufe und im Herbst am Beginn der 4. Schulstufe eingesetzt werden.

IKM-Jahreszyklus im Volksschulbereich

Wie sich das IKM-Jahr im Volksschulbereich gestaltet, zeigt der Jahreszyklus im Überblick:

Weiterführende Informationen




IKM auf der Sekundarstufe 1

Informelle Kompetenzmessung (IKM) auf der Sekundarstufe 1

Mit der IKM stellt das BIFIE Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument zur Evaluierung des eigenen Unterrichts zur Verfügung. Die IKM informiert über den Lernstand der ganzen Klasse und liefert einen Überblick über die Kompetenzen der einzelnen Schüler/innen.

Detaillierte Informationen zur IKM auf der Sekundarstufe 1 ergehen jeweils im Frühjahr und zu Beginn des Schuljahrs per E-Mail an alle Schulleitungen.

Ablauf

Im Sekundarbereich erfolgt die Vorbereitung, die Durchführung mit den Schülerinnen und Schülern sowie die Nachbereitung der IKM online auf der IKM-Plattform. Als Vorbereitung legt die Lehrperson zu dem gewählten Aufgabenpaket (z. B. Deutsch Lesen) auf der IKM-Plattform eine Session an. Dabei werden automatisch Schülercodes generiert. Mithilfe dieser Schülercodes können die Schüler/innen die Aufgaben online auf der IKM-Plattform bearbeiten. Nach der Durchführung mit den Schülerinnen und Schülern werden die Ergebnisse automatisch ausgewertet. Nur halboffene und offene Antwortformate werden von der Lehrperson in der Nachbereitung manuell bewertet. Das IKM-Feedback liefert anschließend einen Überblick über die vorhandenen Kompetenzen der Klasse und der einzelnen Schüler/innen. Nur die Lehrerin/der Lehrer kann auf das IKM-Feedback zugreifen.

Ablauf einer IKM-Testung auf der Sekundarstufe

Ablauf der IKM im Sekundarbereich

Aufgabenpakete für die Sekundarstufe 1

Folgende Aufgabenpakete stehen für die Sekundarstufe 1 zur Verfügung:

Frühjahr Herbst

6. Schulstufe

  • Deutsch Lesen
  • Deutsch Sprachbewusstsein
  • Mathematik
  • Englisch Listening*
  • Englisch Reading*

5. Schulstufe

  • Mathematik

Die Aufgabenpakete für die 5. Schulstufe (IKM 5) stellen eine besondere Form der IKM dar, da zu Beginn der 5. Schulstufe alle Schüler/innen von der Primarstufe in die Sekundarstufe wechseln. Mithilfe der IKM 5 können sich Lehrer/innen einen raschen Überblick über die Lernausgangssituation ihrer Schüler/innen verschaffen. Die IKM 5 wird deshalb nur im Herbst zu Beginn der 5. Schulstufe angeboten.

7. Schulstufe

  • Deutsch Lesen
  • Deutsch Sprachbewusstsein
  • Mathematik
  • Englisch Listening*
  • Englisch Reading*
  • Biologie
  • Physik

7. Schulstufe

  • Deutsch Lesen
  • Deutsch Sprachbewusstsein
  • Mathematik
  • Englisch Listening*
  • Englisch Reading*

8. Schulstufe

  • Biologie
  • Chemie
  • Physik

8. Schulstufe

  • Deutsch Lesen
  • Deutsch Sprachbewusstsein
  • Mathematik
  • Englisch Listening*
  • Englisch Reading*
  • Biologie
  • Physik

* Fremdsprachenlernen ist vielfältig. Kommunikation sowie Mündlichkeit sind zentrale Aspekte davon. Gleichzeitig soll die Unterrichtszeit effizient genutzt werden und standardisierte Kompetenzmessungen in möglichst kurzer Zeit durchführbar sein.

Um beiden Gedanken gerecht zu werden, ist für die Zukunft statt den zwei getrennten Aufgabenpaketen „Reading“ und „Listening“ ein einzelnes Aufgabenpaket „Receptive Skills“ in Vorbereitung. Durch dieses Aufgabenpaket wird es zukünftig möglich, die beiden rezeptiven Kompetenzen Reading und Listening in einem Test zu überprüfen.

IKM-Jahreszyklus im Sekundarbereich

Wie sich das IKM-Jahr im Sekundarbereich gestaltet, zeigt der Jahreszyklus im Überblick:

Weiterführende Informationen




IKM auf der Sekundarstufe 2

Informelle Kompetenzmessung (IKM) auf der Sekundarstufe 2

Wenn Schüler/innen aus der Sekundarstufe 1 auf die Sekundarstufe 2 wechseln, beschäftigt Lehrer/innen die Frage, welche Kompetenzen ihre neuen Schüler/innen mitbringen. Mithilfe der IKM für die Sekundarstufe 2 (IKM 9) können sich Lehrer/innen zu Beginn der 9. Schulstufe einen raschen Überblick über die Lernausgangssituation ihrer Schüler/innen verschaffen.

Detaillierte Informationen zur IKM auf der Sekundarstufe 2 ergehen zu Schulbeginn per E-Mail an alle Schulleitungen der Polytechnischen Schulen (PTS), der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS), der berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) und der berufsbildenden höheren Schulen (BHS).

Ablauf

Im Sekundarbereich erfolgt die Vorbereitung, die Durchführung mit den Schülerinnen und Schülern sowie die Nachbereitung der IKM online auf der IKM-Plattform. Als Vorbereitung legt die Lehrperson zu dem gewählten Aufgabenpaket (z. B. Mathematik Form A) auf der IKM-Plattform eine Session an. Dabei werden automatisch Schülercodes generiert. Mithilfe dieser Schülercodes können die Schüler/innen die Aufgaben online auf der IKM-Plattform bearbeiten. Nach der Durchführung mit den Schülerinnen und Schülern werden die Ergebnisse automatisch ausgewertet. Nur halboffene und offene Antwortformate werden von der Lehrperson in der Nachbereitung manuell bewertet. Das IKM-Feedback liefert anschließend einen Überblick über die vorhandenen Kompetenzen der Klasse und der einzelnen Schüler/innen. Nur die Lehrerin/der Lehrer kann auf das IKM-Feedback zugreifen.

Ablauf einer IKM-Testung auf der Sekundarstufe

Ablauf der IKM im Sekundarbereich

Aufgabenpakete für die Sekundarstufe 2

Alle Aufgabenpakete für die Sekundarstufe 2 bestehen aus Aufgaben, die bei der Standardüberprüfung eingesetzt wurden. Bei der IKM 9 stehen folgende Fächer zur Verfügung:

  • Mathematik
  • Englisch
  • Deutsch

In jedem Fach gibt es zwei Aufgabenpakete mit unterschiedlicher Schwierigkeit: Das BIFIE empfiehlt Form A für maturaführende Schulen und Form B für nicht-maturaführende Schulen. Die IKM 9 kann nur am Beginn der 9. Schulstufe eingesetzt werden und ist daher nur im Herbst verfügbar.

IKM-Jahreszyklus im Sekundarbereich

Wie sich das IKM-Jahr im Sekundarbereich gestaltet, zeigt der Jahreszeitplan im Überblick:

Weiterführende Informationen




Entwicklung und Qualitätssicherung

Entwicklung und Qualitätssicherung

Aufgaben, die im Rahmen der IKM zum Einsatz kommen, durchlaufen von der Entwicklung bis zur Freigabe diverse standardisierte Kontrollinstanzen, um eine über die Jahre hinweg gleichbleibend hohe Aufgabenqualität sicherzustellen.

Die nachfolgenden Abschnitte beleuchten – grafisch unterstützt – drei wesentliche Stationen auf dem Weg zum qualitätsgeprüften IKM-Aufgabenpaket.

Aufgabenentwicklung

IKM-Aufgaben werden von speziell ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern in Abstimmung mit dem BIFIE entwickelt. Aufgabenersteller/innen sind Lehrpersonen aus verschiedenen Bundesländern, die in verschiedenen Schultypen unterrichten.

Die folgende Abbildung zeigt exemplarisch den Entwicklungsprozess einer IKM-Aufgabe:

Zyklus Itemerstelllung IKM

Qualitätssicherung im Rahmen der IKM – Aufgabenentwicklung

Pilotierung

Nach der Entwicklung und umfangreichen Review-Prozessen werden neue Aufgaben für die IKM auf der 3., 6., 7. bzw. 8. Schulstufe in einer Pilotierung auf ihre Eignung getestet. Jede Aufgabe wird dabei von mindestens 120 Schülerinnen und Schülern an per Zufallsstichprobe ausgewählten Schulen bearbeitet. Die Ergebnisse werden vom BIFIE ausgewertet und bilden die Grundlage für die Zusammenstellung der Aufgabenpakete und die Referenzwerte. Somit kommen in weiterer Folge nur geeignete Aufgaben in der IKM zum Einsatz.

Die IKM auf der 5. bzw. 9. Schulstufe wiederum besteht aus Aufgaben, die bereits bei einer flächendeckenden Standardüberprüfung eingesetzt worden sind. Auch diese Aufgaben wurden zuvor in einer Pilotierung auf ihre Eignung hin getestet.

Zyklus Itemerstellung IKM

Qualitätssicherung im Rahmen der IKM – Pilotierung

Dank der wertvollen Unterstützung der Pilotierungsschulen kann das BIFIE regelmäßig neue Aufgabenpakete für alle Schulen in ganz Österreich anbieten.

Konzeption der Aufgabenpakete

Die IKM ist ein Instrument, mit dem der Lernstand von Schülerinnen und Schülern evaluiert werden kann und das bei der Ermittlung des Förderbedarfs unterstützt. Die IKM ist kein Instrument zur Leistungsbeurteilung.

Bei der Erstellung neuer IKM-Aufgabenpakete achtet das BIFIE vor allem auf folgende Punkte:

  • Lösungshäufigkeit
    Die durchschnittliche Lösungshäufigkeit eines IKM-Aufgabenpakets liegt ca. bei 50 %. Das bedeutet, dass eine durchschnittliche Klasse bzw. eine durchschnittliche Schülerin/ein durchschnittlicher Schüler etwa die Hälfte aller Aufgaben richtig beantwortet.
    Im Feedback wird diese durchschnittliche Lösungshäufigkeit als der Referenzwert bezeichnet. Der Referenzwert wird abhängig vom Aufgabenpaket entweder im Zuge einer IKM-Pilotierung oder der flächendeckenden Standardüberprüfung ermittelt.
  • Aufgabenformate
    Zur Überprüfung verschiedener Aspekte einer Kompetenz und um die Aufgabenpakete abwechslungsreich zu gestalten, werden Aufgaben mit unterschiedlichen Formaten (Multiple-Choice, [Halb-]offen, Zuordnen, Richtig/Falsch etc.) eingesetzt.
  • Aufgabenabfolge
    Die Anordnung der Aufgaben im Aufgabenpaket erfolgt nach mehreren Merkmalen (z. B. Format, Schwierigkeit …). Um die Schüler/innen zu motivieren, wird mit leichteren Aufgaben begonnen und abgeschlossen.
  • Bearbeitungszeit
    Die reine Bearbeitungszeit zum Lösen der Aufgaben liegt bei 40 Minuten bzw. bei den Aufgabenpaketen Englisch Listening bei 45 Minuten.

Weiterführende Informationen




Zitat: IKM




Materialien für den Unterricht

Materialien für den Unterricht

Mit der Einführung der Bildungsstandards geht eine tiefgreifende Veränderung der Unterrichtskultur einher, die Pädagoginnen und Pädagogen vor große Herausforderungen stellt.

Stärkere Ergebnisorientierung, der nachhaltige Aufbau grundlegender Kompetenzen und die gezielte Förderung jeder/jedes einzelnen Lernenden bedingen ein Umdenken bei der Planung und methodisch-didaktischen Gestaltung von Unterricht.

Um Praktiker/innen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, ist eine flächendeckende, langfristig konzipierte und bundesweit akkordierte Fortbildungsoffensive seitens der Pädagogischen Hochschulen nötig, die diesen Paradigmenwechsel fördert.

Zugleich hat das BIFIE seinem gesetzlichen Auftrag entsprechend die Implementierung der Bildungsstandards unterstützend zu begleiten. Auf dieser Grundlage wurden von Expertinnen und Experten des schulischen, pädagogischen und fachwissenschaftlichen Bereichs seit 2009 Konzepte und Materialien entwickelt, um Lehrer/innen bei der praktischen Umsetzung der Bildungsstandards im Unterricht zu unterstützen:

Praxishandbücher

Bildungsstandards sollen die Orientierung in Richtung eines nachhaltigen Kompetenzaufbaus und eines ergebnisorientierten Unterrichts lenken. Dazu ist es notwendig, sich mit dem Kompetenzbegriff und dem Konzept der Bildungsstandards vertraut zu machen. Zu jedem Fachbereich, in dem Bildungsstandards verordnet sind, steht ein Praxishandbuch zur Verfügung, in dem dieses Konzept – bezogen auf das jeweilige Unterrichtsfach – erläutert und umfassend dargestellt wird. Diese didaktischen Publikationen sollen helfen, die Bildungsstandards dauerhaft in die Unterrichtsarbeit einzubinden.

Themenhefte

Die Themenhefte sind als Ergänzung zu den Praxishandbüchern zu sehen. Während dort jeweils ein gesamter Fachbereich abgebildet ist, wird in einem Themenheft ein einzelner Kompetenzbereich eines Fachs vertiefend erläutert und mit Anregungen für die praktische Umsetzung des Kompetenzaufbaus im Unterricht auf allen Schulstufen versehen.

Aufgabenbeispiele

Aufgabenbeispiele decken exemplarisch einzelne Bildungsstandards ab. Sie sind einerseits zum konkreten Einsatz im Unterricht gedacht, andererseits aber auch als Denkanstoß für die Planung und Gestaltung des Unterrichts zu verstehen. In den Praxishandbüchern befinden sich prototypische Aufgabenbeispiele zur Illustration der einzelnen Standards.

Interaktive Beispiele

Die interaktiven Beispiele sind netzwerkfähig, können auf ein Speichermedium (z. B. Festplatte, USB-Stick) geladen werden und bieten die Möglichkeit des Einsatzes in Einzel- oder Partnerarbeit der Schüler/innen, aber auch in gemeinsamer Arbeit über den Beamer oder am interaktiven Whiteboard. Ebenso können sie auf einer Lernplattform zur Bearbeitung angeboten werden.

Best-Practice-Beispiele

Jedes Best-Practice-Beispiel bietet unterschiedliche Übungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen und ermöglicht so einen Einblick in die praktische Umsetzung der Bildungsstandards im Unterricht. Im Inhaltsverzeichnis werden die verwendeten Kompetenzen (= Deskriptoren) den jeweiligen Übungen zugeordnet, um die Verbindung von Theorie und Praxis zu verdeutlichen. Ebenso sollen sie als exemplarische Darstellung dienen, wie verschiedene Kompetenzbereiche innerhalb einer Unterrichtssequenz behandelt werden können.

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