Binnendifferenzierter Unterricht und Bildungsstandards – (k)ein Widerspruch?

Tagung am Mittwoch, 28. April 2010, 10.00–16.30 Uhr Ort: Pädagogische Hochschule Salzburg (keine Tagungsgebühr)

Zentrales Anliegen der Tagung ist es, die Implementierung von Bildungsstandards mit der Umsetzung eines qualitätsvollen, binnendifferenzierten Unterrichts zu verbinden.

Referent/innen

RahmSibylle Rahm

Universität Bamberg

Bildungsstandards – Individualisierung: produktive Spannungsfelder der Schulentwicklung

Abstract:
Unterrichtsentwicklung steht im Mittelpunkt schulischer Initiativen zur Verbesserung des Bildungsangebotes. Die Fokussierung differenter Lernausgangslagen bei Schüler(inne)n führt zu individualisierten Lernarrangements. Andererseits werden Unterrichtsoutcomes unter Zugrundelegung von Standards vermessen. Unterrichtsreformen bewegen sich im produktiven Spannungsfeld von Flexibilisierung und Norm – eine Herausforderung für Professionelle!

Herbert Altrichter

Universität Linz

Bildungsstandards und Individualisierung / Differenzierung im Unterricht

Abstract:
In den Nachwehen des PISA-Schocks sind in den deutschsprachigen Schulsystemen verschiedene Reformpolitiken lanciert worden, darunter wohl an prominentester Stelle das Konzept der „evidenzbasierten Systementwicklung“ (das durch Bildungsstandards die Zielorientierung im System verbessern, durch standardbezogene Tests die Zielerreichung überprüfen und auf dieser Informationsbasis rationalerer Entwicklungsimpulse setzen will) sowie jenes einer stärkeren „Individualisierung/
Differenzierung“ von Lehr-Lern-Prozessen. Es stellt sich nun die Frage, ob und unter welchen Bedingungen diese beiden Politiken zusammenpassen, die im ersteren Fall oft mit Außensteuerung und uniformen Anforderungen, im zweiteren Fall mit Innensteuerung und differenzierten Anforderungen assoziiert werden.

In dem vorgeschlagenen Beitrag werden zunächst die Logiken und Begründungen der beiden Reformpolitiken expliziert und einige bisherige Erfahrungen mit ihrer Implementation dargestellt. Sodann werden mögliche Verbindungspunkte und notwendige Bedingungen dafür skizziert. Insbesondere wird dabei die Rolle von Bildungsstandards als Orientierung für aktives Schülerlernen thematisiert.

Gabi Friedl-Lucyshyn

BIFIE

Implementationsstrategie der Bildungsstandards in Österreich

Abstract:
Das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens hat den gesetzlichen Auftrag, die Implementierung der Bildungsstandards sicher zu stellen, also Akteure auf allen Systemebenen bei der Umsetzung der Bildungsstandards bestmöglich zu begleiten.

Ausgehend von einer kurzen Darstellung der Prinzipien, auf denen die Implementierungsstrategie des BIFIE basiert, werden in diesem Beitrag jene Konzepte, Materialien, und Verfahren vorgestellt, die Praktiker/innen bei der Bewältigung der methodisch-didaktischen Herausforderungen unterstützen sollen, die mit der Einführung der Bildungsstandards verbunden sind. Im Sinne des in der Verordnung zu den Bildungsstandards geforderten Unterrichtsprinzips der individuellen Förderung wird ein Schwerpunkt des Referats auf der Präsentation von Diagnoseinstrumenten zur informellen Kompetenzmessung liegen, die eine wertvolle Ausgangsbasis für Binnendifferenzierung bieten können.

Franz Hofmann

Universität Salzburg

Bildungsstandards und Individualisierung – ein Widerspruch? Unterschiedliche Reaktionsmuster von Lehrpersonen.

Abstract:
Es gibt einige Gründe dafür anzunehmen, dass Lehrer/innen die beiden Bereiche „Bildungsstandards“ und „Individualisierung im Unterricht“ als Widerspruch erleben: Spricht man einzelne Lehrpersonen in Schulen oder im Rahmen von ortbildungsveranstaltungen darauf an, sind emotionale Reaktionen keine Seltenheit. Prüft man beide Bereiche auf wissenschaftlicher Ebene auf ihr Verhältnis zueinander, zeigen sie sich eher komplementär aufeinander verwiesen: Bildungsstandards können etwa als wichtige curriculare Voraussetzung für verstärkte Individualisierungsbemühungen im Unterricht argumentiert werden. Im Referat gehe ich u. a. der Frage nach, wie vor diesem Hintergrund erklärt werden kann, dass Lehrpersonen den Eindruck haben, dass Gegensätzliches von ihnen verlangt wird. Eine wichtige Rolle bei solchen Erklärungen wird der individuellen Ausprägung des Motivierungsstils zugeschrieben. Aus den unterschiedlichen Belegen, mit denen die Thesen begründet werden, werden schließlich einige Konsequenzen für den Implementierungsprozess beider Bereiche gezogen.

 

Die Tagung wird mit einer Plenumsdiskussion abgeschlossen.
Teilnehmer/innen werden in der Mittagspause zu einem Buffet eingeladen.
Um persönliche Anmeldung (Name, Institution, Funktion, E-Mail) via E-Mail an Fr. Gertraud Akhgar wird gebeten.

Anmeldeschluss: Freitag, 16. April 2010

Auf Ihr Kommen freut sich das Veranstaltungsteam!

Anfahrt

  • Mit dem Zug: Abfahrt Bahnhof Linie 5 Richtung Birkensiedlung – Haltestelle: Wäschergasse
  • Mit dem Zug & direkt zur PH: Abfahrt Bahnhof Linie 3 Richtung Salzburg Süd – Haltestelle: Akademiestraße
  • Anreise mit PKW: siehe Google-Maps rechts oben

PDFs der Tagungshandouts