Allgemeine Informationen zur IKM

Allgemeine Informationen zur IKM

Christian Wiesner, Katrin Pacher, Ann Cathrice George, Simone Breit & Claudia Schreiner

Der Aufbau von Kompetenzen, die für den weiteren Lernfortschritt wesentlich sind, ist ein zentrales Anliegen der Bildungsstandards. Mit der Informellen Kompetenzmessung (IKM) stellt das BIFIE Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument zur Evaluierung des eigenen Unterrichts in Volksschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 zur Verfügung, das einfach, zuverlässig und kostenlos sowohl über den Lernstand der ganzen Klasse bzw. Gruppe als auch über den Kompetenzstand jeder einzelnen Schülerin/jedes einzelnen Schülers informiert.

Die IKM trägt damit zur erfolgreichen Planung und Gestaltung eines kompetenzorientierten Unterrichts bei. Darüber hinaus geben Individualrückmeldungen Aufschluss über bereits erworbene Kompetenzen jeder einzelnen Schülerin/jedes einzelnen Schülers und unterstützen Lehrpersonen auf diese Weise bei der Ermittlung individuellen Förderbedarfs.

Durchführung

Die IKM wird für verschiedene Kompetenzbereiche bzw. Fächer in der Volksschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 angeboten. Während den Schülerinnen und Schülern in der Volksschule Aufgabenhefte in gedruckter Form vorgelegt werden, erfolgt die Bearbeitung der Aufgaben in der Sekundarstufe im Rahmen einer Online-Plattform, über die die Lehrer/innen –  in der Volksschule wie im Sekundarbereich – nach Abschluss der Messung automationsgestützt auch Ergebnisse und Feedback zu den von ihnen betreuten Gruppen und Schülerinnen/Schülern abrufen können.

Für den Einsatz am Ende der 3. Schulstufe (Volksschule) bzw. am Ende der 6., 7. und 8. Schulstufe (Sekundarstufe 1) stellt das BIFIE jährlich neue Aufgabenpakete zur Verfügung, die auch zu Beginn der nächsten Schulstufe eingesetzt werden können. Zusätzlich werden Aufgabenpakete für die 5. Schulstufe (Sekundarstufe 1) und 9. Schulstufe (Sekundarstufe 2) angeboten, welche für den Einsatz zu Beginn der jeweiligen Schulstufe vorgesehen sind.

Die IKM ist ein Instrument, mit dem der Lernstand von Schülerinnen und Schülern evaluiert werden kann und das bei der Ermittlung des Förderbedarfs unterstützt. Die IKM ist kein Instrument zur Leistungsbeurteilung.

Im Sinne der Grundkonzeption der IKM als Selbstevaluierungsinstrument ist es ausschließlich der durchführenden Lehrperson möglich, die Ergebnisse der IKM einzelnen Schülerinnen und Schülern zuzuordnen.

Entwicklungsangebote

Eine genaue Identifizierung von Stärken und Schwächen, Ressourcen und Potenzialen ist wesentliche Voraussetzung für eine zielgerichtete Unterrichtsentwicklung und die Ableitung erfolgversprechender Maßnahmen.

Die Ergebnisse der IKM sollen dabei auf drei Ebenen betrachtet, analysiert und reflektiert werden:

  • Makro-Ebene – Fokussierung auf Kompetenzfelder und Teilkompetenzen: Das Gruppenfeedback bietet Rückmeldung über alle Aufgaben und Schüler/innen hinweg und dient der Reflexion von Schwerpunktsetzungen im Unterricht und der damit einhergehenden Struktur des Unterrichts.
  • Meso-Ebene – Fokussierung auf Aufgaben: Das IKM-Feedback beinhaltet gelöste/nicht gelöste Aufgaben sowie deren Schwierigkeit und Komplexität je Kompetenzfeld. Dies dient einerseits als Gruppenfeedback für das eigene unterrichtliche Handeln und andererseits der fachdidaktischen Analyse der Aufgaben über die Klasse bzw. Lerngruppe hinweg. Außerdem beinhaltet das IKM-Feedback Aufgabenlösungen für jede einzelne Schülerin/jeden einzelnen Schüler im Hinblick auf eine personalisierte pädagogische Diagnose.
  • Mikro-Ebene – Fokussierung auf Ebene der Schüler/innen: Auf dieser Ebene werden erworbene Kompetenzen in bestimmten Feldern als auch gelöste/nicht gelöste Aufgaben auf Schülerebene als Individualfeedback zur Förderung von Lernenden und zur Professionalisierung der eigenen pädagogischen Diagnostik beleuchtet.
Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung und Förderung von Schüler/innen durch die IKM

Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung und Förderung von Schüler/innen durch die IKM

Grundsätzlich soll bei der Auseinandersetzung und Analyse der Ergebnisse bei den ersten beiden Schritten der Interpretation auf Makro- und Meso-Ebene nicht auf den Förderbedarf von einzelnen Schülerinnen und Schülern fokussiert werden, sondern dem Zyklus der evidenzorientierten Unterrichtsentwicklung entsprechend systemisch, integrativ und systematisch der Blick auf den Stand der erworbenen Kompetenzfelder der Klasse bzw. Lerngruppe und der gelösten/nicht gelösten Aufgaben gerichtet werden. Erst in einem dritten Schritt sollte das Augenmerk auf die Analyse des Förderbedarfs einzelner Schüler/innen gelegt werden.

Informationen

Das BIFIE informiert alle Schulen in regelmäßigen Abständen über das aktuelle Angebot der IKM und stellt den Schulleiterinnen und Schulleitern Zugangsdaten zur Verfügung. Detaillierte Informationen zu Terminen, Ablauf und Durchführung finden Sie auf der Online-Plattform zur IKM und über die nachstehenden Links.

Zitierung

Christian Wiesner, Katrin Pacher, Ann Cathrice George, Simone Breit & Claudia Schreiner (2017). Allgemeine Informationen zur IKM. Salzburg: BIFIE. Abrufbar unter https://www.bifie.at/allgemeine-informationen-zur-ikm.

Weiterführende Informationen