„Das Bildungssystem in Österreich braucht einen Innovationsschub und muss mit den Herausforderungen und Anforderungen der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts harmonisiert werden. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens wird unverzichtbare Beiträge leisten“, sagte Bildungsministerin Claudia Schmied in der BIFIE-Eröffnungspressekonferenz. „Ich bin aufgrund meines beruflichen Werdegangs in der Wirtschaft daran gewöhnt, wichtige Zukunftsentscheidungen auf der Basis einer guten Faktenlage zu treffen. Auch als Bildungspolitikerin brauche ich regelmäßig Fakten aus wissenschaftlichen Analysen und internationalen Vergleichen, um faktenbasiert Entscheidungen für die notwendigen Reformen zu treffen und damit kontinuierlich und konsequent die Qualität des österreichischen Schulsystems zu verbessern“, betonte die Bildungsministerin.
Bildungsministerin Claudia Schmied setzt große Erwartungen in die Kernaufgaben des BIFIE, insbesondere in die Durchführung internationaler Untersuchungen wie PISA, PIRLS, die intensive Begleitung der Implementierung der Bildungsstandards, die wissenschaftliche Begleitung der Neuen Mittelschule, die Erstellung des neu geschaffenen Bildungsberichts und die aktive Mitwirkung an weiteren qualitätsorientierten Projekten wie z. B. der teilstandardisierten Reifeprüfung. „Die Arbeit des BIFIE ist ein zentraler Bestandteil meiner bildungspolitischen Arbeit, diese Arbeit ist auch für die zukünftige Bundesregierung wichtig“, ist die Bildungsministerin überzeugt.
Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller betonte die Bedeutung des BIFIE für das Land Salzburg: „Das Land Salzburg und vor allem ich als Bildungsreferentin und Landeshauptfrau des Landes Salzburg sind stolz darauf, dass Salzburg der Hauptsitz des BIFIE ist. Salzburg wird damit ein zentraler Standort und ein Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung in der Bildung. Dies ist gerade in Zeiten, in denen das Thema Bildung und vor allem das System stark diskutiert wird, von größter Bedeutung. Für Salzburg heißt dies vor allem aber auch, dass hochwertige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen bzw. geschaffen werden. Im Endausbau sollen alleine in Salzburg rund 40 Expertinnen und Experten arbeiten. Auch Salzburg wird von der hochwertigen Expertenarbeit des BIFIE profitieren und eine Verbesserung der Bildungsqualität verspüren.“
Günter Haider, Direktor des BIFIE, führte die gesellschaftliche Relevanz von Forschung und Entwicklung aus: „Ein modernes Schulsystem soll den Schülern nachhaltig Kompetenzen vermitteln und eine faire Chancenzuweisung garantieren. Es soll somit die Basis des demokratischen Zusammenlebens schaffen. Es ist wichtig, sich regelmäßig zu vergewissern, wie förderlich das österreichische Schulsystem für diese Aufgabe ist und wie wirksam die angestrebten Ziele tatsächlich erreicht werden. Haider freue sich, dass dazu vom Nationalrat das BIFIE geschaffen wurde. „Es ist hinkünftig die Leitstelle für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung.“
BIFIE-Direktor Josef Lucyshyn hob die Notwendigkeit einer faktenbasierten Bildungspolitik hervor: „Es ist höchste Zeit, dass in Österreich Erkenntnisse aus Studien als Entscheidungsgrundlage für bildungspolitische Maßnahmen herangezogen und in die Schulpraxis hinüber geführt werden. Forschungs- und Testergebnisse sollten Basis einer systematischen Schulentwicklung sein“, und fügte hinzu: „Parallel dazu müssen klare, bildungspolitische Ziele definiert werden, auf deren Umsetzung alle vertrauen können.“ Nur so könne das österreichische Bildungssystem verbessert werden. Zur Qualität an Österreichs Schulen merkte Lucyshyn abschließend an: „ „Mehr Autonomie und Verantwortung auf Schulebene sind notwendige Voraussetzungen für das Gelingen von Qualitätsmaßnahmen.“
Das BIFIE erhält vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur für die Erfüllung seiner Aufgaben jährlich eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 6,5 Millionen Euro.