Vorwort der Bildungsministerin

BM Claudia SchmiedMit Sicherheit können wir davon ausgehen, dass ein Vorsprung an Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen künftig noch stärker sowohl die individuellen und unternehmerischen Leistungen als auch den wirtschaftlichen Gesamterfolg des Landes beeinflussen wird. Der technologische Fortschritt und Innovationsvorsprünge hängen vor allem davon ab, wie weit es gelingt, möglichst viele Menschen möglichst gut auszubilden.

Wir müssen unser gesamtes Potenzial nutzen, denn wir werden nur dann zur erfolgreichen „Wissensgesellschaft“, wenn es gelingt, die höchstmögliche Qualität im Schulsystem und in der beruflichen Aus- und Fortbildung sicherzustellen. Das verlangt nach einer Bildungspolitik, die auf der Basis definierter und überprüfbarer Qualitätskriterien ständig um Verbesserungen bemüht ist, alle dazu erforderlichen Schritte setzt und auch notwendige Reformen nicht scheut. Eine wesentliche Grundlage für eine solche faktenbasierte Steuerung sind klare und aussagekräftige Qualitätsindikatoren, die regelmäßig Auskunft über den Erfolg des Schulsystems geben.

Das OECD-Projekt PISA (Programme for International Student Assessment) liefert seit 2000 alle drei Jahre aussagekräftige Benchmarks – Leistungs-, Kontext- und Trendindikatoren für die 15-/16-jährigen Schüler/innen am Ende der Pflichtschulzeit. Dieser sorgfältige internationale Vergleich der Naturwissenschafts-, Lese- und Mathematik-Kompetenz ist für die Bildungsplanung, die Entwicklung der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildung und die Schulentwicklung von großer Relevanz.

Der vorliegende, von mir in Auftrag gegebene Expertenbericht zu den Ergebnissen von PISA 2006 ergänzt die im Dezember 2007 erschienenen ersten Berichte und liefert umfassende Einsichten und detaillierte Analysen. Bildungsforscher/innen, Fachdidaktiker/innen, Sozialwissenschafter/innen und Statistiker/innen widmen sich in dieser Publikation ausführlich zentralen Themen wie dem Stand und der Entwicklung der Kompetenzen, dem Zusammenhang von Leistungen und Schulkarriere, der Chancengerechtigkeit des Systems, dem Einfluss von Migration und Muttersprache und der Anschlussfähigkeit der Grundkompetenzen für die Berufsbildung. Darüber hinaus werden Rahmenbedingungen des Lehrens und Lernens beobachtet, die den Kompetenzerwerb beeinflussen.

Die PISA-Studie bei den 15-/16-Jährigen bildet zusammen mit PIRLS und TIMSS bei den 10-Jährigen den derzeit wichtigsten Baustein im österreichischen Schulsystem-Monitoring. Das PISA-Ergebnis ist ein anerkannter internationaler Benchmark, ein Vergleich, der uns hilft, unsere Stärken und Schwächen besser zu identifizieren. Verantwortlich für die Durchführung dieser internationalen Studien ist das 2008 neu gegründete Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE). Zur Kernaufgabe dieses Instituts gehört es, verlässliche empirische Informationen zur Bildungsqualität zu sammeln und für die Bildungspolitik und die Öffentlichkeit aufzubereiten. Damit werden wissenschaftliche Grundlagen geschaffen, um das österreichische Bildungssystem gezielt weiterzuentwickeln.

Ich danke vor allem dem für PISA in Österreich verantwortlichen Team von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern am BIFIE-Zentrum Salzburg unter der Leitung von Frau Dr.in Claudia Schreiner, der Projektmanagerin von PISA 2006, für die kompetente Durchführung der Studie, die aufschlussreichen Analysen und die Herausgabe dieses umfangreichen Expertenberichts.

Dr.in Claudia Schmied
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur