11. Resümees

Das vorliegende Buch widmet sich umfassend den Ergebnissen von PISA 2006. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bildungsforschung, Fachdidaktik, Pädagogik, Soziologie und Statistik dokumentieren, analysieren und kommentieren die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Gemeinsames Ziel ist es, die PISA-Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und – datenbasiert – Entscheidungsgrundlagen für notwendige Bildungsreformmaßnahmen zu liefern.

Internationale Leistungsvergleichsstudien wie PISA sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer modernen Qualitätsentwicklung im Bildungssystem geworden. Sie liefern eine Systembeobachtung von „außen“, welche einen objektiven Blick auf den Ist-Stand des Schulsystems eines Landes ermöglicht. Die sorgfältig erhobenen und analysierten Daten aus dem System-Monitoring dienen als Basis für eine gezielte Weiterentwicklung des Bildungssystems.

Die Implikationen, die aus den PISA-2006-Ergebnissen abgeleitet werden können, sind vielfältig. Die vorliegenden Analysen der Bildungsforscher/innen, Fachdidaktiker/innen, Pädagoginnen und Pädagogen, Soziologinnen und Soziologen sowie Statistiker/innen zeigen, dass trotz unterschiedlicher Perspektiven auf aktuelle Bildungsthemen wie z. B. die Qualität der erworbenen Kompetenzen, Chancengerechtigkeit, Migration etc. aus den Ergebnissen ähnliche Schlussfolgerungen gezogen werden können. Das abschließende Kapitel widmet sich daher den Implikationen der in diesem Band dargestellten Ergebnisse und Kommentare, wobei zwei Schwerpunkte gesetzt werden.

Im ersten Beitrag fasst Haider die Ergebnisse aus den Kapiteln dieses Bandes unter folgenden vier Aspekten zusammen: Benchmarks und Kompetenzprofile, spezielle Analysen zu den Migrantinnen und Migranten, Kontextanalysen – Stärken, Schwächen und Empfehlungen – sowie den Kontext von Unterricht und Schule. Dabei zeigt er daraus ableitbare Folgerungen der PISA-2006-Ergebnisse für die Bildungspolitik auf.

Im zweiten resümierenden Beitrag erläutert Eder Implikationen für die Lehrerbildung und die Schulentwicklung in Österreich. Ausgehend von gesellschaftlichen und individuellen Zielen beschreibt der Autor mögliche Ansätze für Veränderungen, die eine Weiterentwicklung des Schulsystems ermöglichen würden. Wesentliche Aspekte sind dabei die sich verändernden Anforderungen für Lehrpersonen, den Unterricht, die Zusammenarbeit an den Schulen und die Schulorganisation, in deren Lichte auch die Rolle der Lehreraus- und -fortbildung neu zu definieren ist.